Indian Summer 2010 – Kennebunkport, Maine

Ah, wir haben wunderbar geschlafen heute nacht.
Ich habe übrigens nochmal in der Kurzdarstellung des Hotels gelesen und dabei erfahren, dass das Colony Hotel seit 1996 zu den sogenannten Green Hotels of America gehört. Das bedeutet, dass sie besonderen Wert auf Umweltschutz legen. Deshalb gibt es auch keine Klimaanlagen. In den Lampen sind Sparbirnen, die Toilette verbraucht viel weniger Wasser als die üblichen amerikanischen WCs und beim Frühstück gibt es kaum abgepackte Sachen, alles befindet sich in großen Behältern. Im Reader findet sich sogar eine Auflistung von Verbesserungsvorschlägen der Mitarbeiter aus allen Abteilungen.
Das Hotel ist zur Zeit übrigens fest in Frauenhand. Es gehört einer Frau und wird von einer Frau geleitet.

Nach dem Frühstück haben wir eine Tour hier durch die Umgebung gemacht.
Zunächst ging es zum Leuchtturm von Cape Porpoise, dem Cape Porpoise Light.
Der steht auf einer vorgelagerten kleinen Insel und ist deshalb nicht direkt zu erreichen.
Danach haben wir das Auto an einem der vielen Sandstrände abgestellt und Muscheln gesucht. Schatzi hat viele wunderschöne blaue Muscheln gefunden.

Bei unserer Reise sind wir übrigens auch diese Straße entlang gefahren:

wie sich das für ordentliche Lesben so gehört!

Unterwegs haben wir dann auch ein Post Office gefunden. Dort haben wir nachgefragt, was denn eine Paketsendung auf dem langsamen Seeweg nach Deutschland so kosten würde. Da erzählt uns der Postmensch, dass es den langsamen Seeweg (genannt Surface-Mail) nicht mehr gibt!
Heutzutage soll alles spätestens nach 6-10 Tagen ankommen und nicht mehr nach 3-4 Wochen, wie früher. Das bedeutet: unser Paket hätte mindestens 100 Dollar gekostet. Das ist fast soviel, wie das, was drin sein würde!

Da mussten wir dann doch erst mal schlucken und in Ruhe nachdenken.
Der Postbedienstete hat uns noch netterweise einen Karton geschenkt, in dem wir die Sachen einpacken konnten.

Also haben wir uns wieder auf den Weg gemacht und sind die Route 9 wieder in Richtung Ogunquit gefahren. Da war ja noch ein Leuchtturm zu suchen.
Unterwegs sind wir an diesem Haus vorbeigekommen:

Das ist ein Haus im Stil einer Hochzeitstorte. Ein Seemann hat dies seiner Braut zum Geschenk gemacht, weil er gleich nach der Hochzeit wieder auf See musste. Deswegen heißt das Haus auch „The Wedding Cake“.

Trotz der ganzen Überlegungen, wie wir unsere Bücher und die gekauften Klamotten nach Deutschland bekommen, habe ich im Buchladen KenneBooks doch noch zwei Bücher gekauft. Die waren auch ganz dünn und leicht, da Taschenbuchformat, ich schwör’s!

Zum Mittagessen waren wir in einem Lokal mit dem Namen The Egg and I (Das Ei und ich). Dort gibt es Frühstück bis 14 Uhr. Schatzi hat Egg Bendedict gegessen und ich eine Waffel mit Apfel-Zimt-Mus. Allerdings war Schatzis Essen nicht so lecker. Auf Egg Benedict gehört normalerweise Sauce Hollandaise, aber die Sauce die da drauf war, schmeckte ziemlich nach Senf und sehr künstlich. Das war schon ärgerlich.
Die Waffel war lecker.

In Ogunquit haben wir uns ein wenig den Ort angeschaut.
In einem Geschenkeladen, an dem dran stand, dass sie gekaufte Artikel auch per Post versenden, hat Schatzi dann der Verkäuferin von unserem Erlebnis mit der Post erzählt. Die Verkäuferin meinte, warum wir denn nicht einfach eine große Tasche bei ihr kaufen, und dann alles mit ins Handgepäck nehmen würden.
Oh, Mensch, das wäre ja noch eine Überlegung! Aber die Taschen, die sie da zum Verkauf hatte, waren uns zu teuer und überhaupt nicht unser Stil.

Wir haben dann ein lecker Eis gegessen (ein Scoop Eis entspricht in etwa 3 Kugeln Eis in Deutschland)und sind in einen Laden für T-Shirts, Sweatshirts und Jacken gegangen.
Dort fand ich ein Schlafshirt in wunderbarem Rot! Super!
Ich hatte nämlich mein Schlafshirt bereits in Washington im Hotel liegen gelassen und musste seitdem im Unterhemd schlafen. Das war in den letzten 2-3 Tagen dann doch ein bißchen frisch.

Schatzi hat eine günstige Regenjacke gefunden, die bei diesem wechselhaften, windigen Wetter natürlich optimal ist.
Sie ist dann die Treppe im Laden nach oben gegangen und ruft mich plötzlich. In der Hand hält sie einen kleinen Reisekoffer, in den locker die gekauften Sachen gehen würden und der trotzdem klein genug wäre, um als Handgepäck durchzugehen. Hurra!
Okay, nicht ganz: der Koffer stellte sich als Businesskoffer heraus, der mehrere Trennwände innen hatte. Dafür hat uns der Verkäufer aber einen Rucksack, der auch zum Ziehen ist, herausgesucht. Der kostete genauso viel.
Wir haben dann im Auto gleich alles da rein gepackt und das, was nicht passte, haben wir noch in unsere Koffer stopfen können.
Und wieder 100 Dollar gespart! :-))

Weiter ging es zu dem Leuchtturm, den wir gestern schon besuchen wollten, aber nicht gefunden hatten. Jetzt waren wir im Besitz von örtlichen Karten, die die Damen an der Rezeption hier im Hotel netterweise für uns herausgesucht und den Leuchtturm eingezeichnet hatten.

Und das ist Nubble Light:

Näher ran ging leider nicht. Der Zoom der Kamera reicht nicht so weit, der Leuchtturm steht ebenfalls auf einer vorgelagerten Insel und er ist auch verhältnismäßig klein für einen Leuchtturm.
„Nubble“ heißt ja auch „Knubbel“ auf Deutsch, und mehr ist das wirklich nicht. Aber schee is er.

Zurück in Kennebunk haben wir wieder im Provisions gegessen, noch einen Kaffee getrunken und sind jetzt wieder im Hotel.
Schatzi hat sich wohl eine Erkältung eingefangen und deshalb brauchen wir jetzt ein wenig Ruhe.
Drückt mal die Daumen, dass es ihr morgen wieder besser geht!