Emsland-Ostfriesland September 2017 – Tag 5

Heute morgen ging es nach einem leckeren Frühstück bei strömenden Regen mit dem Auto nach Bensersiel, zum Fähranleger für Langeoog. Bäh, selten so klatschnaß geworden und das auf dem relativ kurzen Stück vom Auto zum Terminal.
Als wir dann aber auf der ziemlich kleinen Fähre sind, hat das Wetter für eine Weile ein Einsehen und es hört auf zu regnen. Die Fahrt rüber nach Langeoog dauert nur knapp 40 Minuten, dann anschließend gibt es noch eine Fahrt mit der Inselbahn zum einzigen Ort der Insel.


Dort angekomen, sind wir ein wenig durch die Straßen geschlendert und haben uns die vielen Bekleidungs- und Souvenirshops angeschaut. Der Ort ist sehr hübsch und hat auch noch viele kleine Häuser aus Backstein und keine Bettenburgen.
Es war schon sehr windig und es hat auch immer wieder geregnet. Aber es gab durchaus auch längere Abschnitte ohne Regen.
Zunächst sind wir immer geradeaus zum Wasserturm gegangen.

Von dort oben gibt es einen wunderbaren Blick auf Strand und Meer. Diese Häuser, die wie englische Strandhäuser aussehen, gibt es auch:

Es scheinen wohl viele Brautpaare zu diesem Turm hoch zu laufen. Wovon diese vielen Schlösser zeugen:

An der Umzäunung einer Aussichtsplattform. Die Leute sind schon ein wenig bekl…. seltsam.

Kommen wir nun zur berühmtesten Einwohnerin Langeoogs:


Na, erkannt? Nein? Das ist ein Denkmal zu Ehren Lale Andersens, die von 1943 bis kurz vor ihrem Tod auf Langeoog lebte und dort beigesetzt wurde. Die Statue erinnert mit der Laterne natürlich auch an ihr berühmtestes Lied Lili Marleen.
Nun wollte ich doch noch ihr Grab auf dem Dünenfriedhof besichtigen.
Aber so ein langer Marsch ist nix für mein Schatzi und ihr Knie. Deswegen habe ich sie mit den Ostfriesischen Nachrichten in einem Eiscafé, also davor, geparkt, wo sie sich dann von Spatzen belästigen lassen konnte.
(Ach ja, wir waren vorher noch in einer anderen Eisdiele und haben dort ein Eis probiert. Aber trotz des Namens Eis Boutique war das nicht so lecker.)

Ich habe mich dann auf den Weg gemacht. Jau, war schon ordentlich was zu laufen. (Für die Wandertanten unter Euch ist das natürlich ein Klacks: 20 Minuten pro Weg.)
Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte, ist, dass Lale Andersens Wohnhaus das zweitletzte Haus vor dem Dünenfriedhof ist:

Schick was? Dort in der Straße stehen übrigens nur zwei Häuser mit Reetdach. Das letzte Haus vorm Friedhof ist auch reetgedeckt.
Das Lale-Andersen-Haus ist auch als Ferienhaus zu mieten. Üppiger Preis für üppige Ausstattung.
Und dann war ich endlich auf dem Friedhof. Wunderschön.

Irgendwie ist die Schönheit dieses Friedhofs auf Bildern gar nicht zu erfassen. Das liegt vielleicht auch daran, dass es dort so still ist. Nur das Rauschen des Windes in den Bäumen und von Ferne das Meer sind zu hören (wenn nicht gerade Bauarbeiter da sind). Und das ist Lale Anderesen Grab:

Sehr schlicht. Find ich gut.
Ich habe mich noch ein wenig umgeschaut. Es gibt dort unter anderem noch eine Gedenkstätte für die sowjetischen Kriegsgefangenen, die auf Langeoog einen neuen Luftwaffenstützpunkt bauen mussten und dabei zu Tode kamen und eine Balten-Gedenkstätte für die verstorbenen Bewohner eines Altenheims auf Langeoog.

Zurück bei Schatzi beschlossen wir dann, wieder zum Festland zu fahren, beim Fisch-Albrecht zu essen und dann zum Hotel zurückzukehren.
Gesagt, getan. Das war jetzt auch genug Rumreisen in Ostfriesland.
Morgen geht es zu meiner Familie, deswegen beende ich hiermit die Berichterstattung von unserer Reise.
Bis zum nächsten Mal.