Leipzig, März 2014 – Tag 2

Schatzi 1:
Nach einer ziemlich ruhigen Nacht – trotz Hauptverkehrsstraße – und einem mittelmäßigen Frühstück (beim nächsten Mal lassen wir das Hotelfrühstück weg und holen uns Brötchen und Belag beim Bäcker und dem Lebensmittelladen gegenüber) sind wir bei strahlendem Sonnenschein und keinem einzigen Wölkchen am Himmel gegen halb zehn zur Buchmesse gefahren.

Ich könnte jetzt fast genau das Gleiche schreiben, wie bei unserem Besuch vor zwei Jahren (nachzulesen hier), aber das mache ich natürlich nicht. 🙂

Aber auch dieses Mal sind wir wieder getrennt losgezogen. Die Billard-Ladies in die eine Richtung und Schatzi und ich in die andere. Unter anderem haben wir den Querverlag besucht, bei dem dieses Mal auch die Ladies vom Zaglossus-Verlag zu finden waren, die ich bei der letzten Frankfurter Buchmesse kennengelernt habe.

Es ist schon immer wieder erstaunlich, wie viele Kinder und Jugendliche hier auf der Buchmesse sind. Ich muss natürlich hinzufügen, dass in Leipzig alle Messetage für alle Besucher offen sind. Im Gegensatz zu Frankfurt gibt es hier keine Fachbesuchertage.
Was ein bisschen schade war: wir haben kaum Cosplayer gesehen. Was wahrscheinlich daran lag, dass die Halle 1 jetzt komplett für die parallel laufende Manga-Comic-Convention reserviert ist. Ich vermute mal, dass die alle dort waren (und wir nicht).

Schatzi 2:
Was unterscheidet nun eigentlich die Leipziger von der Frankfurter Buchmesse ?
Nun….einiges.

Es gibt externe Caterer. In Frankfurt wird 99% der Gastronomie von der Messegesellschaft selbst betrieben. Das hat zur Folge, dass frau überall das Gleiche bekommt. In Leipzig gibt es auch externe Caterer, z.B. ein Kaffeehaus aus Berlin, das aus einem witzigen alten Lieferwagen heraus Kaffeespezialitäten verkaufte.

Es gibt interessante mittelbare Literaturangebote. Da waren zwei Schreinerbetriebe, die Lesemöbel (Stühle, Hocker, Sitzbänke, Tische und Regale anboten – sehr originell und bequem, aber leider hochpreisig (Tischlerei Salau).

In einer der Hallen befindet sich eine umfangreiche Buchhandlung in der frau an allen Messetagen kaufen kann. Leider ist die Buchhandlung nach Verlagen sortiert, was es für Nicht-Fachmenschen ein wenig zeitraubend macht, Interessantes zu finden.

Der Messekomplex in Leipzig ist wie eine Wohnung angeordnet: Ein Flur (Glaspavillion) von dem 5 Hallen abgehen – alle leicht zu Fuß zu erreichen. Niemand muss (wie in Frankfurt) Bus fahren, um die Füße zu schonen.

Da die Leipziger Messe auf der grünen Wiese steht, gibt es schöne, grüne Außenanlagen – sowohl vor als auch innerhalb des Messekomplexes.

Einen deutlichen Pluspunkt kriegt Frankfut aber doch: „Unsere“ Buchmesse ist besser beschildert.

Schatzi 1:
Gegen zwei Uhr taten uns ja schon ziemlich die Füsse weh und wir waren ein wenig erschöpft. Ich habe übrigens ein sehr interessantes Buch gekauft: Das Regenbogen-Experiment – Sind Schwule und Lesben die besseren Eltern?
Da bin ich ja mal sehr gespannt drauf.

Nach einem kleinen Ruhe-Stopp im Hotel haben wir uns auf den Weg in die südliche Vorstadt gemacht. Genauer gesagt: in die Karl-Liebknecht-Straße, liebevoll KarLi genannt.
Hier wimmelt es nur so vor alternativen Lokalen und Läden, in denen es Gewöhnliches und Ungewöhnliches zu kaufen, zu sehen, zu essen und zu trinken gibt.

Zu sehen gibt es z.B. das hier:

Bilderwand
Bemaltes Haus

Brillenladen
Eine Maßbrillen-Manufaktur

Freisitz
Hinweis an einer Kneipe

Im La Boum (in dem Schatzi vor zwei Jahren schon mit der Tänzerin Cocktails geschlürft hat) haben wir (alkoholfreie) Cocktails getrunken, ich habe im patiperro ein schickes buntes Hoodie aus Wolle gekauft. Im Mrs. Hippie haben wir leider keine passende Hose für Schatzi gefunden, obwohl sie so entzückt von dem Laden war. Wir haben im Karli 68 Schnitzel und Spare-ribs genossen (vorsicht bei der Bestellung von Jägerschnitzel mit Nudeln in Leipzig! Es ist nicht immer drin, was aussen drauf steht!) und dann in der Eisdiele LaStrada Spaghetti-Eis Italia (mit Erdbeer- und Kiwi-Soße), Marula-, Feigen- und Schokoladeneis geschleckt und uns dann satt und müde auf den Weg zurück ins Hotel gemacht.

Morgen wollen wir uns dann mal ein wenig durch die Gegend kutschieren lassen und machen eine Stadtrundfahrt.