Mammutbäume in Karlsruhe – Ein wirklich interessantes Wochenende, Teil 2

Nach dem strahlenden Sonnenschein am Freitag ist der Himmel am Samstag leider bewölkt und es ist auch etwas kühler geworden. Aber zum Glück regnet es nicht.
Und trotz des Lärms vom Bahnhof haben wir relativ gut geschlafen.
Leider ist das Frühstück nur von durchschnittlicher Qualität und der Kaffee ist einfach nur grauenhaft. Was für ein Glück für mich, dass ich morgens Tee trinke! 🙂
Aber das hat uns jetzt nicht weiter gestört.
Auf geht es in die Stadt, immer Richtung Schloss.
Ich bräuchte übrigens dringend neue Laufschuhe, ich meine solche, in denen ich gut einen ganzen Tag durch die Stadt laufen kann. Da trifft es sich gut, dass sich gleich um die erste Ecke ein Schuhgeschäft zeigt. Also hinein.
Leider habe ich Pech, es ist für mich nichts wirklich Passendes dabei. Aber die Tänzerin findet ein Paar Schuhe, das ihr auf Anhieb gefällt und sehr bequem ist. Glück für Sie!

Weiter geht es die Mauer des Zoos bzw. Zoologischen Stadtgartens entlang, bis zu einem Abzweig, von wo es über eine Brücke über das Zoogelände zur nächsten Parallelstraße geht.
Ziemlich cool. Da können wir doch tatsächlich einen Blick auf die Elefanten werfen, ohne im eigentlichen Zoo zu sein.

Elefanten

Das Gelände ist sehr schön angelegt und es gibt im Zoo auch eine sogenannte Gondoletta, das sind viele kleine Boote, die an einem langen Seil vom Stadtgartensee durch einen Verbindungskanal zum Schwanensee und zurück gezogen werden. Allerdings fuhren die Boote gerade nicht, als wir über die Brücke gingen.

Dann landeten wir mitten in Karlsruhes Baustellen. Die Stadt bekommt nämlich eine U-Bahn, was bedeutet, dass viele Straßen gesperrt sind und teilweise auch nur schwer zu überqueren.
Allerdings können Baustellen auch sehr skurril aussehen:

Baustelle

Auf dem Weg zum Schloss kamen wir an einem Plattenladen vorbei, in dem es auch T-Shirts und alte Bravo-Hefte gibt. Schatzi und die Tänzerin durchstöbern die Hefte, ich schaue mir die T-Shirts an und werde schnell fündig: ein Shirt mit Speedy Gonzales! Yeay, die schnellste Maus von Mexiko! Arriba!
Die anderen Beiden kaufen je ein Bravo-Heft, Schatzi eins aus ihrer Jugendzeit mit Suzi Quatro und die Tänzerin hat ein Heft gefunden, das genau am Geburtstag ihrer besten Freundin erschienen ist. So ein Zufall aber auch!

Endlich in der eigentlichen Innenstadt angekommen, brauchen wir erst mal einen Kaffee. Denn im Hotel gab es ja, wie gesagt, keinen guten.
Schnell ist auch eine Eisdiele gefunden. Im Eiscafé DaVinci sind die Eiskarten etwas anders. Klauen ist da ein wenig umständlich:

Eiskarte

Aber das Eis ist gut.

Nun aber weiter, sonst wird das heute nichts mehr.
Gleich darauf sind wir endlich am Schloss angelangt. Was für ein riesiger Palast! Und davor ein riesiger Platz mit einer – nein, nicht riesigen, eher überschaubaren – Anzahl Menschen darauf.

Schloss

Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass es Samstag mittag ist und es außerdem angefangen hat, zu tröpfeln. Leider ist es auch ein wenig kühl und windig. Aber das hält uns natürlich nicht ab.

Eine Schlossbesichtigung wollen wir aber nicht machen. Deshalb schauen wir uns nur im Museumsshop ein wenig um. Dabei finde ich auch zwei Bücher über die Frauen am Badischen Hof.
Karlsruhe ist ja eine relativ junge Stadt. Sie feiert dieses Jahr ihren 300sten Geburtstag und ist nach ihrem Gründer benannt, Markgraf Karl Wilhelm von Baden-Durlach. Und der hatte eine ziemlich ausgefallene Idee. Karlsruhe wurde fächerförmig, ausgehend vom Schloss, angelegt.

