Lübeck in vier Tagen – Tag 2

Nach einer ruhigen Nacht und einem Frühstück, das in Ordnung war, sind wir heute bei stark bewölktem Himmel mit dem Bus nach Travemünde-Strand gefahren.
Dort sind wir an der Haltestelle Strandbahnhof ausgestiegen und entdeckten als erstes das hier:

Bahnhof-Travemuende

Das ist doch mal eine klare Ansage, oder? 🙂
Von dort aus sind wir zur Strandpromenade gelaufen und haben uns ein wenig umgesehen. Der Strand an sich ist jetzt nicht riesig, aber es sah ganz nett aus, auch bei diesem nicht ganz so einladenden Wetter.

Strand-Trave

Die armen, einsamen Strandkörbe übrigens, die hier im Bild zu sehen sind, wurden gerade eingesammelt, als wir vorbeigingen und in ihr warmes Winterquartier verbracht. Ich finde, Ende September darf das auch schon mal sein.

Das Wasser war heute morgen übrigens wärmer als die Luft. Nein, nein, wir haben das nicht persönlich getestet, wir haben dieser Anzeige vertraut:

Temperaturen

Aber was diese letzte Angabe hier bedeutet, das wissen wir leider nicht:

3-Bf

Wind aus Südost an 3 Bahnhöfen????

Da werden wir wohl dumm sterben müssen. 😉

Weiter ging es an der Passat vorbei, einem Segelschiff, das als Museumsschiff in Travemünde liegt.
(Interessant ist übrigens auch, wo die Passat liegt, nämlich vor der Halbinsel Priwall. Einfach mal anklicken und lesen.)

In Travemünde steht außerdem der älteste Leuchtturm Deutschlands.

Leuchtturm

Den hätten wir natürlich schon gern besichtigt, aber leider machte der erst nachmittags um 15 Uhr auf und da wollten wir ja wieder zurück nach Lübeck fahren.

Na gut, dann halt weiter zur Vorderreihe, direkt an der Untertrave, wo es viele Geschäfte und auch das ein oder andere Café gibt. So auch das Café Marleen (da muss mal dringend die Homepage aktualisiert werden!)
Eigentlich, eigentlich, wollten wir nur einen Kaffee trinken … dann entdeckten wir die Kuchen. Tja, dann musste es wohl ein Stück Eierlikörtorte und ein Stück Schokosahnetorte sein, da können wir jetzt aber gar nix für! Leider war der Kaffee bzw. Cappuccino dazu eher mittelprächtig, da war dann der lecker Kuchen ein guter Ausgleich.

Dann sind wir wieder ein wenig weiter geschlendert. Es gibt ja relativ viele Kleidergeschäfte in Travemünde, aber was es eindeutig mehr als Cafés oder gar Eisdielen, sowohl in Travemünde als auch in Lübeck, gibt, sind Apotheken. Jawohl, Apotheken. Sind die Lübecker und Travemünder häufiger krank als die Einwohner anderer Städte??!?!??

Und was es in Travemünde-Strand auch nicht gibt, sind Souvenirläden. Also, das habe ich ja auch noch nicht erlebt. Kein einziger Laden weit und breit. Es gab zwar in einigen Läden Postkarten zu kaufen oder auch maritime Andenken. Aber Travemünde-Souvenirs aller Art? Nix. Tja, dann wohl kein T-Shirt mit Travemünde drauf.
Wir haben dann später noch einen Laden entdeckt, der T-Shirts ohne was drauf verkaufte, mit Aufdrucken hatte er nur einzelne da. Der junge Mann war nicht ganz auf Scheib. Zwar war es möglich, da Shirts bedrucken zu lassen, aber nicht mal eben schnell. Das hätte mindestens einen Tag gedauert und so wie der mich anguckte, hätte der da wohl am liebsten eine Woche für gehabt. So mache ich natürlich nicht viel Umsatz.

