Buchvorstellung: Der Duft von Seide – Stefanie Zesewitz

Dies ist eines der Bücher, die ich hier bereits kurz erwähnt habe.

Klappentext:

Als Camiel le Blanc 1848 erstmals nach London kommt, gerät sie unweigerlich in das Getriebe gesellschaftlicher Konventionen. In den Kolonien aufgewachsen, weiß die junge Malerin nicht, was in konservativen Kreisen von einer Frau erwartet wird.
Als sie der verheirateten Julia Norton begegnet, wird die Freidenkerin Camiel vor die Wahl gestellt: Entweder sie spielt die Charade von Sitte und Anstand mit oder sie wird Julia unwiderruflich verlieren.
Durch geschicktes Taktieren schafft Camiel es, Julias Mann Roderick davon zu überzeugen, dass sie die Richtige ist, um Julia auf einen Kuraufenthalt nach Bath zu begleiten. Hier findet nun auch ihre leidenschaftliche Beziehung ihre Erfüllung. Eine Entscheidung hängt in der Luft.
Das viktorianische England dient als bilderreiche Kulisse für ein Verhältnis unter Frauen, das seiner Zeit weit voraus ist. Stefanie Zesewitz webt historische Figuren wie die Schwestern Brontë ein, um eine Epoche aufleben zu lassen, die für ihr strenges und prüdes Frauenbild bekannt ist.

Quelle: Querverlag

Wie ich in dem anderen Artikel angedeutet habe, konnte die Tänzerin dieses Buch nicht aus der Hand legen.
Und auch Konny ist begeistert von diesem Buch.

Nach der Lesung von Stefanie Zesewitz in Leipzig war ich ja auch ganz gespannt, wie es weitergeht mit Camiel und Julia.

Aber ehrlich gesagt, ich war beim Lesen nicht mehr ganz so begeistert.
Das Buch ist gut geschrieben, keine Frage. Aber die Geschichte ist trotz aller Dramatik doch etwas langweilig und vorhersehbar.

Das für mich Interssante an dem Buch war – und deswegen habe ich es auch zu Ende gelesen – die Schilderung der extrem strengen Regeln für Frauen im London jener Zeit. Dass eine Frau nicht allein auf die Straße gehen durfte, und sei es nur rüber auf die andere Straßenseite; dass streng darauf geachtet wurde, die Trauerzeit bei einem Todesfall einzuhalten und auch ja die richtige Kleidung zu tragen; etc.
Diese Schilderungen scheinen auf alle Fälle eine Stärke der Autorin zu sein.

Das Buch ist für mich leider nur guter Durchschnitt. Nicht sehr fesselnd, auch bei der Romantik hapert es ein wenig. Auf das Einflechten der Brontë-Schwestern und der ersten in den USA examinierten Ärztin (die hier einen anderen Namen hat) hätte die Autorin gut verzichten können. Sie haben wirklich gar nichts Wesentliches zur Geschichte beigetragen. Leider sind auch einige Rechtschreibfehler im Buch, die mich beim Lesen immer wieder aus der Handlung gerissen haben.
Was mich wirklich gestört hat, waren die ausführlichen Heterosex-Szenen. Das ist etwas, was ich in einem Lesbenbuch ja so was von überhaupt gar nicht brauche!

Aber die Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. Deshalb: selber lesen! 😀