Buchvorstellung: Corinna Behrens – Indianer im Kopf

Klappentext:

»Ich zwang mich, meinen Blick von ihr zu lösen und mein Herz zur Räson zu bringen. Ich schien nicht mehr Herrin meiner Sinne zu sein. Wie denn auch, wenn meine Traumfrau direkt vor mir stand?« 
Ausgerechnet in die neue Pastorin muss sich Jacki Hals über Kopf verlieben. Sie heißt Mirjam und ist natürlich verheiratet: mit dem ebenso smarten, wie undurchsichtigen Pastor Huber. Als dieser auch noch ihr Vorgesetzter wird, ist ihr Arbeitsverhältnis von Beginn an problematisch.
Für Jacki ist dieses Gefühlschaos eine mittlere Katastrophe, denn sie hat es sich in ihrem Leben bequem eingerichtet. Ihre beste Freundin Monika, die sich spirituell den Indianern verbunden fühlt, nennt sie »Schwester Hasenfuss«, weil sie nicht zu ihrer lesbischen Seite stehen kann. Nach einer gemeinsamen Meditation mit rituellem Kiffen treten plötzlich auch in Jackis Leben Indianer, die sich nicht mehr so einfach abschütteln lassen. 
Welche Rolle spielen Spirit Hawk und die alte Indianerin Mahpea? Und welches dunkle Geheimnis umgibt Pastor Huber? Mehr und mehr überschreitet Jacki die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit.

Na, ich glaube, das ist das erste Lesbenbuch, das ich gelesen habe, in dem Vechta vorkommt (ich komme gebürtig aus dem Landkreis Vechta) 🙂
Okay, okay, Vechta wird nur erwähnt und spielt in dem Buch sonst überhaupt keine Rolle. Aber ich fand das trotzdem witzig.

Corinna Behrens beschreibt sehr unterhaltsam und kurzweilig Jackis Konflikte zwischen Kirche, Glauben und Kleinstadtleben auf der einen und Jackis Lesbisch-sein auf der anderen Seite. Dieses Versteckspiel, wenn es um die eigene Sexualität geht, versteht und/oder kennt wahrscheinlich jede, die aus einer kleineren Stadt oder vom Dorf kommt; dass es die kleinen Fluchten in die größere Stadt braucht, um dort die lesbische Seite auch einmal ausleben zu können.
Es ist durchaus nicht einfach, sich aus bekannten Strukturen zu lösen; was natürlich auch und insbesondere für eine Pastorin (Mirjam) gilt, die wohl noch mehr zu verlieren hätte, als eine einfache Angestellte (Jacki) der Kirche.

Trotzdem beginnen Jacki und Mirjam eine heimliche Affäre, die auf keinen Fall herauskommen darf.
Als dann aber die Gerüchte und Spekulationen im Ort losgehen, dass Jacki vielleicht lesbisch sein könnte und auch Mirjams Privatleben eine dramatische Wendung nimmt, versucht Jacki dann doch allmählich, auf die Indianer im Kopf zu hören, die sich dort sein einiger Zeit vehement bemerkbar machen.

Mehr soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Nur so viel:
Einige Vertreter der evangelischen Kirche kommen in diesem Buch nicht sehr gut weg und es gibt auch einige Passagen, die für manche Leserinnen problematisch zu lesen sein könnten (Triggerwarnung für das Buch: häusliche Gewalt).

Alles in allem aber ein gutes Buch, dass ich gerne gelesen habe und das durchaus am Ende noch so viel Raum läßt, dass eine Fortsetzung möglich sein könnte.

Indianer im Kopf Eine lesbische humorvoll-spirituelle krimina
Indianer im Kopf
Roman
Corinna Behrens
Broschiert: 320 Seiten
Butze-Verlag, 2016
ISBN: 9783940611451