Schatzi und ich hatten beschlossen, heute ganz viele Fischbrötchen zu essen. Und da haben wir in einer Seitenstraße das Fischfachgeschäft Wöbke entdeckt. Und wow, das war wirklich eine Entdeckung (Ja, ja, andere haben den Laden vor uns entdeckt, ist ja schon gut).
Brötchen mit Lachsfrischkäsekugeln! Köstlichst!
So köstlich, dass wir auf dem Rückweg unbedingt noch mal dort hingehen mussten.

Am Fischereihafen ist es übrigens möglich, frischen Fisch, geräucherten Fisch und natürlich auch Fischbrötchen direkt von den Fischkuttern oder an verschiedenen Buden zu kaufen. Tolle Idee. Wir haben bei Königs Fischbrötchen mal ein Makrelen- und ein Bismarckheringbrötchen gekauft. Durchaus ebenfalls zu empfehlen.

In einem Museum waren wir auch. Im Seebadmuseum.
Ein kleines, nettes, sehr unterhaltsames und überhaupt nicht verstaubtes, sondern pfiffiges Museum. Ein Besuch lohnt sich wirklich!

Endlich fanden wir dann doch noch einen guten Kaffee. Und zwar bei Gusto Joda Barista.

Nach dem schon erwähnten kleinen Abstecher bei Wöbke (gehört übrigens genau wie Königs Fischbrötchen einer Frau) sind wir zum Anleger gegangen, um mit dem Schiff nach Lübeck zurückzufahren. Die Fahrt dauerte 90 Minuten und obwohl die Sonne für ein paar Minuten hervorkam, war es an Deck doch ein bißchen frisch.
Aber Schatzi und ich haben in einem Strandkorb an Deck unter diversen Decken tapfer durchgehalten und konnten dann diesen schönen Anblick auf Lübeck genießen (also den LKW links da jetzt mal wegdenken).

Ankunft-HL

In Lübeck angekommen, haben wir in einem Antiquariat zwei Verkäuferinnen auch noch mal mit der Suche nach Literatur über Lübecker Frauen genervt. Viel Ausbeute gab es leider nicht. Nur eins über Franziska zu Reventlow. Mal schauen, wie das so ist.

Fischbrötchen haben wir dann doch nicht mehr gegessen. Stattdessen entdeckten wir in einer Seitenstraße auf dem Weg zur Haltestelle am Holstentor ein Restaurant, dass erst vor zehn Tagen wiedereröffnet wurde. Das Lübecker Hanse.
Da haben wir aber wieder mal einen tollen Fund gemacht! Ein wunderbarer Laden. Wir hoffen doch sehr, dass er sich in Lübeck halten kann.
Ich hatte Königsberger Klopse aus Kalbfleisch, Schatzi hatte einen Salat mit Rindersteakstreifen. Zum Nachtisch gab es Basilikumparfait mit Ananas. Das Parfait könnte noch einen kleinen Pfiff vertragen, aber alles andere war wirklich köstlich.
Und allen Speisekartenstudierenden haben wir den Besuch knapp, aber nachdrücklich empfohlen (allen „schmeckt lecker“ zuzurufen, hat bei Vieren tatsächlich dazu geführt, dass sie reingingen.)

Wir haben uns zufällig mit dem Koch unterhalten können, der draußen saß, um mit der Bedienung noch vor dem Abendgeschäft ein paar Dinge durchzugehen. Es war schön, dass er so aufgeschlossen war und uns tatsächlich um unsere ehrliche Meinung gebeten hat, wobei wir auch das Gefühl hatten, dass ihn das wirklich interessiert.
Schatzi hätte sich übrigens am liebsten eine Kanne von deren Kaffee für morgen früh ins Hotel liefern lassen. Aber das geht ja leider nicht. Schade, schade.

So, nu ist aber gut. Morgen ist schließlich auch noch ein Tag und vielleicht essen wir dann ja farblich attraktivere Gerichte als Königsberger Klöpse. Dann gibt’s dazu vielleicht auch ein Bild. 🙂