Buchvorstellung: Fußballtöchter – Elke Weigel

Genauso wie Der Duft von Seide habe ich dieses Buch hier schon mal kurz erwähnt.

Klappentext:

Susi will nur eins im Leben: Fußball spielen. Doch 1970 herrscht ein offizielles Verbot für „Damenfußball“ auf Vereinsplätzen. Auch im privaten Umfeld bekommt sie Steine in den Weg gelegt. Frauen und Fußball – das ist in den Augen ihres Vaters ein Unding.

Zum Glück hat sie fußballbegeisterte Freundinnen, die bereit sind, zusammenzuhalten und alles zu tun, um kicken zu können. Doch in dem schwäbischen Dorf ist die aufkeimende Frauenbewegung noch lange nicht angekommen, und zusammen mit Gerda, Hannelore und den anderen Mitspielerinnen muss Susi lernen, sich auch außerhalb des Fußballplatzes durchzusetzen. Und sie verliert ihr Herz nicht nur an Fußball …

Quelle: Querverlag

Oh! Fußball! Damenfußball!
Ja, ich habe als Jugendliche auch Fußball gespielt. In einem Dorf, aber in Norddeutschland und es war ein paar Jahre später. Da war Damenfußball, wie das früher wirklich hieß, bereits erlaubt. Aber genützt hat das nicht viel.
Es kamen bei den Spielen dennoch die üblichen dummen Sprüche und natürlich auch die Forderung nach dem Trikottausch.
Das hat wirklich sehr genervt.

Bei uns im Dorf haben wir es leider nicht geschafft, ein Team für den Ligabetrieb, den es Mitte der Achtziger Jahre tatsächlich auch in unserem Landkreis bereits gab, zusammenzustellen. Dafür haben wir aber vier Jahre hintereinander beim Ortsturnier, bei dem der Ort in vier Viertel aufgeteilt wurde und jedes Viertel gegen jedes gespielt hat, immer ausreichend Spielerinnen fürs Kleinfeld gehabt. Nachdem aber das Viertel, für das ich gespielt habe, viermal hintereinander das Turnier gewonnen hatte, hatten die anderen Frauen plötzlich keine Lust mehr. Komisch. 😉
Wenn ich wirklich hätte spielen wollen, hätte ich ins Nachbardorf fahren müssen. Das dortige Team war auch relativ erfolgreich in der Liga. Aber da meine Eltern überhaupt nichts davon hielten, dass Mädchen Fußball spielen und erst recht nicht im Tor stehen (meine Lieblingsposition), habe ich es dann gelassen. So dringend wollte ich auch wieder nicht spielen.

Das ist bestimmt mit ein Grund, warum mir das Buch von Elke Weigel so gut gefallen hat. Ich konnte mich richtig gut in die Akteurinnen des Buches hineinversetzen.
Es geht in dieser Geschichte nur am Rande um das lesbische Coming Out der Hauptfigur Susi. Im Mittelpunkt steht der Kampf der Frauen, endlich Fußball spielen zu dürfen und zwar nicht nur auf einer Wiese sondern auf einem richtigen Fußballplatz.

Wenn lesbe sich also für die Anfänge des Frauenfußballs in den 70er Jahren und das Leben auf dem Dorf zu der Zeit interessiert, kann ich dieses Buch nur dringend empfehlen. Aber alle Anderen sollten es natürlich auch lesen. 🙂