Indian Summer 2010 – Kennebunkport – Edgecomb

Heute sind wir zu unserem eigentlichen Zielort der gesamten Reise gefahren. Nach Edgecomb, das noch etwas weiter nördlich liegt.

(Ich werde übrigens nach unserer Reise mal einen Extra-Eintrag mit vielen Links zu den Orten, an denen wir waren, schreiben. Da kann lesbe sich dann einen guten Überblick über alles verschaffen und muß nicht ständig bei den einzelnen Einträgen hin und her klicken.)

Es regnet heute mal wieder Hunde und Katzen, aber das ist ja leider nichts Neues auf unserer Reise. Wir machen halt einfach das Beste draus und freuen uns über unseren riesigen Regenschirm.

Nach dem Frühstück sind wir über die Interstates 95 und 295 weiter in Richtung Norden gefahren. Kurz nach dem Wechsel auf die 295 kam ein Hinweisschild zu einem Touristeninformationscenter, wie wir es schon einige Male auf unserer Reise gesehen hatten. Jedesmal kurz hinter der Grenze eines Bundesstaates tauchte dieses Hinweisschild auf. Bisher haben wir es nie beachtet, aber heute beschlossen wir, da mal anzuhalten.

Die hatten dort Unmengen von Prospekten und sogar eine kleine Broschüre mit dem Titel „Gay Maine“! Toll! Darin aufgelistet sind viele Bed & Breakfasts, Inns oder Hotels und Restaurants, die als „gay-friendly“ gelten, die also Lesben und Schwule willkommen heißen. Ich bin mir sicher, das gibt es für viele Staaten der USA.

Der Weg nach Edgecomb führte uns durch das kleine Städtchen Bath. Dort hielten wir an und sind trotz strömenden Regens ein wenig herum gelaufen und haben noch einen Kaffee getrunken. In Bath befindet sich ein Laden, in dem es alles gibt, was ein Mensch so braucht, der beschlossen hat, für den Rest des Jahres – oder auch des ganzen Lebens – in den Wald zu ziehen und Elche zu jagen oder Bäume zu fällen. Maine ist nämlich nicht nur Hummer- sondern auch Elchland. Im Renys – A Maine Adventure gibt es von Lebensmitteln über Haushaltswaren und Elektrosachen bis hin zu Bekleidung einfach alles. Unglaublich dieser Laden. Und sie hatten wunderschöne Hosen:

von denen ich dann doch keine gekauft habe. Und sie hatten Handschuhe, Mützen, Westen und Jacken in signal-orange:

Die Farben waren in Wirklichkeit viel krasser. Leider kommt das hier auf den Bildern nicht ganz so gut raus.
Es gab natürlich auch Arbeitshosen und -hemden, Arbeitshandschuhe und vieles andere mehr.

Wir haben dann doch nichts gekauft und sind lieber noch mal in einen Buchladen gegangen. Die Verkäuferin da war sehr nett und hat uns erzählt, dass wir unbedingt auf den Mount Battie in den Camden Nationalpark fahren sollten, wenn das Wetter besser wird. Von dort hätten wir einen grandiosen Blick über die Wälder und das Meer. Das haben wir dann auch von anderen Leuten immer wieder gehört. Na, dann werden wir das wohl tun!

Weiter ging es nach Edgecomb zum Cod Cove Inn, einem relativ neuen motelähnlichem Inn an der Weggabelung der Route 1 und der Route 27. Auf einer kleinen Anhöhe gelegen, können wir von dort sogar ein Stück Wasser sehen und das ist unser Zimmer:

Ui, da können wir jede Nach das Bett wechseln! Die sind nämlich beide groß genug, dass Schatzi und ich in einem Bett schlafen können.

Der Besitzer hat uns dann nach dem Einchecken erst mal ausführlich mit Informationen versorgt, wo wir überall hin sollten. Restaurantempfehlungen hat er uns auch gegeben.

Anschließend sind wir dann nach Boothbay Harbor gefahren. Aber da war wirklich nicht viel los, nur ein schicker Buchladen, in dem wir ein Buch über die erste Taxifahrerin der Gegend gekauft haben und ein paar kleine Mitbringsel. Deshalb beschlossen wir, nach Damariscotta zu fahren und dort uns mal umzuschauen.

Wir entdeckten unter anderem einen Laden mit Damenbekleidung aus zweiter Hand, aber der gehobenen Klasse. Der Stil könnte als grün, politisch links orientiert bezeichnet werden. Sie sahen also eher „unamerikanisch“ aus.
Die Klamotten werden da auf Kommissionsbasis verkauft und es waren schon ein paar sehr schicke Stücke dabei, die Schatzi auch gefallen hätten. Aber da war ja wieder das Platzproblem in den Koffern und die hohen Kosten für das Verschicken mit der Post! Also hat Schatzi nichts gekauft.
Anschließend waren wir noch in einem Buchladen. Dort haben wir dann doch noch 2 Bücher gekauft. Aber wirklich nur Dünne! (Eine sehr interessant klingende Graphic Novel mit dem Titel „The Night Bookmobile“ von Audrey Niffenegger. Da bin ich schon ganz gespannt drauf! Und Schatzi hat ein Buch über ihre heißgeliebten Leuchttürme gefunden, von denen es hier in Maine übrigens mehr als 70 gibt. Ich hoffe, die muss ich nicht alle besuchen!)

Der Besitzer des Cod Cove Inn hatte uns empfohlen, im King Eider’s Pub zu essen, da würden wir 10 Prozent Rabatt bekommen, wenn wir sagen würden, dass er uns geschickt hat.
Und ich muss sagen, das hat sich wirklich gelohnt. Das Essen war hervorragend. Selbst die Salsa zu den Nachos, die wir als Vorspeise gegessen haben, war spitzenmäßig. Von der Barbecue-Sauce zu meinen Ribs und dem Dressing an Schatzis Salat, den sie zum gegrillten Lachs hatte, und den lecker Kuchen zum Nachtisch fang ich mal gar nicht erst an.

An der Decke des Pubs hingen übrigens über 500 Bierhumpen, die numeriert waren. Es gibt einen Klub der Humpenbesitzer, die sich regelmäßig treffen und dann alle möglichen Veranstaltungen machen. Witzig.
So ungefähr sieht das aus:

Jetzt sind wir wieder im Cod Cove Inn und scchauen mal im Foliage-Report der Staates Maine nach, wie weit denn so das Laub hier ist.
Der Ausdruck Indian Summer ist hier übrigens unbekannt. Die Leute sprechen von Foliage, was auf Deutsch einfach Laub heißt.
Mit unserem Reden vom Indian Summer hatten wir durchaus einige Menschen irritiert.
Ich schreibe aber trotzdem weiter unter Indian Summer, ich will Euch nicht auch noch irritieren!