Berlin 2014, Tag 5 Teil 1

Heute gab es nur ein Minifrühstück, weil die Butter aus war. 🙂
Nee, also, die Pension ist ja grundsätzlich ganz nett, die Matrazen sind gut und unser Zimmer ist auch schön groß, aber der Service lässt doch sehr zu wünschen übrig. Ich denke nicht, dass wir hier nochmal wieder übernachten werden. Da fahre ich dann doch lieber ein wenig mit Bus oder Bahn, um zu einer Veranstaltung zu kommen.

Nun gut.
Heute morgen haben wir einen Berg bestiegen. (Nein, wir sind nicht plötzlich in den Alpen, auch wenn wir gestern österreichisch gegessen haben.)
Wir waren auf dem Kreuzberg. Ja, den gibt es tatsächlich, das ist nicht nur einfach der Name eines Stadtteils.
Auf dem Kreuzberg steht ein Denkmal an die Befreiungskriege von 1813 – 1815.
Aber das hat uns jetzt nicht so interessiert. Wir sind da vielmehr hochgekraxelt (immerhin 66 Meter!), um einen guten Blick über Berlin zu haben.
Von dort oben ist erst zu erkennen, wie weitläufig und flach Berlin doch ist.
Sehr viele Hochhäuser versperren nicht den Blick.
Es gibt dort oben auch einen kleinen Wasserfall, der hin und wieder angestellt wird. Er wirkte ein wenig wie eine geschrumpfte Version der Wasserspiele der Kasseler Wilhelmshöhe. Schon witzig.

Danach sind wir über die Bergmannstraße mit ihren vielen Geschäften geschlendert. (P. hat lange in Berlin gewohnt und kann uns deshalb all die netten kleinen Insider-Tipps zeigen, die wir alleine nie entdeckt hätten, oder nur nach vielem Herumirren.) Haben dort noch Tee und Kaffee getrunken und sind dann zur Marheineke Markthalle gegangen.
Dort haben wir ein wenig herumgestöbert, eine Kleinigkeit gegessen und getrunken.
Auch heute ist es wieder ziemlich warm in Berlin. Da kommen doch so nette, kleine Pausen immer wieder gut.
P. war anschließend noch im Krimi-Buchladen Hammet und ich im Science-Fiction-Buchladen Otherland neben der Markthalle. Ja, ein paar Bücher haben wir auch gekauft.

Dann ging’s auf politische Bildungsreise zum Brandenburger Tor. Von dort sind wir zu den Mahnmalen Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und Denkmal für die ermordeten Juden Europas
gegangen. Da haben wir uns ausführlich über die Problematik der zerbröselnden Betonquader unterhalten. Ob der Verfall des Denkmals aufgehalten werden sollte, ob es nicht auch eine gewisse Symbolik hat, dass es zerbröckelt, ob es gut ist, dass so viele Menschen hindurch laufen und das Gefühl entsteht, in einem Zeltlager zu sein, ob Spaltenböden mit 10 Jahren Garantie oder Dachpfannen mit 30 Jahren Garantie nicht das bessere Material gewesen wären und so weiter und so fort.
Wie Ihr seht, hat der Verfall ein Gutes: es wird über das Mahnmal, die Mahnmale, diskutiert. Sie bleiben im Gespräch. Während eine Gedenktafel oft nur angeschaut und dann wieder vergessen wird.

Der Rest kommt in Teil 2.