Buchvorstellung: Julia Dankers – Herzkasper

Nee, die Zielgruppe für dieses Buch bin ich wohl eher nicht.
Gleich auf der zweiten Seite des Buches Herzkasper von Julia Dankers aus dem Ulrike Helmer Verlag steht – Young Adult –.
Ich bin zwar erwachsen, aber als jung würde ich mich jetzt nicht bezeichnen. Und dennoch wage ich es immer wieder, auch Bücher für junge Erwachsene und sogar für Kinder zu lesen! Und ich gebe das auch noch zu!

Aber zurück zum Buch. Hier die sehr kurze Zusammenfassung des Buches direkt von den Seiten beim Ulrike Helmer Verlag:

Lanas Herz hüpft. Obwohl Mira doch eine Frau ist! Haben Männer da überhaupt den Hauch einer Chance? Und Jessica mit den rosa Himbeerzuckerwattehaaren, die nun mal lesbisch ist und Frauen liebt? Der Herzkasper lacht sich ins Fäustchen, als Mira plötzlich einen Kuss erhält.

Na, das ist sehr kurz. Also:
– Lana ist 17, geht noch zur Schule, ihr Vater ist Koch in einem Restaurant in Buxtehude.
Sie hat einen besten Freund, von dem sie aber nix weiter will.
– Mira ist älter, hat ihre Lehre aus persönlichen Gründen hingeschmissen und arbeitet jetzt als Küchenhilfe in dem Restaurant, in dem Lanas Vater Koch ist.
– Jessica ist eine gute Freundin von Lena, etwas verrückt und eröffnet Lana eines Tages, dass sie lesbisch ist und sich in Lana verliebt hat.
– Dann gibt es da noch den jungen Mann, Felix, der bei Lana und ihrem Vater im Haus wohnt, und versucht, mit Lana anzubandeln.

Die einzelnen Kapitel sind immer abwechselnd mal aus Lanas, mal aus Miras Sicht geschrieben und behandeln die widerstreitenden Gedanken der beiden jungen Frauen, wenn es um die jeweils andere geht oder in Lanas Fall auch darum, was sie jetzt davon halten soll, dass ihr Nachbar Felix sie anbaggert. Aber auch Mira wird durchaus von Vertretern des männlichen Geschlechts angeflirtet.

Immer wieder kreisen die Gedanken der beiden Hauptfiguren umeinander; selten sind sie in der Lage, jetzt einzuschätzen, warum das so ist; warum da irgendeine Form der Anziehung zu bestehen scheint, die doch nicht sein kann, da ja beide Frauen sind.

Jetzt, wo ich das hier so schreibe, fällt mir auf, dass dieses Bild des Kreisens gar nicht so schlecht ist. Langsam, langsam, kommen sich die Lana und Mira immer näher und merken es teilweise gar nicht. Sie umkreisen einander.

Ihr Umfeld scheint viel schneller zu begreifen, was zwischen den Beiden abgeht. Aber das soll es ja tatsächlich geben, dass es die Beiden, die es betrifft, am wenigsten mitbekommen, dass sie sich langsam ineinander verlieben.

Alles in allem ist Herzkasper ein schöner Schmöker, der ein wenig mehr Tiefgang und etwas weniger Ufff hätte vertragen können.
Aber durchaus lesenswert, auch für Lesben, die schon etwas über das junge Erwachsenenalter hinaus sind.

Herzkasper
Julia Dankers
Herzkasper
Ulrike Helmer Verlag