Berlin 2014 – Tag 6

Heute morgen musste P. bereits abreisen, da sie am späten Nachmittag schon wieder an die Arbeit musste.
Wir haben sie noch zur S-Bahn gebracht, denn Schatzi und ich wollten heute den Zug in die Gegenrichtung nach Potsdam nehmen.
Während wir da so auf dem Bahnsteig warteten, fiel mein Blick auf den Snack-Automat. Dort drin leuchtete was Gelbes, das so gar nicht nach Snack aussah.
Und es war auch kein Snack: es war ein kleines, gelbes Büchlein, wie Ihr es bestimmt noch aus der Schule kennt und es kostete nur einen Euro.
Auf dem Cover stand der Name Dagmara Kraus – revolvers für flubis. Hatten wir noch nie gehört. Aber für einen Euro?
Also eingeworfen und rausgeholt.
In diesem Büchlein fanden sich Gedichte in Multiple-Choice-Form. Wirklich lustig.

Aber wir haben uns natürlich weiter auf den Weg nach Potsdam gemacht.
Dort am Hauptbahnhof angekommen, sind wir in einen Hop-on-hop-off-Bus gestiegen, um eine Stadtrundfahrt zu machen.
Es war heute übrigens wieder ziemlich warm und in der Sonne kaum auszuhalten. Deswegen waren wir ganz froh, dass es bei unserem ersten Stopp am Cecilienhof doch einiges an Schattten gab, denn der Hof liegt in einem Park am Jungfernsee.

Cecilienhof

Wir sind aber nicht reingekommen, denn seit Anfang 2014 ist das Haus geschlossen. Die Renovierung soll bis 2017 dauern. Na, da sind wir mal gespannt, ob die das besser können, als die Berliner mit ihrem Flughafen. 🙂
Ja, okay, das Museum innen drin hat weiterhin geöffnet. Aber wir hatten keine Lust, reinzugehen.
(Im Cecilienhof hat übrigens 1945 die Potsdamer Konferenz stattgefunden.)

Stattdessen sind wir zur Meierei in der Nähe gegangen, die jetzt eine Brauerei ist.
Dort haben wir im Selbstbedienungsbereich eine Kleinigkeit gegessen und getrunken. Die Bratwurst ist übrigens sehr lecker und die Verkäuferin war trotz der langen Schlange, die vor dem Büdchen stand, zu allen nett und freundlich. Und sie konnte Kopfrechnen!!!

Danach ging es zurück zur Haltestelle des Rundfahrtbusses. Mit dem Bus sind Schatzi und ich dann zum Brandenburger Tor gefahren. Ja, in Potsdam gibt es auch ein Brandenburger Tor. Das ist allerdings etwas kleiner, als das Berliner.
Von dort ging es zu Fuß in die Brandenburger Straße, der Einkaufsmeile von Potsdam, auch Broadway genannt. Wir haben uns Zeit gelassen, denn es war fast unerträglich heiß und sehr viel Schatten war nicht zu finden.
Dennoch haben wir T-Shirt und Schal (dünn) gekauft.
Auch wenn es sich jetzt so liest, als wären wir ständig am Essen und am Trinken, zwischen der Bratwurst und dem Eis, dass wir dann in der Brandenburger Straße gegegessen haben, war doch mindesten eine, wenn nicht zwei Stunden vergangen.
Und das hier waren unsere Eisbecher:

Schwarzwaldbecher

Einmal Schwarzwaldbecher für Schatzi

Pfirsichbecher

und einmal Pfirsichbecher für mich.
Mmh, lecker!

Anschließend sind wir ins Holländische Viertel gelaufen.
Die Häuser hier unterscheiden sich deutlich von den anderen Gebäuden. Alles Backstein und viele Giebel im hollhändischen Stil.
Und wir mussten unbedingt noch ins La Maison du Chocolat, wo es herrlichen Kuchen und eine leckere hausgemachte Zitronenlimonade gab.
Aber den Knaller haben wir ja ein paar Häuser weiter im Fenster eines anderen Cafés gesehen:

Wacker-Kaffee-in-Potsdam
Wacker`s Kaffee aus Frankfurt in Potsdam! Ja, ist denn das zu glauben!?!?!
Ja, es stimmt tatsächlich. Hier steht’s.
Aber ein Kaffee ging bei dieser Hitze beim besten Willen nicht mehr.

Wir sind weiter zur nächsten Straßenbahnhaltestelle gelaufen und dann zum Potsdamer Hafen gefahren, um eine kleine Schiffrundfahrt zu machen. Die dauerte zwei Stunden und ging hinüber zum Wannsee und wieder zurück.
Wir hatten uns unter Deck gesetzt, weil wir keine Lust mehr auf pralle Sonne hatten und im Prospekt außerdem Klimatisierung versprochen wurde. Leider zeigte die Klimaanlage den Bahn-Effekt:
zu viele Leute, inklusive Service-Personal, liefen bei offen stehenden Türen ein und aus, so dass die arme Klimaanlage gar nicht richtig arbeiten konnte. Das fanden wir jetzt überhaupt nicht gut.
Wir haben dann aber die Wärme ertragen und mit kalten Getränken ging es denn einigermaßen.
Die sollten nicht so groß mit klimatisiert Werbung machen, wenn die das nicht hinkriegen!

Natürlich hatte der Verkaufsschalter schon geschlossen, als wir gegen 19 Uhr wieder am Potsdamer Hafen ankamen. Sonst hätten wir einen Nachlaß verlangt.
Auf dem Rückweg nach Berlin haben wir dann im (klimatisierten) Hauptbahnhof von Potsdam noch eine überdimensionale Pizza gegessen und dann waren wir froh, als wir endlich wieder in der Pension ankamen und alle Viere von uns werfen konnten.