30 Stufen bis zum Bad

Schatzi und ich waren mal wieder auf einem kleinen kulturellen Ausflug.
Das machen wir ja ganz gern.
Gestern ging es nach Recklinghausen zu den Ruhrfestspielen.
Was wir uns angesehen haben, steht hier.
In diesem Beitrag geht es um das Drumherum.

Wir haben uns ein Auto beim Carsharing gebucht.
Seit Ende 2011 haben wir kein eigenes Auto mehr. War uns zu teuer, zu wartungsintensiv, zu nervig wegen der dauernden Parkplatzsuche in der Stadt. In einer Großstadt ein Auto zu haben, wenn es im Schnitt nur alle vierzehn Tage gefahren wird, ist Blödsinn. Carsharing ist da praktischer. Ich kann jederzeit ein Auto in der Größe, wie ich es brauche, buchen. Vom Kleinwagen bis zum Transporter. Einfach nur gut.

Also, gestern mittag sind wir dann losgefahren.
Wir hatten ein Zimmer im Parkhotel Engelsburg reserviert.
Zuerst waren wir ein wenig unschlüssig, ob wir da wirklich übernachten sollten, denn wir hatten vor sechs Jahren da schon mal logiert, als ich eine berufliche Fortbildung in Recklinghausen hatte.
Damals war das Restaurant des Hotels eine kleine Katastrophe gewesen. Alt und schäbig und ziemlich heruntergekommen. Das Frühstück war lieblos zubereitet und bereits um acht Uhr morgens wellte sich die Wurst auf dem Buffet.
Da hatten wir natürlich keine Lust drauf.
Wir haben dann erstmal ein wenig recherchiert und siehe da: das Restaurant ist frisch saniert, sieht klasse aus und wird auch noch seit anderthalb Jahren von zwei Frauen betrieben!
Dann also frisch gebucht!

Im Hotel angekommen, geht Schatzi schon mal zum Einchecken, während ich das Auto ins Parkhaus bringe.
Sie bittet um ein ruhiges Zimmer und erlebt eine kleine Überraschung: wir haben ein Upgrade erhalten und dürfen in der Turmsuite übernachten!

Das hier ist der Turm von außen:
Turm

Und das steht vor der Tür auf dem Boden:
Turmsuite

Die gesamte Suite ist auf drei Ebenen verteilt. Nach drei Stufen steht frau erstmal vor dem Bad:
Badezimmer

Dann folgen dreißig (30!) weitere Stufen und frau steht im Schlafzimmer:
Schlafzimmer

Und dann nochmal 16 Stufen und das Wohnzimmer tut sich auf:
Wohnzimmer

Wow, da waren wir ganz schön geplättet und das nicht nur vom Anblick 🙂
Für Menschen mit Knieproblemen ist das ja nix! Aber Menschen mit schwacher Blase brauchen keine Angst zu haben, im Schlafzimmerbereich gibt es eine kleine Extra-Toilette.
Besonders schick waren ja auch die kleinen Fenster in den Schießscharten. Die hatten sogar kleine Mini-Rollos.
Und sowohl im Wohnzimmer als auch im Schlafzimmer gab es einen ziemlich großen Fernseher.
Ich habe aber das Reinigungspersonal ein wenig bedauert. Die Treppenstufen waren schon ein wenig schmal und mit Staubsauger wollte ich da ja nicht hochklettern müssen. Aber vielleicht war ja irgendwo ein Staubsauger in der Suite versteckt. Da habe ich jetzt aber nicht nach gesucht, obwohl ich ja gerne mal überall herumgucke und alle Klappen und Schränke aufmache. 😀

Das Theaterstück sollte um 19 Uhr beginnen und wir wollten vorher noch was essen. Also kurz frisch gemacht und los.
Als wir die Treppe runter gingen, wollte gerade eine Frau in den Fahrstuhl steigen. Da rief ihr die Frau am Empfang zu:
„Frau Hoger, der Fahrstuhl ist zurzeit defekt!“ Die Frau grummelte ein wenig und wandte sich der Treppe zu. Und ja, es war tatsächlich Hannelore Hoger.
Cool, was?
Vor Jahren übernachteten wir mal zufällig im gleichen Hotel wie Kate Mulgrew (Captain Janeway aus Raumschiff Voyager) und jetzt im gleichen Hotel mit Hannelore Hoger. Da kommen wir uns selbst ja gleich ein bißchen berühmt vor.B)
(Nein, wir haben sie nicht angequatscht. Das machen wir nicht.)

Zum Essen sind wir dann um die Ecke ins Boente gegangen.
Das kannten wir auch noch vom letzten Besuch in Recklinghausen.
Da lief zwar Bundesliga auf allen Bildschirmen, aber da ja Recklinghausen nich in der Bundesliga spielt, waren die Zuschauer ziemlich ruhig bei Schauen. Außerdem dauerte das Spiel nur noch zwanzig Minuten.
Wir haben Spargel mit Schnitzel (Schatzi) bzw. Schweinefilet (ich) gegessen und das war ziemlich gut.

Danach ging es zum Festspielhaus im Stadtgarten. Ein guter Fußweg von ca. 20 Minuten (Wanderlesben schaffen die Strecke natürlich schneller).
Unterwegs haben wir noch etwas Guerilla-Knitting auf einem Zaun entdeckt:
Guerilla-Knitting
Süß, gell?

Und hier das Ruhrfestspielhaus von außen, geknipst nach der Vorstellung:Festspielhaus

Und das hier gab es zum Kaffee:
Mini-Muffins
Das sind süße, kleine, leckere Mini-Muffins und nein, sie schwimmen nicht in Wasser.

Zurück im Hotel haben wir uns noch einen sehr leckeren Nachtisch im Restaurant gegönnt und da saß doch tatsächlich Frau Hoger an einem Nebentisch. (Sie ist übrigens am gleichen Abend in Marl aufgetreten.)
Schatzi hatte Petit Fours und ich hatte ein Schokoladenküchlein mit Cashewkern-Sauerrahmeis. Mmh, sehr lecker.

Die Nacht war leider ein wenig unruhig. Es war uns mal wieder viel zu warm und es dauerte ziemlich lange, bis durch das geöffnetet Mini-Fenster kühle Luft hereinkam. Dann aber haben wir in unserem Türmchen ziemlich gut geschlafen.
Ein wenig erinnerte die Übernachtung ja an eine andere Reise, über die ich damals aber noch nicht gebloggt hatte.
Zu Schatzis 50ten Geburtstag waren wir ja hier.
Aber ein wenig mehr Platz hatten wir jetzt doch. (Die Empfangsdame hat uns dann verraten, dass wir im gleichen Bett geschlafen haben, wie Cate Blanchett und dass seitdem die Bettwäsche nicht mehr gewechselt wurde 😉 )

Nein, ich sag‘ jetzt nicht, dass wir heute morgen schon wieder Frau Hoger über den Weg gelaufen sind, auch wenn dem so war.

Alles in allem eine wunderbare Mini-Reise mit stockendem Verkehr auf der Rückfahrt.
Aber da sind wir dann auch durch. 🙂