Abenteuer Indonesien – Teil 2

3. Tag: „Thank you for making me rich today“ (Mopedverleiher)

Die erste Nacht in Yogyakarta ist überstanden. Wir haben beide lange gebraucht, um einzuschlafen und sind auch erst um 11.30 h aufgestanden. Kaffee trinken auf der Terrasse des Hotels, uns gegenüber ein Sternfruchtbaum – abgefahren!

Aber erst mal was essen gehen mit L. bei Tante Lies, Udang Cah Tahu, also Tofu eingelegt in Fischsoße mit Fried Shrimps Reis und Spinat. Lecker!

Dann Handykarten holen und auf zum Mopedverleih!!! „Thank you for making me rich today“ sagt der Besitzer, TODAY – das sagt auch schon einiges. Wir bezahlen ihm 600.000 Rupien für einen Monat, etwa 50 Euro pro Person.

Moped fahren lernen im Java-Großstadtdschungel mit Linksverkehr!! Ziemlich wacklig die ersten paar Meter, aber wenn man’s raus hat geht`s. „Also wenn du’s hier net lernst, kannste’s auch ganz bleiben lassen.“, meint L. und da hat er auch irgendwie recht. Habe mich dann auch einfach reingestürzt ins Getümmel auf meiner Yamaha, immer dem M. hinterher und den L. hinter mir, der mich zum Glück erstmal beim Fahren unterstützt. Nach den ersten paar Metern kann ich mich mit meinem Moped auch schon ganz gut anfreunden. Es macht auch echt Spaß, da kann man nix sagen. Und weil die Feuertaufe keine Wassertaufe ist, fahren wir dann auch gleich durch die halbe Stadt zum Helme kaufen. Die ekligen Leihdinger endlich loswerden, um eigene und vor Allem passende Helme zu kaufen. Rückzu’s fühle ich mich schon ganz gut auf dem Moped, mal schau’n, wie lang’s hält.

Und noch mal besuchen wir Tante Lies, da schmeckt’s aber auch gut! Ich hatte Cah Brokkoli Udang, also Brokkoli mit Shrimps gegart und dazu Nasi (Reis). Anschließend versuchen wir erfolglos Vokabelhefte für unser Indonesisch-Lernprogramm zu erstehen, laufen dann aber zurück ins Hotel. Morgen ist ja schließlich auch noch ein Tag. Der Plan sieht vor, dass wir zur UGM, der Uni in Yogya (wie Yogyakarta abgekürzt genannt wird) fahren, um R. M. zu besuchen, der in meiner Herkunftsstadt seine Dissertation geschrieben hat. Er soll demnächst Professor werden, hält sich aber für nicht würdig, weil er mit 33 Jahren viel jünger ist als alle anderen Profs an seiner Uni. Er soll uns außerdem die zwei Studentinnen vorstellen, die an unserer Uni zuhause ein Stipendium bekommen sollen und somit die Zusammenarbeit der beiden Universitäten intensivieren. An der UGM ist morgen außerdem Graduation Day – der Tag, an dem die Bachelor-Studenten des Fachs Geographie ihren Abschluss entgegen nehmen – bin gespannt.

Abends sitzen wir noch zusammen und unterhalten uns über dies und das. M. erzählt mir von einem alten ungefähr 80jährigen Lautenspieler aus der Gegend unseres Hotels, der mit seiner Musik und einer abgeschnittenen Plastikflasche für die Spenden versucht, seinen Lebensunterhalt zu verdienen und wie arrogant und geizig sich teilweise die fetten weißen Touristen ihm gegenüber verhalten. Von Armut und Elend wollen sie sich ihren Urlaub hier nicht vermiesen lassen. Da stört er natürlich, weil man ihn so schlecht weg-ignorieren kann. Peinlich denke ich, fremdschämen ist mal wieder angesagt, wie so häufig, wenn man auf westliche Touris trifft.

Fortsetzung folgt