LFT 2012 in Nürnberg 25. – 28. Mai, Samstag

Puh! Volles Programm heute!

Nach dem Frühstück ging es endlich zum LFT.
Da ich ja im Augenblick nicht die Schnellste bin, kamen wir gegen viertel nach zehn an. Da hatte das Eröffnungsplenum bereits angefangen.
War jetzt aber nicht so schlimm, denn dort werden in der Regel nur organisatorische Dinge erläutert.

Spannend wurde es dann mittags bei der Podiumsdiskussion zum LFT-Motto „Lesbenrechte sind Menschenrechte sind Lesbenrechte“.
Ein sehr passendes Motto für die Stadt der Menschenrechte Nürnberg.
Auf dem Podium saßen Lesben, die aus ihren jeweiligen Heimat- oder Wahlheimatländern über die Situation der Lesben berichtet haben: Russland, Polen, Ungarn und Kroatien.
Ich will hier jetzt gar nicht so ausführlich drüber schreiben. Das würde diesen Beitrag extrem lang machen. Nur so viel:
die Russin sprach davon, dass sie nach dem Spruch von Gandhi an die Situation herangehen: erst ignorieren sie dich, dann lachen sie dich aus, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Sie seien jetzt in der Phase, dass sie bekämpft werden, da ist dann hoffenlich der Sieg nicht mehr weit.

Auf die Frage, wie wir die Lesben in den jeweiligen Ländern außer durch Unterschriften auf Petitionen unterstützen können, erhielten wir die Antwort: kommt mit den Lesben in den Ländern ins Gespräch, ladet sie nach Deutschland zum LFT, zu CSDs ein, damit sie unsere Kraft tanken können, mischt euch ein, macht Mißstände öffentlich, sorgt für Druck durch PolitikerInnen.

Mal schauen, vielleicht schreibe ich in den nächsten Tagen mal einen ausführlicheren Beitrag.

Schatzi war bei „Der Tod gehört zum Leben – doch wenn er da ist…“, referiert von einer Frau, deren Liebste bei einem Verkehrsunfall starb.
Es waren sehr unterschiedliche Frauen mit sehr unterschiedlichen Einstellungen zum Tod und unterschiedlichen Ansprüchen an den Workshop da.
Drei hatten mehr Angst vor dem Tod weiterer Angehöriger als vor ihrem eigenen. Eine erhoffte sich Hilfe, wie sie Menschen findet, die ihr gut tun.

Danach haben wir erst mal 3 im Weggla gegessen. Das sind 3 Nürnberger Würstchen im Brötchen. Lecker.
Es gab natürlich auch vegetarisch. Aber die Würstchen waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft.

Schatzi ist dann zur Kundgebung an der Straße der Menschenrechte gefahren, während ich mich mit meinem Hinkefuß zu P. an den Stand der Sappho-Stiftung gesetzt habe.
Schatzi erzählte, dass die Kundgebung sehr beeindruckend war. Mit guten Reden und Liedbeiträgen des kroatischen Lesbenchors Lezbor.
Und Luftballons wurden losgeschickt.

Am späten Nachmittag war ich dann in der Veranstaltung „Wann rechnet sich ein LFT?“ veranstaltet von zwei Ex-Orgafrauen aus Rostock (2001 und 2011).
Sie haben ausführlich die Zahlen vom letztjährigen LFT vorgestellt.
Dann haben wir uns darüber unterhalten, wie zukünftige LFTs finanziert werden könnten, wenn z.B. die Fördergelder vom Staat wegfallen, die zurzeit einen großen Anteil an der Finanzierung eines LFTs ausmachen.
Ist es noch in Ordnung, von Orgafrauen zu erwarten, dass sie alles ehrenamtlich stemmen, dass Helferinnen nur mit freiem Eintritt entgolten werden?
Sollten Frauen sich nur noch per Voranmeldung anmelden können, damit mehr Planungssicherheit entsteht, und nicht mehr spontan entscheiden können, ob sie zum LFT kommen?
Waren nicht LFTs immer schon teilnehmerinnenbegrenzt (z.B. bei den Diskos, wenn keine mehr aus Brandschutzgründen in den Saal gelassen werden konnte), nur dass dies nicht im Vorfeld kommuniziert wurde?

Wir haben natürlich nicht die Lösung all dieser Fragen gefunden. Aber wir waren uns einig, dass diese und andere Fragen diskutiert werden sollten.

Leider muss ich für heute Schluß machen. Mein Fuß muckt gerade auf und Schatzi schimpft schon.
Morgen abend schenken wir uns das Abendprogramm. Da schreibe ich dann mehr.