Berlin, Sonntag, 11. Juli 2010

Nach einer warmen, aber nicht zu warmen Nacht sind wir heute um halb acht aufgestanden, um Frida Kahlo in Angriff zu nehmen. Vorher haben wir natürlich noch gefrühstückt, draußen, vor dem Hotel auf dem Gehweg. Nein, nicht auf dem Boden, da standen dann doch Tische und Stühle. Das Frühstück war ganz okay, Hotelfrühstück halt. Na, wenigstens gab es meinen heißgeliebten Earl-Grey-Tee, den ich auch bei 35 Grad noch heiß genieße.

Danach ging es zur Kochstraße. Am Checkpoint Charlie ist ein Kaffeehaus, das Einstein Kaffee, in dem wir uns vor dem Museumsbesuch noch einen Iced Espresso und einen Iced Cappuccino gegönnt haben und dabei den Touristen aus aller Welt zuschauten, die wie wild alles geknipst haben, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Nun aber ab zum Museum. Um die Ecke in die Zimmerstraße, zwei lange Blocks, an der Gedenkstätte „Topografie des Terrors“ vorbei, in der prallen Sonne zum Martin-Gropius-Bau. Dort angekommen, können wir in einen Extra-Eingang reingehen, denn wir haben ja schon die Voucher in unserem Rucksack. Äh, und wo ist der??? Schei…., den habe ich im Einstein liegen lassen! Mist, also bin ich noch mal zurück getrabt, und zum Glück hatte die Bedienung ihn gefunden und an sich genommen. Wieder hin zum Museum, wieder durch die pralle Sonne und endlich hinein! Drinnen mussten wir dann doch noch mal anstehen, wenn auch nicht an der Kasse. Die Ärmsten ohne Karten mussten draußen warten. Wir haben ungefähr 75 Minuten warten müssen, bis wir in der Ausstellung waren. Das ging noch und wir waren ja drinnen.

In der Ausstellung selbst gab es nicht nur Gemälde von Frida Kahlo zu sehen sondern auch Fotos von ihr, ihrer Familie, Nachbarn und Freunden. Außerdem viele ihrer Zeichnungen und Skizzen. Alles in allem eine sehr umfangreiche Retrospektive, auch wenn nicht so viele ihrer eigentlichen (bekannten) Gemälde zu sehen waren. Ich kannte ja noch nicht so viel von Frida Kahlo wie Schatzi und ich habe jetzt einiges dazugelernt. Den Film damals, mit Selma Hayek hatte ich zwar gesehen, aber so ein Spielfilm zeigt ja nur einen kleinen Ausschnitt aus einem Leben.

Zwischendurch hatte ich Schatzi verloren. Es war halt trotz des kontrollierten, stoßweisen Einlasses immer noch relativ voll in der Ausstellung. Was leider auch manchmal das Anschauen der Ausstellungsstücke erschwerte. Gelohnt hat sich der Besuch dennoch. Ich würde sie jederzeit noch mal anschauen. Und mein Schatzi habe ich natürlich auch wiedergefunden!

So, und was machen wir jetzt mit dem Rest des Tages? Es war ja noch nicht so spät und immer noch total heiß. Wo könnten wir hingehen, wo es nicht so heiß ist? Ans Wasser? Nee, in der Innenstadt sind die Ufer von Spree und so weiter ja alle bebaut. Abkühlung finden wir da wohl nicht. Mmh, also dann ins Kino! Die großen Kinos haben ja alle Klimaanlage. Aber wo ist das Nächste? Mal jemanden fragen, der/die sich damit auskennt. Aber wo finden wir an diesen Touristenorten Einheimische? Wir haben dann in der Kochstraße erst noch eine kleine Pizza gegessen und sind dann in ein Kiosk gegangen. Dort haben wir schlicht und einfach gefragt. Die Verkäuferin schickte uns zum Potsdamer Platz. Im großen Kinocenter haben wir dann Shrek 4 in 3D geschaut. Der Film war ganz okay, nicht so toll, wie der erste Teil, aber das war egal, es war kühl. (Allerdings war der Boden des Kinosaals extrem klebrig. Widerlich.)

Im Kiosk hatten wir noch ein Stadtmagazin gekauft und hinterher, bei einem erneuten Iced Espresso und Iced Cappuccino, entdeckte Schatzi ein paar Ausflugstipps darin. Wir haben uns dann entschieden, nach Köpenick zu fahren und uns dort mal ein wenig umzuschauen. Dort angekommen, sind wir in die Tram 68 gestiegen und bis zur Endhaltestelle Alt Schmöckwitz gefahren. Diese Tram fährt entlang der Dahme und dem Langen See, vorbei an jede Menge Strandbädern und Ruderclubs durch jede Menge Wald. Allerdings gab es an der Endhaltestelle nicht wirklich viel zu sehen. Wir also wieder zurück.

Jetzt war es mittlerweile nach sechs Uhr abends und die Badegäste wollten alle nach Hause. Was zur Folge hatte, dass die Tram bis oben hin voll war und immer voller wurde. Zum Glück hatten wir Sitzplätze und wurden nicht ganz so in dieser heißen, unklimatisierten Tram eingequetscht. Die meisten Leute stiegen aber ein paar Stationen weiter wieder aus. Wir sind nach Alt Köpenick weiter gefahren. Auf der Hinfahrt hatten wir gesehen, dass es dort einige Lokale und Restaurants mit Blick auf die Dahme gibt. Wir also raus aus der Tram und hin zum Altberliner Lokal „Zum Dampfschiff“. Auf der Karte entdeckten wir dann auch gleich ein paar Gerichte, die uns zusagten. Wir haben uns in den Garten gesetzt und hatten dort wirklich einen wunderbaren Blick aufs Wasser. Als erstes haben wir uns zwei große Flaschen Wasser bestellt. Der Flüssigkeitshaushalt musste dringend aufgefüllt werden. Zu Essen gab es Schweinefiletmedallions mit Rosmarinkartoffeln und Bohnen mit Speck für mich und Dreierlei vom Fisch für Schatzi. Und ich muss sagen, dass Essen war ausgesprochen lecker. Besonders der grüne Hering, den Schatzi bei ihrem Dreierlei hatte, hat ihr fantastisch geschmeckt. Sie sagte, wenn sie gewusst hätte, wie lecker der ist, hätte sie nur grünen Hering bestellt. Also, falls Ihr mal nach Köpenick kommt, unbedingt ins „Zum Dampfschiff“ gehen!

Anschließen ging es zurück zum Hotel. An der S-Bahn-Haltestelle wollten wir noch ein paar Flaschen kaltes Wasser kaufen. Aber keine Chance. Die Kühlschränke können gar nicht so schnell kühlen, wie die Leute Wasser kaufen. Und die Schokoriegel hatten sich auch schon verflüssigt. Wir haben trotzdem Wasser gekauft und sind dann zum Hotel gegangen. Im Restaurant des Hotels haben wir dann noch Nachtisch gegessen. Schatzi hatte Heidelbeer-Tiramisu und ich Erdbeeren mit weißer Schokolade und Zitronensorbet. Auch sehr lecker.

So, das war es jetzt für heute. Morgen geht es zurück nach Frankfurt. Hoffentlich fällt im ICE nicht die Klimaanlage aus. Das brauchen wir nach diesem verschwitztem Wochenende nicht auch noch!

Übrigens, wie Ihr wohl alle wisst, Spanien ist Weltmeister geworden. Nur so, als völlig überflüssige Info.

Links:
Frida Kahlo Retrospektive

Martin-Gropius-Bau

Einstein Kaffee

Köpenick>

Zum Dampfschiff