Berlin, 07. bis 13. September 2009

Berlin, Berlin! Wir fahren nach Berlin!
Nee, nee Schatzi und ich stehen nicht im Pokalfinale. Nach Berlin sind wir aber trotzdem heute gefahren. Wir machen ein paar Tage Urlaub und Freitag bis Sonntag gehe ich dann auf die Konferenz „Übersetzen in die Zukunft“ des Bundes der Dolmetscher und Übersetzer. Da bin ich schon ganz gespannt drauf! Aber fangen wir am Anfang an:

Heute ist Montag, der 7. September 2009
Schatzi und ich sind heute morgen um zwanzig vor sechs aufgestanden, haben gefrühstückt, die Koffer zuende gepackt und sind dann zum Bahnhof gerollt. Also, die Koffer rollten, wir dann doch (noch) nicht.
Der Zug fuhr um viertel nach sieben ab. Wir hatten uns zwei Fensterplätze an einem Tisch reserviert. Ist einfach gemütlicher so.
Gegen halb zwölf sind wir in Berlin am Hauptbahnhof angekommen. Wir haben uns gleich bei Berlin Info 7-Tage-Tickets für den Berliner ÖPNV gekauft. So können wir in aller Ruhe soviel Bus, U-Bahn, S-Bahn und Tram fahren, wie wir wollen.
Vom Bahnhof ging es nach Charlottenburg und von dort zur Konstanzer Straße, zum Frauenhotel Artemisia. Das Hotel liegt im vierten und fünften Stock eines Wohnhauses. Es wurde frisch renoviert und ist einfach wunderbar. Sehr schön hell und ruhig. Mit einem hübschen Dachgarten und gemütlichen Zimmern. (Mir ist sofort der Geruch aufgefallen: im Artemisia riecht es nach Frauenort und das meine ich ganz positiv. Es ist ein sehr angenehmer Duft.)
Wir haben ein kleines Zimmer im fünften Stock. Klein, aber fein. Und das Badezimmer ist riesig!
Wir haben dann unsere Koffer auf das Zimmer gebracht und sind sofort losgezogen. Schatzi hatte in den letzten Tagen unseren Berlin-Aufenthalt sehr gut vorbereitet. Was machen wir wann? Denn Berlin ist groß, wir sind klein und die Zeit ist nicht lang. Schließlich können wir nur Montag bis Donnerstag zusammen etwas unternehmen. Ab Freitag geht es für mich ja zur Konferenz. Dann macht Schatzi wieder alleine „Damen-Programm“, wie vor zwei Jahren in Recklinghausen.
Aber zurück zu heute.

