Oh, es war ja Weihnachten!

Und schon ist es wieder vorbei, das Weihnachtsfest.
Es gab lecker Essen, keinen Streit mit der Familie, schicke Geschenke und Schnee, Schnee, Schnee.
Hiermit bekenne ich mich schuldig: ich war das. Ich habe nämlich schon im August „Schneeflöckchen, Weißröckchen gesungen. Drei Strophen. Habe ich im Kindergarten gelernt. Also, als ich klein war. Und ich kann sie immer noch.
Huch, ich sehe gerade, es gibt ja vier Strophen!

Schneeflöckchen, Weißröckchen,
wann kommst du geschneit?
Du wohnst in den Wolken,
dein Weg ist so weit.

Komm setz dich ans Fenster,
du lieblicher Stern,
malst Blumen und Blätter,
wir haben dich gern.

Schneeflöckchen, du deckst uns
die Blümelein zu,
dann schlafen sie sicher
in himmlischer Ruh’.

Schneeflöckchen, Weißröckchen,
komm zu uns ins Tal.
Dann bau’n wir den Schneemann
und werfen den Ball.

(wikipedia.org)

An die dritte kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Hm, ob das daran liegt, dass ich es mit Blumen nicht so hab??
Na, egal. Hiermit verspreche ich feierlich, dass ich es dieses Jahr nicht mehr singe.

So und jetzt zu etwas völlig anderem.

Leider lief an Weihnachten gar nicht mein Lieblingsweihnachtsfilm im Fernsehen. Ist das Leben nicht schön? mit James Stewart und Donna Reed.

Und Nenn mich einfach Nikolaus haben sie auch nicht gezeigt. Das ist ein sehr ungewöhnlicher Weihnachtsfilm. Denn in diesem Film gibt es einen Weihnachtsmann, der nach 200 Jahren im Dienst in Rente gehen muss und deshalb schnellstmöglich die Nachfolge regeln muss, damit Weihnachten nicht ausfällt. Und auf der Liste der möglichen Nachfolger steht nur noch ein Name: Lucy Cullins. Ja, LUCY Cullins. Eine Frau. Und nicht nur das: eine schwarze Frau, eine Afroamerikanerin. Gespielt von Whoopi Goldberg.

Na, wenn das mal kein radikales Konzept ist! Der Weihnachtsmann – ein alter, weißer, dickbäuchiger Mann mit Rauschebart – gibt seinen Job ab an eine schwarze Frau mittleren Alters! Okay, okay, Nenn mich einfach Nikolaus sprüht jetzt nicht gerade vor Brillanz, aber es ist schon wunderbar mitanzusehen, wie sich Lucy von der Weihnachtshasserin zur Nachfolgerin des Weihnachtsmannes entwickelt.

Wie, ihr guckt keine Weihnachtsfilme?
Lieber lesen???

Wie wäre es dann mit Ruth Gogoll’s Christmas Carol?
Eine nette kleine Geschichte, die sich leicht und schnell liest. Ebenezer Scrooge heißt hier Michaela Wittling und ein Happy End mit Liebe gibt es natürlich auch.

Oder lieber ein Märchen?
Da kann ich nur Ash von Malinda Lo empfehlen.

Im November endlich auch auf Deutsch erschienen, schildert dieses Buch – sehr frei nach Aschenputtel – die Geschichte von Aisling, genannt Ash.

Als Ashs Vater stirbt, beginnt ihre Stiefmutter, sie wie eine Sklavin zu behandeln. Wann immer Ash entkommen kann, schleicht sie sich in die Wälder – denn dort, so heißt es, suchen Feenmänner nach Frauen, die sie als ihre Geliebten entführen können. Und obwohl dies ihren Tod bedeuten würde, erscheint es Ash besser als das Leben, zu dem sie verdammt zu sein scheint. Doch dann ändert sich alles, als der Königssohn beginnt, Brautschau zu halten, und sein Hofstaat in Ashs Dorf kommt …

[Inhaltsangabe des Verlags]

Heiratet Ash am Ende den Prinzen??? Und was ist mit Kaisa, der Jägerin des Königs???
Ein wunderschöner Roman, eine ungewöhnliche Variation von Aschenputtel. Zwar für Teenager geschrieben, aber unbedingt lesenswert für alle Altersklassen (also, Kinder jetzt nicht gerade).

Jetzt muss ich hier aber doch nochmal einen Film erwähnen. Ohne geht das ja gar nicht:

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Das wohl emanzipierteste Aschenputtel der Filmgeschichte ist immer wieder ein Erlebnis. Sogar mit eigener Homepage!

Wenn’s denn kein Weihnachten und kein Märchen sein soll, aber dennoch kalt, kann ich noch Tanz auf dem Eis empfehlen. Karin Kallmakers Roman Warming Trend von 2009 erschien vor kurzem bei Krug & Schadenberg auf Deutsch.

Anidyr Bycall hat sich ins sonnige Key West, Florida, abgesetzt und jobbt als Barkeeperin im „On the Rocks“, einem Lokal, das buchstäblich aus Eis besteht. Als Ani unverhofft Urlaub nehmen muss, kehrt sie in ihre Heimatstadt Fairbanks, Alaska, zurück, um dort einiges zu regeln und endgültig mit ihrer Vergangenheit abzuschließen. Begleitet wird sie von ihrer Kollegin, der Surferin Lisa – blond und sexy, mit frechem Humor und mehr Tiefgang, als es zunächst den Anschein hat. Dank Lisa gelingt es, Licht ins Dunkel der Geschehnisse zu bringen, die damals zu Anis Ausschluss aus der Universität geführt haben. Und bei Anis Begegnung mit Eve, ihrer damaligen großen Liebe, kehrt die Erinnerung an einen romantischen Tanz auf dem Eis mit eindringlicher Lebendigkeit zurück …

[Inhaltsangabe des Verlags]

In diesem Roman geht mal nicht um die Entdeckung der großen Liebe und der „Bekehrung“ einer Hetera, sondern um das Wiederfinden der großen Liebe und darum, aus Fehlern zu lernen.
Ein schöner Roman mit ein bißchen Krimi eingestreut (obwohl ich es ja eher „Spannung“ nennen würde).

Wenn Euch das jetzt alles zu kalt und zu weiß war, dann lest (oder hört) halt Backwards to Oregon von Jae

Dieser Western spielt im Sommer. Da ist es schön heiß und staubig und durstig und was nicht alles. Danach will lesbe doch gleich viel lieber in den Schnee.
Allerdings schreibt diese deutsche Autorin unter dem Pseudonym Jae bisher nur auf Englisch.
Backwards to Oregon ist übrigens auf den Fanfiction-Seiten von The Athenaeum eine der meistgelesenen Geschichten seit sie 2007 im Netz veröffentlicht wurde.

So, jetzt ist aber genug. Bis zur nächsten Runde dann.

1 Antwort zu “Oh, es war ja Weihnachten!”

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