Lübeck in vier Tagen – Tag 1

Schatzi und ich brauchten mal wieder dringendst Urlaub.
Also hat Schatzi sich schlau gemacht und wir haben eine Reise mit dem Zug nach Lübeck ausgesucht.
Da waren wir nämlich noch nicht. Na gut, das stimmt nicht so ganz, ich war mal vor ungefähr 30 Jahren für einen Tag hier. Ein Abstecher während eines Besuchs bei meiner Tante in Hamburg. Aber das ist jetzt nicht das Thema.

Heute morgen ging es mit dem ICE – der war pünktlich!!!! – nach Hamburg und dann mit den Regionalexpress – der war auch pünktlich!!! – nach Lübeck.
Als wir ankamen, regnete es leider Bindfäden. Das war nicht so schön, sollte uns aber natürlich von nix abhalten.
Erst mal haben wir uns so eine Lübeck-Karte für mehrere Tage geholt, mit der wir alle Busse in Lübeck und Travemünde benutzen können. Dann ging es zum Hotel, das etwas entfernt von der Innenstadt liegt.
Von außen sah es nicht ganz so dolle aus, aber innen ist es wohl vor Kurzem renoviert worden. Das Zimmer ist nicht groß, aber ordentlich und sauber.

Zimmer

Wir haben unsere Sachen abgeladen und sind losgezogen.
Unser Hotel liegt übrigens in der Dr.-Luise-Klinsmann-Straße, eine Querstraße zur Luise-Otto-Peters-Straße und geht über in die Auguste-Schmidt-Straße. Hier sind noch viel mehr Straßen nach Frauen benannt, die ich hier aber nicht alle aufzählen will. Zu den Namen von Straßen und Stadtvierteln werde ich mich später noch einmal auslassen.

Als allererstes gab es das hier:

Nusstorte

Erdbeertorte

Dann sind wir mit dem Bus zum Holstentor gefahren, zur Touristen-Information gegangen und haben der jungen Dame ein paar Löcher in den Bauch gefragt: wo fahren die Rundfahrtbusse ab? Wo die Boote? Wie kommen wir nach Travemünde-Strand? Wo gibt es die beste Eisdiele? Wo ist das beste Café? Wo den besten Buchladen??
Sie hat alle unsere Fragen, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, beantwortet. Beeindruckend.

Holstentor

Nun ging es weiter in die Altstadt von Lübeck hinauf. Ja, richtig gelesen: hinauf. Von wegen im Norden ist alles flach! Dat ging schon ein gutes Stückchen hoch da!
Die Stadt ist überraschend voll mit Menschen, trotz des schlechten Wetters, und es sind auch ganz schön viel Jugendliche hier. Scheint auch ein Klassenfahrziel zu sein, dieses Lübeck.

Und in einem der ersten Geschäfte, das wir dann betraten, mussten wir erstaunt feststellen, dass wir uns wohl in der Jahreszeit geirrt haben:

Weihnachten

Ja, es muss schon Weihnachten sein. Jedenfalls ist das im Niederegger-Salon so. Ein pomfortionöses Süßigkeitenparadies mit einer 5 Meter lagen Kuchentheke und Marzipan in allen Formen und Farben bis zum Abwinken.

Wir sind da tatsächlich wieder rausgegangen, ohne auch nur ein Stück Marzipan zu kaufen. Schatzi steht nicht so auf Marzipan und ich konnte mich nicht dazu durchringen, was mitzunehmen. Mal sehen, wir sind ja noch ein paar Tage hier.

Danach ging es weiter durch die Straßen Lübecks mit einem kleinen Abstecher in einen Saftladen und einen Laden mit Brot- und Kuchenbackmischungen und Zubehör.
In letzteren müssten wir dann vielleicht noch mal wieder rein, wenn ich keinen Hunger habe. 🙂 So’n Kuchen hält ja nicht lange vor. Deswegen haben wir uns ins Wiener Caféhaus gesetzt und Lübecker Pannfisch mit Senfsaatsauce und Bratkartoffeln gegessen. Sehr gut.

In einem Laden mit Lübeck-Souvenirs habe ich dann tatsächlich schon zwei nette T-Shirts und eine Glocke gefunden. Und noch einen historischen Roman, Das Marzipanmädchen. Über die Tochter eines Konditors, die Ende des 19. Jahrhunderts das Geschäft übernehmen soll. Leider habe ich bis jetzt noch keine einzige Biografie über eine der vielen Lübecker Töchter gefunden. (Nein, Katia Mann habe ich schon und Erika Mann ist langweilig.) Mal schauen, vielleicht findet sich ja noch was.

Weiter ging es vorbei am Haus der Schiffergesellschaft in die Straße Engelsgrube, in der es viele Hinterhöfe gibt, in denen Häuser stehen, die manchmal Buden und manchmal Ganghäuser genannt werden.

Hinterhof

Durchgang

Die Durchgänge, wenn sie denn offen waren, sind sehr schmal und niedrig, wie zu sehen ist.

Für heute sind wir dann aber auch genug gelaufen.
Wir sind die Engelsgrube durch zur Unteren Trave, am Museumshafen vorbei zurück zu Holstentor gegangen.
Dort ging es dann mit dem Bus zurück zum Hotel.

Morgen fahren wir dann entweder mit dem Bus nach Travemünde-Strand oder bei schlechterem Wetter mit dem Boot um die Lübecker Altstadt herum.