Indian Summer 2010 – Marblehead – Kennebunkport

Heute ging es weiter Richtung Norden.
Nach dem Frühstück und noch einem hübsch herbstlich dekorierten Cappuccino und Kaffee im The Atomic Café

ging es weiter immer die Interstate 95 entlang, damit wir uns ja nicht wieder verfahren.

Der Nachbarort von Marblehead ist übrigens Salem. Einen Ort, den vielleicht einige von Euch kennen. Dort wurden 1692 in Hexenprozessen 26 Menschen zum Tode verurteilt, weil sie fälschlicherweise als Hexen bezeichnet wurden. 19 davon wurden auch tatsächlich hingerichtet.
Nachdem wir aber im Inn einige Prospekte von Salem gesehen hatten, beschlossen wir, uns das zu ersparen. Dieses fürchterliche Ereignis wird nämlich touristisch gnadenlos ausgeschlachtet und das wollten wir nicht auch noch unterstützen.
Wir fuhren deshalb über Glouchester nach Rockport und haben uns dort noch ein wenig die riesigen Brandungen des Ozeans angeschaut.

Im letzten Ort vor der Grenze zu New Hampshire haben wir noch einen kleinen Abstecher nach Salisbury Beach gemacht, um noch mal an einen richtigen Sandstrand zu kommen.
Das hätten wir uns allerdings sparen können: Salisbury Beach ist ein typischer amerikanischer Touristenstrandort, der nach Labor Day (erster Montag im September) total tote Hose ist und bei dem bewölkten regnerischen Wetter, das wir heute wieder haben, richtig verwahrlost und deprimierend aussieht. Ich habe davon kein Foto gemacht, um Euch den Anblick zu ersparen.

Nach einigen Meilen durch New Hampshire waren wir dann auch schon in Maine angelangt, dem nächsten Bundesstaat auf unserer Reise.
Wir sind von der Interstate abgefahren und haben die Küstenstraße nach York genommen. Einem Ort, in dem es eigentlich auch einen Leuchtturm geben soll, den wir aber nicht gefunden haben. Also nur eine kleine Nachbildung davon auf dem Parkplatz am Ozean.
Aber es gibt noch viele Leuchttürme hier oben. Da werden wir doch wohl noch ein paar zu sehen bekommen.

Weiter ging es dann nach Ogunquit, einem kleinen Strandort, von dem es heißt, dass dort ebenfalls viele Lesben wohnen.
Da es Mittagszeit war, beschlossen wir, in das Restaurant Jackie’s Too zu gehen, da es direkt am Wasser liegt. Hier der Beweis:

Und ich bin felsenfest überzeugt, dass unsere Bedienung eine Lesbe war!
So, wie die sich bewegt hat und mit uns geredet hat, muss das einfach eine Schwester gewesen sein.

Wir haben Sandwiches gegesssen und sind dann anschließend noch ein kleines Stück den sogenannten Marginal Way direkt entlang der Steilküste gelaufen. Ein wunderschöner Weg, dessen Erhalt ich durch den Kauf eines T-Shirts unterstützt habe. (Manchmal ist meine T-Shirt-Sammlung halt doch noch für was nützlich :-))

Dann ging es weiter immer auf der Küstenstraße entlang am stürmischen Atlantischen Ozean nach Kennebunkport.
Heute haben wir das Hotel auf Anhieb gefunden. Aber ehrlich gesagt, das zu verfehlen, wäre auch eine Kunst gewesen. Hier die Rückansicht:

Unser Zimmer ist übrigens da rechts, bei dem Balkon mit den drei Säulen.
Wir haben nämlich ein Upgrade bekommen, also ein größeres Zimmer als das, wofür wir bezahlt hatten. Das lag bestimmt daran, dass die Managerin des Hotels wohl auch eine Lesbe ist!! :-))
Überhaupt sind die Angestellten hier alle sehr nett, sehr hilfsbereit und, was ungewöhnlich ist, überwiegend mindestens über 60 Jahre.
Sehr angenehm.
Unser Zimmer, das so aussieht:

hat übrigens keinen Fernseher und auch keine Klimaanlage, wie sonst überall in den Hotels. Hier gibt es im ganzen Haus keinen Fernseher, dafür aber kostenlosen Internetzugang auf allen Zimmern.
Und das ist der Blick von unserem Balkon:

Ist das nicht toll? Wir können direkt auf den Ozean schauen!
Okay, das Zimmer ist ein bißchen rosalastig und auch blumig von den Tapeten her, aber das macht nichts.

Anschließend haben wir uns noch ein wenig den Ort Kennebunkport angeschaut. Es gibt dort ziemlich viele Geschäfte mit Klamotten, Andenken, Schmuck und Dekogegenständen der gehobenen Kategorie. Und einige Busse spuckten immer wieder Touristen aus, die sich dann sowas hier anguckten

und dann aber auch realtiv schnell wieder verschwanden.

Auf der Suche nach einer Möglichkeit zum Abendessen haben wir die Brücke zwischen Kennebunkport und Kennebunk Village noch einmal wieder überquert und dort einen Laden namens H.B. Provisions entdeckt. Dort stand dran, dass es Sandwiches gibt.
Wir also hinein. Wow, was für ein Laden! Ein kleiner Supermarkt,

in dem es auch was zu Essen gibt! Frühstück den ganzen Tag, Sandwiches, Panini, Pizzas, Salate und Wraps. Uiuiuiuiui, jetzt auch noch entscheiden!
Wir haben dann doch was Leckeres gefunden und das zu bezahlbaren Preisen, anders als in den eher teuren Restaurants hier. Aber ich schreibe dieses Mal nicht, was es war, sonst kriegt Ihr wieder alle Hunger.
Zwischendurch kam übrigens die Besitzerin des Laden herein und wieder gingen alle Lesben-Alarmglocken an. Wenn eine Frau so butch aussieht, anfängt, Lautsprecherkabel durch ihr Geschäft zu verlegen, ihren großen Werkzeugkoffer auszupacken und auf die Leiter steigt, um die Boxen zu verkabeln, obwohl ein Mann im Raum anwesend ist, kann es doch nur eine Lesbe sein, oder????

Es ist jetzt 21.45 Uhr und wir gehen noch einmal hinunter zum Strand direkt hinter dem Gartentor.

Morgen werden wir uns hier alles noch ein wenig genauer anschauen, bevor es übermorgen zum nördlichsten Ziel nach Edgecomb geht, wo dann auch hoffentlich endlich jede Menge bunte Blätter und Wälder zu sehen sind.