Lesléa Newman – The Reluctant Daughter

Übersetzung des Klappentextes (von mir):
„Eine Geschichte, in der sich jede Tochter wiederfinden wird. The Reluctant Daughter beschreibt, wie Lydia Pinkowitz darum ringt, die Realtitäten ihres Lebens als Lesbe, feministische Gelehrte und als Frau, die sie geworden ist, ihrer Mutter Doris zu vermitteln. Nachdem sie jahrelang gehofft hatte, die Liebe und Anerkennung ihrer Mutter zu erhalten, während sie darum kämpft ein wahrhaftiges und ehrliches Leben zu leben, muss Lydia jetzt anerkennen, dass ihre Mutter sie niemals wirklich verstehen wird. Als Doris lebensbedrohlich erkrankt, ist Lydia gezwungen, für siche eine Entscheidung über Leben und Tod treffen: sollte sie einen letzten Versuch unternehmen, die Beziehung zu ihrer Mutter zu kitten oder sie einfach gehen lassen?“

Lydia, 49 Jahre, hat ein sehr gespaltenes Verhältnis zu ihrer Mutter, sie nennt sich selbst „The reluctant daughter“, zu Deutsch „die widerwillige oder widerstrebende Tochter“. Daher kommt der Titel des Buches
Ich finde, das ist eine sehr gute Bezeichnung für die Beziehung zwischen Mutter und Tochter. Sie kämpft immer wieder darum, ein „normales“ Verhältnis zu ihrer Mutter zu erreichen. Die scheint ihr nicht zuzuhören, nicht akzeptieren zu wollen, dass ihre Tochter lesbisch lebt, nichts über ihr Leben erfahren zu wollen. Lydia bricht schließlich den Kontakt ab. Bis sie die Nachricht erhält, dass ihre Mutter ins Krankenhaus eingeliefert wurde, und Lydia sich entscheiden muss, hinzufliegen oder nicht.
Der Roman schildert sehr eindrücklich das Ringen der Tochter um die Liebe und Anerkennung der Mutter, die Verzweiflung und Sehnsucht, den Wunsch, ein „normales“ Verhältnis zur Mutter zu haben. Die Schwierigkeiten, die das mit sich bringt, das Nichtansprechen dessen, was belastet und stört.
Ansatzweise finde ich mich durchaus selbst in diesen Erlebnissen wider, auch wenn mein Verhältnis zu meiner Mutter nicht ganz so krass gestört ist. Manchmal hat wohl jede Tochter, die nicht genau so lebt, wie ihre Mutter es gerne hätte, das Gefühl, die Mutter will gar nicht so genau wissen, wie sie lebt, was sie macht. Das trifft wohl nicht nur auf Lesben zu.
Allerdings ist für mich das Ende ein wenig zu happy endig.

Lesléa Newman ist bekannt als Autorin des Kinderbuches „Heather Has Two Mommies“, der Kurzgeschichte „A Letter to Harvey Milk“. Sie schreibt Romane, Kurzgeschichten, Gedichte, Kinderbücher und hat bereits viele Auszeichnungen gewonnen.

Das Buch beim Verlag Bold Strokes Books