Indian Summer 2010 – Sonnenaufgang und Pumpkinfest langer Bericht

Nachdem ich mich heute mit Erkältungsdrogen „vollgepumpt“ habe, geht es jetzt mit dem Schreiben.
Also, wegen gestern:

Wir sind gegen halb sechs aufgestanden und haben uns auf den Weg zum Pemaquid Lighthouse gemacht, um dort um viertel vor sieben den Sonnenaufgang anzuschauen. Frühstück gab es so früh natürlich noch nicht, deswegen haben wir uns je ein Stück ziemlich trockenen Müsliriegel zwischen die Kiefer geschoben und sind losgefahren.
Die Ersten waren wir allerdings nicht. Es saßen bereits zwei Pärchen am Ufer und starrten in die Richtung, wo die Sonne aufgehen sollte.
Es war ziemlich kalt und ein paar Wolken standen am Himmel, aber wir hatten Glück: die Sonne ging genau daneben auf.

Schon toll, nicht wahr? (ja, ja ich weiß, sieht genau wie ein Sonnenuntergang aus. Aber ich versichere Euch, das war frühmorgens.
Hier geht die Sonne nämlich auch im Westen unter, und da wir ja an der OST-Küste sind, wäre das über Land. Und die Bilder vom Sonnenuntergang über dem Meer an der Westküste der USA, wo wir vor 14 Jahren waren, habe ich nicht als Digitalbilder.)

Als die Sonne dann ganz aufgegangen war, wollten wir versuchen, in einem Hotel in der Nähe des Leuchtturms zu frühstücken. Aber es stellte sich heraus, dass die überhaupt kein Frühstück anbieten, nur Kaffee, selbst für Hotelgäste. Einer der Gäste hat uns dann empfohlen, zum Cupboard Café ein paar Straßen weiter zu fahren. Die würden zwar erst um 8 Uhr aufmachen, aber das Frühstück wäre sehr gut.
Na gut, dann halt noch eine dreiviertel Stunde hungern. Wir sind noch ein wenig durch die Gegend gegurkt und waren dann gegen zehn vor acht beim Cupboard Café.
Auch hier waren wir nicht die Ersten. Es standen schon einige Leute davor, die sehnsüchtig darauf warteten, dass der Laden aufmacht.
Ich habe derweil mal schnell ein Foto von Schatzi in ihrer Leuchtturm-Jacke gemacht:

Schick, gell?

Endlich wurde die Tür geöffnet und wir konnten hinein.
Schnell bildete sich eine lange Schlange an der Kasse, um die Bestellung aufzugeben. Es gab klassisches amerikanisches Frühstück, individuell zusammenstellbar: Pancakes, French Toast, Rühr- oder Spiegeleier, Bacon, Sausage oder auch Süßes.
Ich glaube, die Frau hinter der Theke hat innerhalb von einer halben Stunde bestimmt 200 Dollar eingenommen. Besonders verrückt waren die Leute nach den sogenannten „Sticky Buns“ – das sind so eine Art dicke Schnecken mit Zimt und Ahornsirup und manchmal mit Pecannüssen gefüllt. Die werden dann in einer Backpfanne zusammen gesetzt, gebacken und hinterher noch mit Zuckerguß überzogen. Deswegen sticky – sie kleben wie blöd.
Wir haben aber „normal“ gefrühstückt und ich muss sagen, es war mal wieder sehr lecker.

Nach einem kleinen Zwischenstopp im Inn ging es dann gegen Mittag zum Kürbisfest nach Damariscotta.

Da war schon heftig was los. Wir hatten Glück und bekamen am Hafen noch einen Parkplatz. Schatzi und ich sind dann die Hauptstraße hoch und runter gelaufen, um uns die mittlerweile angemalten, geschnitzten und verzierten Pumpkins anzuschauen. Hier eine kleine Auswahl:

(leuchtet im Dunkeln)

vor der Bücherei

vorm King Eider’s Pub

Ist dieser Honig suchende Bär nicht süß?

