Irland-Schottland Frühjahr 2017 – Tag 3

Heute morgen haben wir Dublin verlassen und uns auf den Weg an die Atlantikküste von Irland gemacht.
Zuerst ging es ein Stück über einen Motorway, also eine der Autobahnen Irlands. Die gibt es übrigens noch nicht sehr lange. Erst in den 1990ern wurden diese gebaut.
Wie es davor gewesen sein muss, haben wir dann aber auch recht bald gelernt. Unsere Zwischenstation lag nämlich ein wenig abseits und wir sind dann über eine der alten Nationalstraßen gefahren. Da ging es dann schon ziemlich viel rauf und runter. Zum Glück saßen wir ganz vorne im Bus. Da wurde mir nicht ganz so übel. 🙂

Wir haben die Kirchenruine Clonmacnoise besucht, die direkt am längsten Fluß Irlands, dem Shannon, und mitten in Irland liegt. Dort stand eine der ersten christlichen Kirchen des Landes.

Irland ist ja im Vergleich zu Deutschland um einiges früher christianisiert worden. So gab es dort viele sogenannte Hochkreuze, die Überreste mehrerer früher Kirchen und ein, ein wenig abseits gelegenes, Nonnenkloster.
Unsere Freundin, die Tänzerin, hatte uns vor unserer Abreise erzählt, dass es an irischen Kirchen häufig eine Frauenfigur zu sehen gibt, die sogenannte Sheela na Ghee. Es gibt viele unterschiedliche, teils wilde Spekulationen darüber, was diese Figuren bedeuten. Die einen sagen, es sei ein Überbleibsel aus keltischer Zeit und eine Göttin der Fruchtbarkeit. Aber was macht diese Figur dann an einer christlichen Kirche? Andere wiederum meinen, dass diese Figur eine dieser typischen Abschreckungsfiguren sei. So wie diese gruseligen Gargoyles, die es ja zum Beispiel am Kölner Dom gibt. Gegen die Promiskuität, oder so. Wie auch immer.

Da haben wir doch gleich mal den jungen Mann an der Information gefragt, ob es denn an der Kirchenruine auch eine Sheela gäbe. Er meinte nur: „Psst, nicht so laut. Hier nicht, aber unten am Nonnenkloster, 500 Meter weiter, ist eine im Eingangsbereich zu finden.“
Wir haben das jetzt aber nicht nachgeprüft. Wir wollten auch eher wissen, wie er auf die Frage reagiert. Es hieß nämlich, dass die Iren darüber nicht so gerne sprechen. Viele von ihnen kennen Sheela zwar, aber von ihnen zu berichten, ist in dem (noch) stark katholisch geprägten Land nicht so angesagt. Da waren wir doch überrascht, dass der Mann uns von der Figur berichtete.

Im Café des Infocenters haben wir noch einen Kaffee und einen Cappuccino getrunken und ein Stück Tea Brak, eine Art Gewürzkuchen mit vielen Rosinen, gegessen. Sehr lecker.

Im Shop haben wir dann noch ein T-Shirt und einen schicken Schal plus Schnalle mit gälischem Symbol (letzteres für Schatzi) gekauft:

Schick, gell?
Die Hände stehen für Freundschaft, die Krone für Loyalität und das Herz für die Liebe.

Weiter ging es dann über Stock und Stein, enge Straßen und viel Stop and Go (weil wir ständig halten mussten, um entgegenkommende Busse vorbeizulassen) zu den Cliffs of Moher.

Unterwegs haben wir noch einen kleinen Fotostopp eingelegt, um diese Fotos zu machen:

Wir befinden uns jetzt auf dem Wild Atlantic Way, im Gebiet The Burren. Der Stopp heißt Murrooghtoohy. Das interessiert jetzt wohl keinen, aber ich wollte mal den Namen schreiben. 🙂

An den Cliffs angekommen, brauchte ich erst mal was zu essen. Sonst schaffe ich den Aufstieg hinauf zu den Aussichtsstellen nicht. Also haben wir schnell eine Kleinigkeit im Café des Infocenters gegessen. Es gab Lasagne und Muffins. War jetzt nicht so dolle, hat aber satt gemacht.

Dann ging es bei strahlendem Sonnenschein und Wind an den Anstieg. Diese Cliffs sind schon sehr beeindruckend und der Blick von da oben über den Atlantik ist ebenfalls ziemlich spektakulär. Es ist also wirklich kein Wunder, warum (fast) alle, die Irland besuchen, unbedingt zu den Cliffs of Moher wollen.


Das preisgekrönte Infocenter bei den Cliffs of Moher, das in einen Felsen gebaut wurde.

Insgesamt sind wir zwei Stunden dort gewesen, haben noch ein paar Souvenirs gekauft (endlich Glocken, yeah!) und dann zu unserem Hotel weitergefahren. Es ist nicht weit weg von den Cliffs, allerdings zu weit, um da noch einmal hinzulaufen.

Unser Hotel, The Burren Castle Hotel, sieht von außen tatsächlich aus wie eine Burg. Fragt mich nicht, warum. Im Prospekt seht nix dazu.

Aber die Zimmer sind ganz nett und der Flur mit den Zimmern ist rot gestrichen. Cool.

Zum Abendessen gab es heute Fischfrikadellen, Salat mit Feta, Fisch, Pasta Arrabiata und Kuchen zum Nachtisch. Hie gibt’s heute keine Bilder. Es stehen schon genügend Bilder hier im Bericht.

Und später gibt es Live-Musik in der Bar. Das werden wir uns wohl noch mal ein wenig antun. Morgen berichte ich dann, ob es gut war.

P.S.: Ich verrate es jetzt schon. Ich fürchte, wir waren einfach nicht betrunken genug, um die Leistung des jungenhaften, trotz vorhandenem Teleprompter, etwas textunsicheren Alleinunterhalters beim Nachsingen der Klassiker der Popgeschichte ausreichend zu würdigen.