Ostsee und Berlin – September 2012, 6. Tag

Ohhh, ist das zu glauben? Heute haben wir wieder strahlenden Sonnenschein! Wunderbar!

Das hat uns dazu veranlasst, noch einmal nach Kühlungsborn und zum Leuchtturm zu fahren.

Aber vorher haben wir einen kleinen Abstecher ins berühmt-berüchtigte Heiligendamm gemacht.
Das älteste Seebad Deutschlands ist ja mittlerweile eine kleine Festung.
Rund um die Hotelgebäude sind überall Absperrungen, damit das gemeine Fußvolk nicht einfach so zwischen den Reichen und Schönen umherspazieren kann.

Von der Straße aus zum Strand zu kommen, ist nicht so einfach. Wir hätten einen ziemlich großen Umweg laufen müssen, wenn nicht zufällig ein Hotelgast mit seiner Zimmerzugangskarte eines der kleinen Tore geöffnet hätte, um zum Strand zu gehen, und der daneben stehende Fotograf nicht so geistesgegenwärtig gewesen wäre, das Tor für ein paar Leute zum Durchgehen aufzuhalten. Das war wirklich nett von ihm!

Schatzi und ich sind dann ein wenig auf der Promenade auf- und abgeschlendert. Und wir haben uns, ehrlich gesagt, nicht gewundert, dass das Hotel schon wieder pleite ist.
Da ist einfach nichts ausser den Gebäuden. Kein Anlegesteg für die Yachten der oberen Zehntausend, der Strand ist wie alle anderen Strände in der Gegend, die Seebrücke sieht aus, wie alle anderen Seebrücken in der Gegend. Ein Spielcasino gibt es auch nicht.
Warum sollten also Millionäre da hin fahren?

Und wir wollen da auch keinen Urlaub machen. Es gibt schönere Orte drumherum. (Nienhagen, Kühlungsborn, etc. pp.)

Durch den angrenzenden Wald sind wir zurück zum Auto gegangen und weiter nach Kühlungsborn gefahren.
Gestern waren wir in Kühlungsborn Ost, heute in Kühlungsborn West. Die beiden Ortsteile sind durch einen Wald, der bis zur Küste reicht, getrennt.

Als erstes waren wir im Eiscafé Petticoat, in dem es Eisbecher gibt, die nach 50er-Jahre-Stars benannt wurden. Zum Beispiel Peter Alexander und Elizabeth Taylor. Allerdings schmeckte das Eis nicht so besonders. Da waren wir froh, dass wir nur je zwei Kugeln genommen hatten und nur Kaffe und Cappuccino getrunken hatten.

Weiter ging es durch die Kolonnaden zur Strandpromenade.
In der gesamten Gegend gibt es ja unheimlich viele Geschäfte, die Produkte aus Sanddorn verkaufen.
Und in Kühlungsborn wächst dieser Sanddorn direkt an der Strandpromenade:

Wir sind ein wenig an der Promenade herumgelaufen und haben darüber sinniert, wie es wäre, an die Ostsee zu ziehen. Ob wir das machen würden, wann wir das machen würden und wie wir das machen würden, wenn wir das denn täten.
Zu einem wirklichen Schluß dieser Überlegungen sind wir aber nicht gekommen. Vorerst bleiben wir da, wo wir sind.

Am Büdchen Kühlungsborner Fischbrötchen haben wir dann noch ein Brötchen mit Backfisch (ich) bzw. Würstchen (Schatzi) gegessen und haben dabei gegenüber die Strandbuchhandlung entdeckt.
Und das war wirklich eine Entdeckung.
Dort gab es nicht nur Zeitschriften, Schreibwaren, Souvenirs und Bestseller-Literatur sondern auch ungewöhnlichere Bücher.

Wir haben die folgenden Bücher gekauft:

Marianne Buggenhagen: Schweres Schicksal? Leichtathletin!
Matthias Burkhardt: Malerin – Partisanin – Mystikerin
Josephine Pennicott: Dornentöchter

Auf das mittlere Buch bin ich schon sehr gespannt. Allein der Klappentext klingt schon sehr abgefahren.

Noch eine Zwischenbemerkung:
To Go gibt es hier nicht.
Ich habe noch kein einziges Schild gesehen, wo das drauf stand.
Was aber nicht heißt, dass ich keinen Kaffee im Pappbecher zum Mitnehmen kriegen kann.
Es heißt hier einfach auf gut Deutsch: außer Haus.
Das ich das noch mal lesen darf!

Danach sind wir noch einmal zum Leuchtturm Buk in Bastorf gefahren, haben uns dort auf die Terrasse des Valentins in die Sonne gesetzt, Zeitung gelesen und Tee, Cappuccino und Kuchen genossen.

Vorn ein Stück Schokolade-Birne, dahinter Schatzis Tee und ein Stück Karamell-Nuss Creme-Torte.

Zwei Stunden haben wir dort verbracht, bevor wir zurück nach Nienhagen gefahren sind.

Zum Abendessen gab es heute für Schatzi das:

und für mich das:

Danach sind wir noch ein wenig durch den Gespensterwald gelaufen.
Leider waren heute ausgerechnet da die Wolken am Himmel, wo die Sonne unterging. Das war nicht nett.
Und das seltsame Waldwesen ist wohl auch wieder aktiv geworden:

Wer weiß, was noch alles in den nächsten Tagen passiert!