Emsland-Ostfriesland September 2017 – Tag 1

Ja, ja, Schatzi und ich sind mal wieder unterwegs. Diesmal geht es in den Nordwesten Deutschlands. Die Nordseeküste steht auf dem Programm.
Heute morgen sind wir mit dem IC nach Münster gefahren und dann mit dem CarSharing-Auto nach Bad Bentheim.
Wir hatten ja ein ziemlich aufregendes Wochenende hinter uns. Wie Ihr vielleicht mitbekommen habt, wurde letzte Woche in Frankfurt ein ziemlicher Oschi von Weltkriegsbombe gefunden: 1,8 Tonnen schwer! Und da gab es eine Evakuierung in einem Umkreis von 1,5 Kilometern um die Bombe herum. Und? Wer wohnte genau am Rande dieser 1,5 Kilometer? Genauer gesagt: 1,49 Kilometer entfernt? Genau, Schatzi und ich.
Das hieß also: Sonntag morgen um 8 Uhr müssen wir aus dem Sperrgebiet raus sein und können wahrscheinlich erst abends um 20 Uhr wieder zurück in die Wohnung. Ah, was machen wir nur 12 Stunden lang?
Es ist schon sehr erstaunlich, wie schwierig es ist, sich zu überlegen, wohin zu gehen, fahren etc., wenn lesbe raus muss und nicht jederzeit zurückkehren kann. Das hätten wir nie gedacht. Es kamen Vorschläge von allen Seiten.
„Fahrt doch einen Tag früher in Urlaub.“
Ach ja? Würdet Ihr das auch tun, wenn die Gefahr besteht, dass in Eurer Wohnung die Fenster rausfliegen?
„Ihr könnt gerne zu uns/zu mir kommen.“ Ja, schon wir sind Eure Freundinnen. Aber wollt Ihr wirklich, dass wir 12 Stunden in Eurer/Deiner Wohnung aufeinander hocken?
„Geht doch ins Museum. Geht doch ins Kino. Macht doch einen Ausflug.“
Irgendwie war das alles nicht das Richtige.
Als wir dann entdeckten, dass einige Hotels Zimmer für Evakuierte zum Sonderpreis anbieten, haben wir uns sofort dafür entschieden. Und so ging es am Samstag abend ins Hotel. Wir mussten am Sonntag nicht früh aufstehen, konnten in aller Ruhe ausschlafen und gemütlich bis 12 Uhr frühstücken und dann bis 16 Uhr weiter im Zimmer die Berichterstattung zur Entschärfung verfolgen. Wir wären doch nicht in der Lage gewesen, uns auf irgendetwas anderes zu konzentrieren. Außerdem hatten wir noch Gesellschaft. Zwei Freundinnen von uns wohnten auch im Sperrgebiet und haben auch im gleichen Hotel übernachtet. So konnten wir wenigstens beim Frühstück über anderes reden, aber eben auch über die Evakuierung und Entschärfung der Bombe.
Als dann ein paar Hirnis meinten, sie müssten sich im Evakuierungsgebiet verstecken, hatten wir schon die Befürchtung, erst um Mitternacht wieder nach Hause zu kommen. Dieser Geltungsdrang (wahrscheinlich wollten die einfach ins Fernsehen oder die sozialen Medien kommen) auf Kosten Zehntausender ist schon ziemlich bescheuert.
Zum Glück mussten wir dann nur noch bis viertel nach sieben ausharren. Dann durften wir endlich wieder zurück.
Selten war ein Heimweg so schön!

Nun aber zurück zur Reise.
Es war schon eine ziemliche Kurverei von Münster nach Bad Bentheim. Wir hatten so schön geplant, ganz gemütlich über die Land- und Bundesstraßen zu fahren. Womit wir aber nicht gerechnet hatten, waren die vielen LKW und PKW, die hier unterwegs sind. Da ist die Nähe zu den Niederlanden doch sehr zu spüren. Nachdem wir immer wieder hinter LKW hergetuckert waren und ständig vor roten Ampeln standen, sind wir dann doch auf die Autobahn gefahren.
Und dann kommen wir in Bad Bentheim an und der Weg zum Hotel Bentheimer Hof ist eine Baustelle!!!
Wir mussten einen ziemlichen Umweg fahren, denn zwischen uns und dem Hotel lag auch noch der Bahnhof der Stadt.
Endlich angekommen. Das Hotel sieht ganz hübsch aus und das Zimmer ist auch durchaus ganz nett. Allerdings ist das Personal etwas langsam. Sie wirken alle ein wenig weggetreten. (Zuviel mit dem Schlaufon gespielt??? 🙂 )
Na, es ist ja nur für eine Nacht.
Wir sind dann zu Fuß in die Stadt gelaufen, damit wir nicht wieder den Umweg nehmen mussten.

Hier sind wir entlang gelaufen:

und dann ging es durch den Schlosspark:

Oh, guck mal Schatzi! Bad Bentheim hat sich für unsere Ankunft mit unseren Lieblingsfarben geschmückt! Rot und Gelb!


Nein, war natürlich nicht für uns, denn von Ferne hörten wir Marschmusik. Und dann sahen wir das Schild: 9 Tage Schützenfest! Ah! Und wir etwa mittendrin???!?!
Jau, kaum hatten wir den halben Park durchquert, zog plötzlich ein Umzug mit Kutschen und Musikkapellen an uns vorbei:


Letzeres war übrigens eine Kapelle von der Insel Jersey. Cool!

Wir sind dann weiter an der Burg vorbei in die Fußgängerzone gelaufen und haben da eine Eisdiele mit Bauernhof-Eis aus Holland entdeckt. Lecker war das!
Unterhalb der Burg haben wir zu Abend gegessen. War ganz gut, aber nicht überwältigend.
Auf dem Rückweg zum Hotel haben wir dieses Hinweisschild gesehen:


Und wo bitte geht es nach Mit? 🙂

Und hier noch der Bentheimer Kommentar zur Baustelle:


Hihihihi!

Dann ging es zurück zum Hotel. Dort gab es noch einen Kaffee und einen Cappuccino und morgen geht es dann weiter nach Ditzum mit einem kleinen Abstecher über den weltbekannten Ort Bawinkel. 🙂