Indian Summer 2010 – Camden, Mount Battie und das Meer

Heute morgen sind wir bei strahlendem Sonnenschein, aber ziemlicher Kälte (es muss so um die 10 Grad gewesen sein) nach Camden gefahren. Dort gibt es den Camden Hills State Park und dadrin den Mount Battie. Dieser Berg ist zwar nicht sehr hoch, aber von dort oben ist es möglich, sowohl die Wälder Maines als auch das Meer zu sehen.

Wir sind mit dem Auto bis oben hin gefahren. Zum Hochwandern hatten wir am frühen Morgen noch keine Lust (ich verrate jetzt nicht, dass wir sowieso keine Wanderlesben sind 😀 ). Von dort oben hatten wir einen wunderbaren Blick. Wirklich einmalig. Allerdings mussten wir zu unserem Bedauern feststellen, dass nur etwa 50 Prozent der Bäume schon bunt waren. Aber ehrlich gesagt, hat uns das jetzt gar nicht weiter gestört. Wir haben auch viel lieber über’s Wasser geschaut:

(Irgendein Hansel springt einer beim Knipsen immer vor die Linse)

Da wir gehört hatten, dass das Licht am späten Nachmittag noch herrlicher sein sollte, beschlossen wir, den gesamten Tag in Camden und Umgebung zu verbringen.

Wir sind dann nach Camden hinein gefahren und haben am Hafen angehalten.
Im Tourist-Infocenter erfuhren wir, dass es möglich ist, eine Rundfahrt von zwei Stunden auf einem Windjammer zu machen. Die nächste Abfahrt wäre um 10.30 Uhr und bis dahin war es nur noch eine halbe Stunde.
Erst war ich ein wenig skeptisch, da ich leicht seekrank werde, aber da ich noch nie auf einem Segelschiff gefahren war, habe ich zugestimmt.

Der Spaß hat 35 Dollar pro Frau gekostet und war jeden Cent wert. Es war einfach fantastisch und mir ist überhaupt nicht schlecht geworden!
Kaum aus dem Hafen raus, wurde der Motor abgeschaltet und die Segel hochgezogen (keine Ahnung, wie das in der Fachsprache heißt). So segelten wir ein ganzes Stück bei relativ ruhigem Wasser in die Bucht hinaus.

Es war trotz Sonnenschein ziemlich kalt und doch heftig windig, aber wir hatten ja unsere Jacken dabei. Es waren natürlich ein paar Leute an Bord, die hatten tatsächlich nur Sandalen und keine Socken an. Und auch die beiden Helfer des Captains liefen die ganze Zeit barfuß. Brrr!
Wir sind um den Knoddel-Leuchtturm auf Curtis Island herumgefahren und ab und zu legte sich das Schiff ganz schön tief auf einer Seite. Wir mussten uns ziemlich gut abstützen.
Als wir nach zwei Stunden wieder von Bord gingen, hatten wir doch leichten Muskelkater in den Beinen. Aber das war die Sache wert!

Wir waren jetzt ziemlich hungrig und haben erst mal in einem Deli Sandwiches gesgessen. Dabei konnten wir auf einen kleinen Wasserfall blicken, der mitten in der Stadt lag.
Unter der Straße und den Häusern hindurch floß ein Fluß ins Hafenbecken.
Irre!

Hier der Wasserfall vom Parkplatz aus. Da, wo der rote Schirm steht, haben wir gesessen und zu Mittag gegessen.

Während wir da saßen, kamen leider, leider schon wieder die fürchterlichen, dunklen Wolken angezogen, von denen wir in den letzten Tagen eigentlich schon genug gesehen hatten.
Da wir aber noch ins Farnsworth Art Museum im Nachbarort Rockland gehen wollten, hat uns das erst mal nicht gestört.

Dieses Privatmuseum zeigt hauptsächlich Werke eines Künstlers aus Maine, Andrew Wyeth. Nie gehört. Aber egal. Es gab auch Werke von Frauen: Louise Nevelson und Emily Schiffer. Die Bilder und Kunstwerke der Ersten haben uns beiden nicht so gut gefallen. Die Fotografien von Emily Schiffer hingegen waren schon beeindruckend. Sie hatte mit Kindern von Native Americans (wie die Indianer korrekt bezeichnet werden) ein Fotoprojekt gemacht und die Kinder über einen längeren Zeitraum begleitet, sie selbst fotografieren lassen und die Kinder auch fotografiert. Alle Fotos waren in Schwarz-Weiß und wirklich toll.

Danach sind wir rüber zum Lighthouse Museum gegangen. Allerdings ist das Minileuchtlichtlein von Rockland nicht sehr beeindruckend und als die nette Dame, die für den Verkauf der Souvenirs und der Eintrittskarten verantwortlich ist, uns erzählte, dass im Museum sehr viel Technik zu sehen sei, haben wir uns die Ausstellung gespart und sind nur durch den Souvenirladen geschlendert.
Und das war eine sehr gute Entscheidung. Als wir gestern beim Pemaquid Lighthouse gewesen waren, trug die Dame, die den Eintritt kassierte, eine wunderschöne Fließjacke mit 40 (!) Leuchttümen aus Maine drauf.
Wir fragten sie, wo sie die gekauft hätte und sie sagte, ihr Ehemann hätte sie ihr vor 6 oder 7 Jahren geschenkt. Aber sie wüßten nicht mehr, wo sie gekauft worden war.
Nun, wir wissen es jetzt: Beim Lighthouse Depot, der sämtliche Souvenirläden bei Leuchttürmen mit Waren versorgt!
Denn in diesem Souvenirladen in Rockland hing doch tatsächlich noch ein einziges Exemplar und in genau der richtigen Größe für Schatzi!
Morgen werde ich sie in der Jacke fotografieren, denn morgen werden wir ganz früh aufstehen, um den Sonnenaufgang am Pemaquid Lighthouse anzuschauen. Drückt die Daumen, dass die Wolken sich bis dahin verzogen haben!

Denn als wir aus Rockland wegfuhren, war es immer noch komplett bewölkt. Deshalb sind wir nicht nochmal Mount Battie raufgefahren.
Stattdessen haben wir in Damirscotta Wäsche gewaschen. Ja, schmutzige 🙂
Dann ist es nämlich einfacher, alles in den Koffern unterzubringen.
Während wir auf die Wäsche warteten, haben wir uns schon mal ein paar der mittlerweile bemalten und geschnitzten Kürbisse auf der Main Street angeschaut. Da waren wirklich ein paar Prachtexemplare dabei.

Morgen werde ich ein paar Bilder einstellen. Heute war es schon zu dunkel. Die Digitalkamera konnte leider auch kein gutes Bild von dem extrem lila Himmel machen, der über Damirscotta zu sehen war, als die Sonne hinter den Wolken unterging.
Nach einem leckeren Abendessen im Salt Bay Café, mit einer sehr hübschen Einrichtung und wunderbarer Bedienung sind wir wieder zum Cod Cove Inn gefahren. Dort erwartete uns auch ein Prachtexemplar von Kürbis: eine große schwarze Spinne, der Spinne aus „Herr der Ringe“ – Shelob (in der deutschen Version Kankra) – nachempfunden. Auch hiervon morgen ein Bild. Stattdessen gibt es heute in Vorbereitung auf das Pumpkinfest das hier:

(sitzt am Empfang des Inns und singt und vibriert, wenn er gedrückt wird.)