Ostsee und Berlin – September 2012, 5. Tag

Früher sang Nina Hagen: Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael …

Heute singt Schatzi: Du hast die Chipkarte vergessen, mein Schatzili … 😳

Ja, es ist wahr, ich habe vergessen, die Chipkarte wieder in die Kamera zu stecken. Ich schäme mich ja schon! Aber vielleicht fahren wir ja in den nächsten Tagen mal wieder da hin, wo wir heute waren. Dann aber mit Chipkarte, versprochen!

Nun aber zum heutigen Tag: Regen, Regen, Sturm und Regen.
Draussen ist es noch jetzt, um kurz vor 21, Uhr so laut, da ist der Fluglärm in Frankfurt ja nichts dagegen.
Falls Ihr noch ein Radio mit diesen Drehrädern habt, stellt Euch zwei Radios eingestellt aufs Rauschen auf voller Lautstärke vor. Dann habt ihr den Krach, der grade draussen durch Meer und Gespensterwald verursacht wird.

Wir haben uns trotzdem aus dem Haus gewagt.
Zunächst ging es nach Bad Doberan.

Das Bekannteste an Bad Doberan ist der Stadtteil Heiligendamm, den wir uns heute aber noch nicht angeschaut haben. Und dann gibt es noch die Bäderbahn Molli, die in Bad Doberan tatsächlich mitten durch den Ort fährt. Ist schon witzig, da trittst Du aus einem Geschäft auf die Straße und plötzlich kommt ein Zug vorbei!

Wir sind nicht mit der Bahn gefahren, sondern haben uns stattdessen das Torhaus des Zisterzienser-Klosters angeschaut.
Dort gab es alles mögliche zu bestaunen und zu kaufen. Wir haben uns einen Kaffee und einen Cappuccino mit Blaubeermuffin und Pralinen gegönnt. Sehr lecker. Gekauft haben wir aber nichts.

Danach sind wir dann rüber gegangen ins Stadt- und Bädermuseum und haben uns dort die Ausstellung zur Geschichte des Bäderbetriebes in Heiligendamm und Bad Doberan angeschaut.
Besonders witzig war natürlich die mitausgestellte Bademode. Was es da für abgefahrene Sachen gab! Irre.

Parallel gab es auch noch eine Sonderausstellung Aufgalopp der Hüte, die leider morgen endet.
Dort wurde die Hutmode der vergangenen Jahrzehnte gezeigt, die von den Damen zu den Rennen auf der Galopprennbahn Bad Doberan – Heiligendamm getragen wurden.
Während dieser Rennen gibt es auch jedes Jahr einen Hutwettbewerb, bei dem die verrücktesten Hüte prämiert werden. 2009 gewann zum Beispiel ein Hut, der komplett aus Nudeln gefertigt wurde.

Auf der Flucht vor den dunklen Wolken am Himmel, aus denen es mittlerweile mal nicht regnete, fuhren wir nach Rerik.
Das wirklich interessante an Rerik ist die Lage: Auf der einen Seite die Ostsee, auf der anderen Seite ein Salzhaff.
Und an der engsten Stelle des Ortes, an der Straße zur Halbinsel Wustrow, sind wir ausgestiegen und rumgelaufen.
Es war extrem stürmisch dort. Schatzi und ich haben jetzt noch Schmerzen in den Oberschenkeln, so sehr mussten wir uns gegen den Wind stemmen beim Laufen.
Aber die Lage ist schon sehenswert. Links das Haff mit sehr vielen Segelschiffen an den Stegen und rechts die Ostsee mit den stürmischen Wellen. Toll.

Dort haben wir noch kurz Currywurst und Bratwurst gegesssen (war in Ordnung) und sind dann weiter nach Bastorf gefahren.

Denn dort gibt es Schatzis Lieblingsgebäude: einen Leuchtturm.
Der steht jetzt nicht genau an der Ostsee, sondern zwei, drei Kilometer landeinwärts. Da er aber auf einer Anhöhe liegt, hat lesbe dort einen fantastischen Blick auf die Ostsee. Ich würde mal tippen, dass in einem Winkel von ca. 270 Grad immer die Ostsee zu sehen war. Angeblich soll lesbe dort bei guter Sicht bis nach Dänemark schauen können. Das konnten wir jetzt leider noch nicht überprüfen.

Schatzi ist auch hinaufgeklettert, trotz Sturm. Ich bin lieber unten geblieben. Ich habe leichte Probleme mit engen Treppenhäusern. Ich komme zwar rauf, aber nur unter großer Angst wieder runter. Höhenangst würde ich das nicht nennen. Solange ich oben bin, ist alles gut. Wenn`s wieder runter geht, wird`s kritisch.

Also habe ich mich schon mal ins Café gesetzt, das gleich neben dem Leuchtturm liegt.
Ohhh, wie sich das gelohnt hat! Valentins Café & Restaurant ist wirklich einen Besuch wert. Die haben wunderbar leckeren selbstgebackenen Kuchen. Ich hatte ein Stück Stachelbeer-Baiser und Schatzi Schokolade-Birne.
Und da sich ja Schatzi ein wenig in den Leuchtturm verliebt hat (nein, da bin ich nicht eifersüchtig), werden wir nächste Woche wohl noch einmal hinfahren. Soll mir nur recht sein! 🙂 (Außerdem können die Genetiv, brav!)

Einen kleinen Abstecher nach Kühlungsborn haben wir zum Schluß auch noch gemacht. Da waren wir aber nicht so lange. Es reichte gerade zum Glocke kaufen und Surfer gucken. Auf der Ostsee bei Kühlungsborn waren tatsächlich einige Windsurfer unterwegs. Die hatten eine Wahnsinnsgeschwindigkeit drauf.

Schon bei unserem Leuchtturmbesuch rissen allmählich die Wolken auf und die Sonne kam immer wieder mal durch.
Zurück in Nienhagen haben wir nach dem Abendessen im Strandrestaurant (sehr scharfe Spaghetti mit Chili-Basilikum-Pesto für mich und Brathering für Schatzi) endlich einen ordentlichen, relativ wolkenfreien Sonnenuntergang hier gesehen:

Und Mond hatten wir auch gleichzeitig:

Schön, gell?
Morgen soll es ja angeblich wieder sonnig werden. Der Wind hat sich noch nicht wieder gelegt (kurz vor zehn). Ich höre ihn durch die geschlossenen Fenster.
Mal schauen, wie es morgen sein wird. Bis dann, eine gute Nacht.

P.S.: nachdem ich heute mit meiner Herbstjacke ziemlich gefroren habe (10 Grad hatten wir zwischendurch), wurde heute abend die neue Winterjacke eingeweiht. Die ist wirklich schön muckelich warm!