Irland-Schottland Frühjahr 2017 – Tag 5

Tschüss, Irland! Wir kommen wieder!!!

Auf geht’s nach Nordirland.
Es regnete leicht, als wir vom Hotel aus losgefahren sind. Es ging ins nächste County, dem County Mayo und dort durch die Stadt Sigo, wo unter anderem der Schriftsteller W.B. Yeats gelebt hat. Der Reiseleiter hat uns auch noch eine CD über die Zeit von Heinrich Böll in Irland vorgespielt, unter anderem Ausschnitte aus dem Irischen Tagebuch, das er in den 50er Jahren während seiner Zeit im County Mayo geschrieben hatte.

In Belcoo haben wir schließlich völlig unspektakulär die Grenze zu Nordirland überquert:


Die Grenze von nordirischer Seite aus.

Dort haben wir auch noch einen kleinen Stopp gemacht, bevor es weiter nach Belfast ging.
Das Wetter war bis dahin bewölkt, leicht regnerisch, aber relativ warm.

Der erste Eindruck, den wir von Belfast erhielten, war ein sehr gespaltener. Wir besuchten nämlich als erstes das Titanic Quarter am Hafen von Belfast. Die Titanic wurde nämlich in Belfast gebaut und einige Geschäftleute hatten nichts Besseres zu tun, als aus der Katastrophe dies Schiffes ein Geschäft zu machen, in dem sie ein riesiges Museum mit einer üppigen Merchandise-Abteilung da hingeknallt haben.

Titanic Fudge

Eine Plastik-Titanic für die Badewanne

Irgendwie kommt frau bei diesem Junk schon die Wut hoch. Zum Glück haben wir die eigentliche Ausstellung nicht besucht und sind dann weiter in die Stadt gefahren. Dort gibt es übrigens am Rathaus, der City Hall, ein angemessenes Memorial für die Verstorbenen des Untergangs:


Ein Mahnmal mit den Namen aller Toten

Mittlerweile hatte es sich eingeregnet. Irgendwie schon angemessen für unseren nächsten Stopp. Wir fuhren in den Westen der Stadt, in dem der Konflikt zwischen irischen Republikanern und den Royalisten auch heute noch ausgetragen wird und Auswirkungen hat.
Eine riesige Mauer trennt den protestantischen vom katholischen Teil des Viertels:


Das hier nennt sich übrigens Peace Wall, zu deutsch: Friedenslinie, und gehört zu einem ganzen System von Mauern und Toren, die auch heute noch die verfeindeten Parteien voneinander trennen. Die Tore zum Beispiel werden jeden Abend um 22 Uhr geschlossen.
Hier noch ein paar Eindrücke, die sich in der Stadt finden:

Zäune um Privathäuser herum

Dieses Bild findet sich übrigens ganz in der Nähe unseres Hotels und zeigt den englischen König, mit dem der ganze Mist begann.

Im Zentrum der Stadt ist von dem Konflikt so nicht viel zu sehen und Belfast bemüht sich sehr, attraktiv für Touristen zu werden. Wenn sie es dann noch lernen würden, den Konflikt, genannt Troubles, angemessen und vollumfänglich zu thematisieren, wäre doch schon einiges erreicht.

Dann ging es zum Hotel, das dieses Mal in der Nähe des Rathauses liegt. So konnte ich noch bei strömenden Regen mit einem billigen, für teuer Geld gekauften, Regenschirm einen Buchladen aufsuchen, um noch ein paar ISBN-Nummern zu notieren. 🙂 Schatzi ist im Hotel geblieben, um ihre Beine für den Rest der Reise zu schonen.
Heute abend gab es kein gemeinsames Abendessen der Gruppe. Wir haben dafür im Hotel-Restaurant das hier gegessen:

Mmh, lecker!

Und es gibt hier im Hotel Holiday Inn City Centre Belfast auch noch einen Verkaufstresen einer großen, international bekannten Kaffeehauskette. Schon nett.

Morgen früh müssen wir um 5 Uhr raus, denn es geht mit der Fähre rüber nach Schottland.
Deswegen gehen wir jetzt schlafen. Nacht auch!