Wir fuhren zur Schloßbrücke beim Charlottenburger Schloß, denn von dort fahren Rundfahrtschiffe ab, die mehrstündige Fahrten auf der Spree durch Berlin anbieten. Bevor es mit dem Schiff losging, haben wir noch bei einem Italiener gegenüber vom Schloß etwas gegessen. Das Frühstück war ja schon ein paar Stunden her (Sechs, um genau zu sein). Schatzi hatte hausgemachte Tortellini mit Salbeibutter, Nüssen und Parmesan, ich hatte eine Pizza mit ítalienschem Schinken und Champignons. Schatzis Essen hat sehr gut geschmeckt. Meine Pizza war zwar riesig, sie hing richtig über dem Tellerrand, aber leider war sie nicht ganz so lecker. Nicht jeder Italiener kann gute Pizza. Na gut. Ich bin satt geworden und übermäßig teuer war es jetzt auch nicht.
Nu aber zum Schiff.
Von der Schloßbrücke ging es vorbei an vielen schönen Häusern, inklusive Reichstag, Kindergarten für die Kinder der Abgeordneten und Waschmaschinde (wie übrigens, laut Aussage der sehr netten Kellnerin vom Restaurant „Santiago“, kein einziger Berliner zum Bundeskanzleramt sagt) bis zur einer wunderbaren, einzigartig schönen Brücke, der „Oberbaumbrücke“, die in früheren Zeiten die Zollstelle zwischen Berlin und Brandenburg bildete.
Das Wetter war genau richtig: nicht zu heiß und nicht zu kalt. Wir konnten es gut auf dem Oberdeck des Schiffes aushalten. Frau durfte übrigens auf dem Oberdeck nicht stehen. Die Brücken über die Spree sind so niedrig, dass es uns den Kopf weggehauen hätte. Also sind wir brav sitzengeblieben.
Die Fahrt dauert recht lang: insgesamt mehr als zweieinhalb Stunden. Aber wir haben uns den Rückweg zur Schloßbrücke auf dem Schiff geschenkt und sind an der Janowitzer Brücke, in der Nähe des Alexanderplatzes ausgestiegen. Ja, ja, das ist eine offizielle Anlegestelle. Wir haben weder den Käpt`n bedroht noch sind wir über Bord gesprungen.
Wir sind dann rüber zum Roten Rathaus, dem Regierungsitz von Wowi gelaufen und haben uns dort gegenüber das Nikolaiviertel angeschaut. Hübsche kleine Straßen mit netten kleinen Läden und dem ältesten Gasthaus Berlins. Dort gab es auch einen Souvenirladen und ich habe schon mal zugeschlagen und meine obligatorische Glocke und ein Sweatshirt gekauft. Dann habe ich das Thema schon mal abgehakt; genau wie das Thema Postkarten, die hat Schatzi auch schon mal gekauft, beschrieben und frankiert.
Nach einem kurzen Kaffee-Stopp mit lecker Käse-Mandarinen-Kuchen (ich) und nicht so dollem Pflaumenkuchen (Schatzi) sind wir dann mit der Buslinie 100 bis zum Zoologischen Garten gefahren. Diesmal haben wir die andere Seite der Regierungsgebäude gesehen, mit Reichstag und Schloß Bellevue, wo wir dann dem Herrn Köhler auch noch mal gewunken haben. Angie hatten wir ja vom Schiff aus zugewunken.
In der Nähe der Haltestelle „Friedrichstraße“ hatte ich vom Bus aus ein interessantes Geschäft entdeckt: „Berlin Story“. Dort sind wir dann mit dem Bus 200 hin zurückgefahren. Im Geschäft gibt es tausenderlei Literatur, Souvenirs und andere Dinge zum Thema „die Geschichte Berlins“. Im Keller findet sich dazu sogar eine Ausstellung. Ich habe mir noch ein Buch über Königin Luises Schwester Friedericke gekauft. Nu habe ich aber wirklich alles abgedeckt!
Wir sind dann weiter mit dem Bus 200 nach Prenzlauer Berg gefahren. Das soll ja der alternative Stadtteil sein. Wir fahren also, und fahren und sehen nichts Interessantes weit und breit. An der Endstation angekommen, fragt Schatzi den Busfahrer, wo denn jetzt die ganzen Läden und Kneipen und so seien. Er erzählt uns, dass wir 4 Stationen zu weit gefahren sind. Wir also zurück, an der richtigen Stelle ausgestiegen, ein paar Stationen mit der Tram, dann noch um ein paar Ecken laufen und wir waren am „Käthe-Kollwitz-Platz“. Es gab auf dem Weg dorthin und am Platz selbst wie erwartet, Läden, die ungewöhnliche Dinge anboten oder besonders ungewöhnlich eingerichtet waren und natürlich jede Menge Kneipen und Restaurants. An den Straßen finden sich wunderschöne, gut sanierte Altbauten, wo wir doch alle gerne drin wohnen würden. Leider weiß ich nicht, was die kosten. Wahrscheinlich ein paar Euros mehr.

Wir haben uns ins Restaurant „Santiago“ gesetzt, Schatzi hatte ein Riesenschnitzel bestellt, ich ein Cordon Bleu, beides mit Pommes und Salat. Und ich muss sagen, beides hat gut geschmeckt.
Und die Kellnerinnen waren sehr höflich und aufgeschlossen. Wir haben uns noch etwas ausführlicher mit der Einen unterhalten (es war nichts los, Montag abend halt). Sie hat uns bestätigt, was wir auch schon vermutet hatten: die Berliner haben es nicht so mit Eissalons! Welch Katastrophe! Jetzt weiß ich ganz sicher, wo ich niemals hinziehen will! Eine Stadt ohne vernünftige Eissalons! Oh wie soll ich diese Woche nur überstehen!
Ja, ich bin ja schon still. Wir sind zurück zum Hotel gefahren, waren in Ermangelung eines vernünftigen Eissalons zum Sitzen, bei Dunkin‘ Donuts, einer amerikanischen Kette, wo es halt Donuts gibt, die hier aber überhaupt nicht wie in den USA schmecken, schreckliche Donuts gegessen, und sind dann zurück zum Hotel gefahren. wo ich jetzt sitze und aufhöre, zu jammern, weil vielleicht morgen die Welt ja schon wieder anders aussieht.
Nacht!