Irland-Schottland Frühjahr 2017 – Tag 6

Nach einem kleinen Frühstück heute morgen um halb sechs ging es zum Hafen von Belfast, um mit der Fähre rüber nach Schottland, genauer gesagt: Cairnryan, zu fahren. Der Bus inklusive Busfahrer ist nicht mit auf die Fähre gekommen. So haben wir unsere Sachen aus dem Bus geholt, mussten aber zum Glück die Koffer nicht selbst mit an Bord schleppen. Sie wurden im Eingangsbereich einfach auf ein Förderband gepackt und fuhren dann allein ins Schiff hinein. Wir dagegen mussten laufen und als wir endlich auf der Fähre angekommen waren, waren wir uns nicht sicher, ob wir nicht schon die halbe Strecke nach Schottland gelaufen waren. Diese Rampe war schon ziemlich lang.
Die Fähre an sich war recht nett. Es gab mehrere Decks, einen Shopping-Bereich und auch Essensmöglichkeiten. Schatzi und ich hatten uns noch schnell im Wartebereich vor dem Zugang zum Schiff Kaffee und Cappucino geholt. Es war ja noch recht früh am Morgen und Kaffee und Tee beim Frühstück hatten definitiv nicht ausgereicht, um wachzuwerden.

Wir haben uns dann einen Platz auf dem obersten der zugänglichen Decks gesucht. Von dort hatte frau eine guten Blick auf die kleiner werdende nordirische Küste und dann später auf die näher kommende schottische Küste.
Zwischendurch haben wir uns auf dem Schiff noch eine Portion American Pancakes mit Ahornsirup und Bacon geteilt. Da konnten wir einfach nicht widerstehen. 🙂

Hier ein paar Bilder von der Fahrt:

Nordirland

Schottland

Wie Ihr seht, hatten wir heute ein Riesenglück mit dem Wetter. Es regnete nicht mehr und die Irische See war ruhig. Hin und wieder kam bei der Fahrt sogar die Sonne raus.
Nach ungefähr zweieinhalb Stunden sind wir in Cairnryan angelandet. Dort erwartete uns der neue Bus und der neue Busfahrer. Unser Gepäck war übrigens schon auf dem Gepäckband angekommen, als auch wir endlich von der Fähre runter waren. Der Weg war mindestens genauso lang, wie bei der Abfahrt.
Vom Fährhafen ging es entlang der schottischen Küste zunächst nach Ayr, von wo aus wir einen Blick auf Ayr Rock hatten, einem Felsen in der irischen See, auf dem niemand wohnt.

Mittlerweile hatten wir endlich strahlenden Sonnenschein und es sollte für den Rest des Tages so bleiben.

In Glasgow ging es zunächst in den alten Teil der Stadt, wo wir einen dreiviertelstündigen Aufenthalt am Museum der Weltreligionen hatten. Dort haben wir uns ein wenig umgesehen und auch eine Kleinigkeit gegessen. Im Garten des Museums stand übrigens ein sogenannter Clooty Tree, ein Bäumchen, an den jede und jeder ein Bändchen anbringen kann. Entweder als Gebet oder Wunsch. Eine alte Tradition, die überall auf der Welt verbreitet ist. Schatzi hat auch ein Bändchen angebracht.

Von dort aus konnten wir auch den berühmten Glasgow Necropolis sehen, den alten, viktorianischen Friedhof. Schon beeindruckend das Teilchen, wie es da so auf dem Hügel liegt.

Weiter ging es auf einer Stadtrundfaht, bei der wir viele Seiten von Glasgow kennengelernt haben. Sowohl die alten Bauten und Viertel als auch die Neubaugebiete. Eine Stadt voller Widersprüche. Als Schatzi und ich später in unserer Zeit zur freien Verfügung ein wenig durch die Innenstadt streiften, entdeckten wir, dass nur zwei Straßen weiter von der noblen Fußgängerzone mit den üblichen Marken, die es überall auf der Welt zu finden gibt, sich eine weitaus ärmlichere und bescheidenere Straße mit vielen Geschäften befindet. Das war schon leicht krass.

Wir waren auch noch in einem Buchladen, der zu einer Buchladenkette gehört, auf der Suche nach Büchern über lokale Frauen aus Glasgow. Aber das war leider nicht so einfach. Ich habe mir ein paar Titel aufgeschrieben. Die muss ich mir dann zuhause noch einmal näher anschauen.
Im Buchladen gab es im ersten Stock ein nettes kleines Café, in dem es fair gehandelten Kaffee und Tee sowie kleine Kuchen und Kekse in Bio und aus der Region gab. Das war ganz hübsch gemacht. Wobei mir die Ausstattung des Buchladens, desssen Filialen wir auch in Dublin und Belfast besucht hatten, mir sowieso ziemlich gut gefällt. Die verwenden dunkle Regale für die Bücher und überall sind kleine Tische mit Sondertiteln ausgestellt. Diese sind dann auch mit kurzen handgeschriebenen Kommentaren am Regal versehen. Ja, ich weiß, dass das eine Marketing-Strategie ist. Aber ich finde, das ist eine gute, die mich sofort anspricht. Der Laden wirkt dadurch persönlicher und erinnert leicht an Bibliotheken und frau wünscht sich, sie hätte auch so eine Bücherei zuhause. Geschickt gemacht, sage ich nur. Es funktioniert.
Hier noch ein paar Bilder aus der Stadt:

Gegen fünf ging es dann weiter nach Greenock zu unserem Hotel. Greenock wird auch als der Hafen von Glasgow bezeichnet, weil dort die Kreuzfahrtschiffe für Glasgow anhalten. Manche Kreuzfahrtgesellschaften behaupten ja, der Ort wäre nur einen Schritt weit von Glasgow entfernt, ich behaupte, 40 km sind ein klein wenig mehr als das.

Über das Abendessen schweige ich mich heute mal aus. Es war leider eine Zumutung, wir mussten auch noch in einem Seminarraum essen und es gab in Laufnähe auch keine andere Möglichkeit, was zum Essen zu finden. Wir hoffen doch sehr, dass sich das nicht auch noch im letzten Hotel unserer Reise so fortsetzt. Aber wir haben schon beschlossen, mit diesem Reiseveranstalter fahren wir nicht mehr fort. Günstige Preise hin oder her, aber Sparen kann auch übertrieben werden.

Morgen geht es nach Loch Lomond und Sterling und eine Destillerie besuchen wir auch noch. Das wird ein längerer Ritt. Deswegen höre ich jetzt auf mit dem Schreiben.