Da es noch ein wenig Zeit bis zur Parade war, haben wir in einer alteingessenen Drogerie noch eine besondere amerikanische Spezialität probiert. Wenn Ihr mal alte amerikanische Filme gesehen habt, wie zum Beispiel „Ist das Leben nicht schön?“ oder andere, ist Euch das hier bestimmt schon mal aufgefallen:
Ice Cream Soda

Das ist Limonade (Soda), ein Sirup der Geschmack gibt, flüssige Sahne und eine Kugel Eis. Schmeckt ganz okay, brauchen wir aber nicht immer.

Auf einem Parkplatz hatten einige Vereine ihre Stände aufgebaut. Unter anderem die Freunde des Kolonialen Pemaquid. Dort war eine ältere Dame am Stand und mit der kamen wir ins Gespräch. Es stellte sich heraus, dass sie Lehrerin gewesen war und sie konnte uns einiges über die Region erzählen. Wir hatten uns ja schon gewundert, dass es keine Brücken zwischen den Halbinseln gab. Sie erklärte uns, dass früher die Leute mit Booten zwischen den Halbinseln hin und her gefahren seien. So sei auch ihr Vater sommers wie winters zur Arbeit gekommen. Auf den Halbinseln wurden verschiedene Dialekte gesprochen. Ähnlich wie bei uns konnten die Leute einander nur sehr schwer verstehen.
Es gibt dort oben auch einen Ort, an dem viele Deutsche lebten, bzw. noch Deutschstämmige sind: Waldoboro. Da sind wir aber nicht mehr hingefahren.

Nun aber endlich zur Parade.
Vielleicht sollte den Einwohnern von Damariscotta mal jemand erzählen, dass bei einer Kürbisparade doch hauptsächlich Kübisse zu sehen sein sollten. Stattdessen fuhren bestimmt 3.586.439 von denen hier vorbei:

Feuerwehrautos??? Bei einer Kürbisparade??? Die spinnen, die Amis.
Okay, okay, ein paar Kürbisse kriegten wir dann doch noch zu sehen:

und das hier zuckelte ebenfalls vorbei:

Ein deutscher Polizeikäfer! Wie lustig!

Ein Kürbisauto! Süß!

Ich habe noch viel mehr Bilder gemacht. Mal gucken, wahrscheinlich werde ich nach dem Urlaub noch mal ein Album mit den ganzen Bildern anlegen und hier einstellen. Da muss mir dann aber irgendeine Userin bei behilflich sein. Außerdem dauert das jetzt zu lange.
Alles in allem war die Parade ganz nett. Wenn auch extrem feuerwehrautolastig. Soviele Abgase haben wir noch nie bei einer Parade eingeatmet und taub waren wir von den Martinshörner auch.

Mittlerweile waren wir ziemlich durchgefroren, denn es waren nur 11 Grad in Damariscotta.
Wir wollten dann noch mal rüber nach Boothbay Harbor fahren, da wir die Stadt ja bisher nur im Regen gesehen hatten. Allerdings fanden wir dort nur einen Parkplatz, der 10 Dollar kosten sollte. Das war uns dann doch zu teuer.

Stattdessen sind wir nach Wiscasset gefahren. Das liegt unserem Inn auf der anderen Seite des Flusses Sheepscot River gegenüber.
Am Ufer des Flusses steht übrigens eine kleine Imbissbude, vor der jedes Mal eine elendig lange Schlange von Menschen stand, wenn wir dort vorbeifuhren.
Wir haben dann mal gefragt, was es denn da so besonderes gäbe. Stellt sich heraus, dass die wohl die besten Hummer-Brötchen haben sollen. Wir haben aber in Sarah’s Café & Twin Schooner Pub gut zu Abend gegessen, da mussten wir auch nicht draußen stehen, so wie bei der Bude.

Danach sind wir zurück zum Inn. Heute morgen ging es ja auch wieder relativ früh los.