Lübeck in vier Tagen – Tag 3

Heute morgen stellten sich erst mal zwei große Fragen: Jacke oder keine Jacke? Schirm oder kein Schirm?
Wir waren ein wenig hin- und hergerissen. Letztendlich haben wir uns für die Jacken und gegen die Schirme entschieden und das war auch gut so. Denn im Laufe des Tages wurde das Wetter immer sonniger, wenn auch nicht unbedingt immer wärmer.

So ging es dann zur Abfahrtstelle des Stadtrundfahrt-Busses in der Nähe des Holstentores. Im sogenannten Open-Air-Bus ging es einmal quer durch Lübeck mit interessanten Informationen zu Geschichte und Eigenheiten.

Ich will Euch jetzt nicht mit diesen Dingen langweilen. Nur eines: Wir sind unter anderem durch ein Viertel vor den früheren Toren Lübecks gefahren, wo sich die reichen Kaufleute im 19. Jahrhundert schicke Villen gebaut hatten. Das haben sie nicht nur getan, um dem Gestank und der Enge der Stadt zu entkommen sondern auch, um keine Steuern zahlen zu müssen. Aber die Stadt Lübeck war nicht dumm. Die Kaufleute durften sich zwar ihre Häuschen da bauen, aber es war verboten, das Haus zu heizen. Was zur Folge hatte, dass die Kaufleute im Winter alle schön brav in die Stadt zurückkamen und Steuern zahlten.
Es gab dort aber auch ein Fachwerkhaus für die Kutscher, die in der Stadt nicht wohnen sollten. Dieses Haus war das einzige, das beheizt werden durfte.

Kutscherhaus

Da stellte sich bei der Stadtführung doch die Frage: sind jetzt die Lübecker vor dem Gestank der Pferde geschützt worden oder die Pferde vor dem Gestank der Lübecker???!!?! 🙂

Anschließend sind wir zum Theaterfigurenmuseum gegangen. Einem wunderbaren Museum, verteilt über fünf Kaufmannshäuser, das Theaterfiguren aus aller Welt zeigt, dazu Sonderausstellungen, z.B. zum Räuber Hotzenplotz oder zu der Familie Schichtl, einer früheren Puppenspieler-Dynastie.
Es gibt im Gebäude daneben auch noch ein Figurentheater. Wirklich toll.

Theaterfigurenmuseum

Figurentheater

Wir haben uns außerdem zwei der Kurzfilme angeschaut, die im Museum gezeigt wurden, und zwar Das Schloß und Kater von Tine Kluth. Wunderbare Filmchen.

Jetzt wurde es aber auch wieder höchste Zeit für ein Päuschen und was bot sich da besser an als das hier:

Kuchen

Apfeltasche

Das war jezt aber weit leckerer, als das hier auf dem Foto vielleicht aussieht!
Wir waren nämlich in der Engelsbäckerei, in der es

frisches, selbstgebackenes amerikanisches und französisches Kleingebäck

gibt und das ausgesprochen empfehlenswert ist. Wir hatten Pflaumenstreuselkuchen, Kaffee-Brownie und Apfeltasche. Mmmmhhhh!

So gestärkt und gut gelaunt ging es zum zweiten Teil der Stadtbesichtigung. Dieses Mal mit dem Schiff.
Das war schon witzig. Im Doppeldecker-Bus sahen wir höher als Straßen-Niveau und im Boot unterhalb des Straßen-Niveaus. Und wunderbar war auch, dass die Sonne sich endlich komplett gegen die Wolken durchgesetzt hatte und der Himmel blitzeblau war.

Hier nur zwei Bilder von der Fahrt:

Schrebergarten

Boote

Tja in Lübeck haben Leute zu ihrem Schrebergarten gleich auch einen Anleger dazu.

Noch eine Sache haben wir bei der Rundfahrt erfahren. In Pisa steht vielleicht ein Turm schief, aber in Lübeck sind es gleich mehrere. Allen voran das Holstentor, das schon von Anfang an schief ist, was natürlich auch mit dem weichen Untergrund zu tun hat.

Danach sind wir mit dem Bus weiter in die Altstadt hineingefahren und haben dann endlich auch ein lecker Eis gehabt. Das Soulmade (hat leider nur eine Gesichtsbuchseite) bietet extremst leckeres Eis solange der Vorrat reicht. Schatzi hatte Sauerkirsche, Pflaume-Zimt und Straciatella, ich hatte Pflaume-Zimt, Madagaskar-Vanille und Weiße Schokolade mit Basilikum und Ingwer. Schleck!!
Es gibt dort übrigens nur Eiskugeln in der Waffel oder im Becher. Draußen stehen ein paar Kirmesbänke. Mehr nicht. Aber das reicht, der Laden läuft. 🙂

Eis

In der Nähe der Eisdiele gab es auch einen Schokoladenladen, wir haben ein wenig Bruchschokolade mitgenommen. Die hat ganz gut geschmeckt, aber nicht überragend.

Weiter ging es mit dem Bus zum Behnhaus Drägerhaus-Museum. Da sind wir schnellen Schrittes hindurchgerast, da es nur noch 40 Minuten auf hatte.
Dort hängen viele Bilder aus dem 19. Jahrhundert und aus der Klassischen Moderne. Durchaus interessant, besonders ein paar Bilder von Edvard Munch. Doch Malerinnen waren mal wieder kaum zu finden (einmal Paula Modersohn-Becker).

Im Café Niederegger gegenüber des bereits erwähnten Haupthauses, in den Arkaden des Rathauses, haben wir dann noch einen Erdbeershake und einen Eistee mit Zitroneneis getrunken, bevor wir zur St. Petrikirche gegangen und dort mit dem Fahrstuhl den Turm hinaufgefahren sind.
Von dort bietet sich ein wunderbarer Blick über die Stadt und vor allem eine super Sicht auf das Holstentor.

Holstentor-von-oben

Bei schönem Wetter ist sogar Travemünde zu sehen. Erkennbar an dem markanten Hochhaus, das in der Nähe der Strandpromenade steht.

So, und wo essen wir jetzt zu Abend?
Okay, wir wollen mal nicht so sein. Wir sind wieder ins Lübecker Hanse gegangen. 🙂
Heute gab es Dorade mit Kartoffeln und Salat und Rinderrouladen mit Salzkartoffeln und Rotkohl.
Das Essen war auch wieder lecker, leider war die Bedienung eine andere als gestern abend und nicht ganz so gut. Sehr langsam und leicht chaotisch, die junge Dame. Das muss noch besser werden.

Zurück im Hotel haben wir schon mal unsere Sachen gepackt, denn morgen geht es wieder nach Hause.
Mal sehen, morgen schreibe ich dann wohl noch einen kleinen Beitrag über die Namen von Orten und Straßen in Lübeck.
Gute Nacht!