Ostsee und Berlin – September 2012, 8. Tag

Wow, eine Woche sind wir jetzt hier und heute ist auch wieder besseres Wetter.
Es ist ziemlich warm, wenn auch nicht die Sonne scheint. Aber es regnet nicht.

Heute haben wir uns die Halbinsel Poel angeschaut. Allerdings haben wir wohl den falschen Ort ausgewählt. Wir waren in Timmendorf und dort im Stadtteil Strand.
Wobei, was die Timmendorfer so unter Strand verstehen weicht doch etwas von dem ab, was wir darunter verstehen:

Also, ich würde das eher als Hafen bezeichnen.
Es war auch nicht sonderlich viel los. Viele Leute ja, aber nur zwei Restaurants, zwei Souvenirläden und Rundfahrten oder so gab es da auch nicht.
Dafür aber ein Ferienhaus an dem anderen, viele davon relativ neu.
Wir haben uns gefragt, was die Feriengäste da den ganzen Tag machen.
Und das ging wohl nicht nur uns so. Schatzi hat zwei andere Besucher sich ebenfalls diese Frage stellen hören.
Sehr seltsam.
Aber einen schicken Leuchtturm und ein schickes Straßenschild hatten sie:

Wir sind dann recht bald wieder weggefahren.
Auf der gesamten Halbinsel schien Land- und Fischwirtschaft eine größere Rolle zu spielen als der Tourismus.
(Später in Wismar haben wir am Hafen von einer Frau, die zu einer Schifffahrtsgesellschaft gehörte, die auch Rundfahren nach Poel anbietet, erfahren, dass der Ort Kirchdorf auf Poel wohl die bessere Wahl gewesen wäre. Und die Bilder auf der Homepage von Poel sehen irgendwie auch ganz anders aus als das, was wir mit eigenen Augen gesehen haben.)

Weiter ging es nach Wismar. Da waren wir vor Jahren mal kurz gewesen, als wir Urlaub auf Rügen gemacht haben.
Nachdem wir endlich einen Parkplatz gefunden hatten, haben wir uns gleich in das erste Café gestürzt, das uns über den Weg lief. Und das war eine ziemlich gute Wahl!

Das Café Lissi ist ein hübsches kleines Café in der Nähe des Marktplatzes, das mit alten Möbeln eingerichtet ist und leckeren selbstgebackenen Kuchen hat, der auf Tellern serviert wird, die meinen Namen haben.

Lustig, nicht wahr?

Sehr empfehlen können wir die Brombeer-Nougat-Torte mit Knusperboden und die Schoko-Birne-Torte.

Anschließend sind wir ein wenig durch Wismar geschlendert. Die Unesco-Welterbe-Stadt hat noch sehr viel alte Bausubstanz, viele Häuser haben Treppengiebel, wie es sie zum Beispiel auch in Amsterdam zu sehen gibt.
Auch passen sich die Geschäfte gut in die Häuser ein. Sie fallen nicht so extrem negativ auf wie in Rostock.

Auf dem Weg zum Alten Hafen sind wir durch das Wassertor gegangen, das in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts ein Drehort für den Stummfilm Nosferatu war.
Dort ist eine Gedenktafel im Boden eingelassen.

Das Schild

Das Tor

Der alte Hafen ist sehr schön ausgebaut und dort liegen Ausflugsschiffe und Schiffe, die wie in Warnemünde Fische, Fischbrötchen etc. vom Deck aus verkaufen.

Auf dem Weg dorthin haben wir auch noch eine ziemlich lustige Bank gesehen, besser gesagt, die Schilder darauf waren lustig:

Die Bank

Ein plattdeutscher Spruch

Ein hochdeutscher Spruch

Und zum Abschluß gab es noch einen lecker Café Crema bzw. Cappuccino in der Rösterei Acosta.

Das waren wirklich die bisher besten Kaffeegetränke, die wir hier genossen haben.

Während die Wolken am Himmel immer dunkler wurden, sind wir zurück zum Auto gegangen und auf der Suche nach Herrenhäusern und Schlössern durch das Satower Land gefahren.
Da ging es über ziemlich abenteuerliche Wege, die teilweise nur befestigte Feldwege waren. Die entsprechenden Häuser oder Schlösser haben wir aber leider nicht gefunden.

Zurück in Nienhagen haben wir heute abend ein neues Restaurant ausprobiert. Das im Hotel Sonnenwind.
Schatzi hatte Weisswels mit Reis und Broccoli und ich hatte Rouladen mit Rotkohl und Klößen.
Wirklich lecker war das nicht. Der Broccoli war nicht frisch, der Rotkohl zerkocht und die Klöße waren auch nicht selbstgemacht. Und mitten im Rouladen befand sich ein dickes Stück Fett. Bläh!
Wir haben uns dann nicht mehr gewundert, warum der Laden im Gegensatz zum Strandrestaurant und zum Restaurant des Hotels Nienhäger Strand so leer war.

Das Meer war übrigens sehr ruhig, als wir nach dem Essen noch einmal entlang gingen. Es ist sehr ungewöhnlich, es mal nicht schon von Weitem zu hören!

Im Moment regnet es übrigens mal wieder. Mal schauen, wie es morgen so wird.