Auf den Seiten zur Karlsruher Stadtgeschichte kann lesbe sich das mal anschauen.

Dann ging es um das Schloss herum durch den Schlossgarten, entlang an einem Pfad aus blauen Keramikplatten – dem blauen Strahl -, zur Keramik-Manufaktur in der Majolika.
Und da sind wir auch schon beim Bambi angekommen:

Bambi-auf-Dach

Das Bambi wurde nämlich von der Bildhauerin Else Bach in der Keramik-Manufaktur 1936 geschaffen und erst 19 Jahre später zu einem Filmpreis.

Aber auch die anderen Figuren, Skulpturen, Fliesen, Tische und vieles mehr sind hübsch anzuschauen.

Keramiktisch

In den Verkaufsräumen gibt es jede Menge zu sehen.
Schatzi und die Tänzerin haben dann jeweils eine Kachel mit den Märchenfiguren Die drei Spinnerinnen drauf erstanden.
Leider war im Restaurant auf dem Gelände gerade eine geschlossene Gesellschaft, so dass es für uns leider keinen Kaffee und auch sonst nichts gab.

Also sind wir, bei immer noch tröpfelnden Regen zurück in den Schlossgarten gelaufen und von dort quer rüber – oder binnendurch, wie ich immer sage – vorbei am Bundesverfassungsgericht, durch den Botanischen Garten zur Waldstraße gegangen. Und unterwegs stießen wir dann endlich auf den Mammutbaum:

Mammutbaum

Sieht das nicht aus, wie Manni, das Mammut aus Ice Age? (Ich mag ja lieber Mammut Helmut und Mammut Almut aus der Serie Oiski Posiki!, aber das ist ein anderes Thema.)
Der Baum ist tatsächlich so gewachsen und wird an keiner Stelle zusätzlich abgestützt. Ist das nicht cool?!?!

Die Waldstraße ist eine der wichtigsten Einkaufsstraßen in Karlsruhe und das haben wir auch schnell gemerkt, da war es dann doch ein wenig voller als im Schlossgarten.
Eine der Bedienungen aus dem Restaurant in der Majolika hatte uns den Tipp gegeben, dass es in der Waldstraße eine sehr gute Konditorei mit Namen Ludwig geben solle.
Wir kamen dann an einen Platz mit Namen Ludwig und dort gab es auch ein Restaurant mit Namen Ludwig, aber eine Konditorei mit Namen Ludwig fanden wir nicht.
Deshalb gingen wir ins Geschäft nebenan: Artino Galerie Café.
Die Alternative war jetzt gar nicht mal so schlecht: dort gab es guten Kaffee und lecker Kuchen. Schatzi hatte Heidelbeerkuchen und die Tänzerin und ich Erdbeerkuchen und einen Cupcake.
So machen Stadtbesichtigungen doch Spaß!

Aber die Waldstraße ist hier noch nicht zu Ende gewesen. Es ging noch ein Stückchen weiter. Wir kamen zur südlichen Waldstraße, an der sich relativ viele Geschäfte mit Möbeln und Wohnaccessoires befinden.
Und was entdecken wir weiter die Straße runter? Die Pâtisserie Ludwig! Äh, jetzt sind wir aber schon satt!
Na, da hat der Laden aber jetzt Pech gehabt!

Ein Stückchen weiter befindet sich ein Saftladen, Entschuldigung, ich meine natürlich Der Saftladen.
Da mussten wir jetzt aber rein. Die haben ziemlich abgefahrene Säfte, mit Zimt und Karotte und Rote Beete und sonst noch was. Wir hatten Glück, wir waren kurz vor Feierabend da und haben dennoch Jede einen leckeren Saft von einer lebhaften, aufgeräumten, schlagfertigen Badenserin bekommen.

Am Ende der Straße entdeckten wir dann dieses Schild:

Kaschnitz
Genau: in diesem Haus wurde Marie-Luise Kaschnitz geboren.

Unsere Füße waren mittlerweile ziemlich platt und so beschlossen wir, mit der Straßenbahn zurück zum Hotel zu fahren und uns ein wenig auszuruhen, bevor es zum 3-Gänge-Menü (Teil des Arrangements) im Restaurant des Hotels gehen sollte.
Das war eine gute Entscheidung, denn kaum waren wir im Hotel angekommen, fing es auch schon an, zu schütten.

Fortsetzung folgt in Teil 3