Paris an einem Tag im März 2019

Schatzi und ich haben mal wieder eine unserer verrückten Aktionen gemacht.
Einfach mal so nach Paris. Morgens hin, abends zurück. Der Deutschen Bahn sei Dank!
Das wollte ich immer schon mal machen. Von Frankfurt aus geht das auch ganz wunderbar. Die Fahrt dauert nur 4 Stunden, ohne Umsteigen.

Auf unserem kleinen Ausflug haben wir übrigens noch eine Mitreisende.
Darf ich vorstellen:

Babette, eine Wichtelin. Gebastelt von Töchterchen und offen für alle Schandtaten. 🙂
Sie ist eine von vielen Wichteln, die durch die Welt reisen und Fotos ins Internet stellen. Einfach mal #Wichtel2019 eingeben. Das sollte was bei rumkommen.

Gegen 11 Uhr sind wir in Paris angekommen. Es ist sehr windig, bewölkt, um die 10 Grad, aber immerhin regnet es nicht.
Wir wollen uns den Eiffelturm anschauen und ins Musée Marmottan Monet, in dem ImpressionistInnen ausgestellt werden. Insbesondere Bilder von Berthe Morisot, die wir vor ein paar Jahren bei der Impressionistinnen-Ausstellung in der Frankfurter Schirn kennengelernt haben, wollen wir anschauen.

Schatzi, die auch ohne Auto ein hervorragendes Navi ist, hat den Weg zu Turm und Museum erkundet und so gehen wir am Bahnhof schnurstracks zu den U-Bahnen.
Auch an einem schnöden Dienstag ist es sehr voll überall. Es sind schon ziemlich viele Touristen unterwegs. An der U-Bahnstation gibt es zwar Fahrkartenautomaten, die auch auf Deutsch umzustellen sind, aber wir reihen uns doch am Schalter ein, da wir noch ein paar Fragen haben. Mit Englisch und ein paar Französisch-Brocken kommen wir da auch ganz gut mit durch.

Wir fahren ein paar Stationen mit der U-Bahn und wollen dann ein wenig an der Seine entlang laufen. Vielleicht einen kleinen Zwischenstopp beim Musee d’Orsay einlegen, wo zurzeit auch ein paar Bilder von Berthe Morisot zu sehen sein sollen!
Oh, die Naivität der Unwissenden!
Paris ist groß, die Wege sind weit, die Autodichte ist enorm, die Anzahl der bereit stehenden Leihfahrräder hoch, die Nutzung der Räder gering, der Baustellen sind derer viele und die Warteschlangen vor den Museen lang! Da werden wir wohl auf einen Besuch verzichten müssen.

Auf dem Weg zum Musee d’Orsay haben wir uns bei einem Bäcker belegte Brote gekauft, die wir vor dem Museum in netter Gesellschaft essen:

(Leider mussten wir Babette meistens festhalten, weil es so windig war und es soll ihr ja kein Leid geschehen!)

Jetzt aber weiter zu unserem eigentlichen Ziel. Auch wenn wir hier einen schönen Wegweiser zum Museum haben,

ist es gar nicht so leicht zu finden.

Wir fragen uns mit Händen und Füßen durch, bis schließlich eine nette ältere Damen Mitleid hat und uns doch tatsächlich fast bis ganz zum Museum führt.
Schick ist es dort. Es gibt einen kleinen Park und hübsche Häuser. Auch das Musée Marmottan Monet befindet sich in einer kleineren Villa.
Dieses Museum hat unter anderem einen Großteil der Bilder von Berthe Morisot geerbt, von denen einige im ersten Stock des Museum zu sehen sind:

Ja, der Besuch hat sich durchaus gelohnt.

Nun müssen wir aber noch dringend einen Blick auf den Eiffelturm werfen.
Schatzi hat vor dem Museum eine Bushaltestelle entdeckt, von wo wir wohl in die Nähe des Turms kämen. Und außerdem sehen wir vom Bus aus doch etwas mehr von der Stadt als in der U-Bahn.
Schatzi fragt aber sicherheitshalber noch einmal beim Busfahrer nach, an welcher Haltestelle wir aussteigen sollten. Trocadero sagte er. Okay, dann machen wir das.

Oh wow, ziemlich nah:

Der Trocadero ist ein größerer Platz recht nahe am Eiffelturm, etwas höher gelegen, von wo es einen fantastischen Blick auf den Turm gibt. Theoretisch könnten wir auch hinlaufen, es sind nur ein paar Hundert Meter, aber das ersparen wir uns. Wir sind schon genug gelaufen.
Auf dem Platz gibt es viele Männer, die kleine Eiffeltürme aus Metall verkaufen, Essens- und Souvenirstände und natürlich viele Touristen, die knipsen, was das Zeug hält. Wir natürlich auch.
Die T-Shirts schaue ich mir auch an, aber so richtig überzeugt bin ich nicht von der Qualität. Da lasse ich es lieber. Außerdem ist mein Schrank sowieso bis über die Ohren voll mit T-Shirts. 🙂
Frau sollte es nicht übertreiben, gell?

So, jetzt möchte ich aber auch noch die Champs-Élysées sehen. Wir also wieder in einen Bus hinein. Wahnsinn, wie voll das überall ist. Nicht nur auf den Straßen, auch in den Bussen.

Also nee, jetzt. Schön ist das hier nicht. Jede Menge Baustellen, dichter Autoverkehr und doofe Geschäfte. Da können wir jetzt gut drauf verzichten.
Stattdessen gehen wir in eine Seitenstraße und dort in ein Café namens Sofa, das nett aussieht. Doch das hieß wirklich Sofa. Wir wollen jetzt mal eine Runde sitzen und eine Kleinigkeit essen.
Wir bestellen uns wieder ein paar belegte Brote (keine Ahnung, warum es immer Brote gibt), die durchaus lecker sind.
Billig sind Essen und Trinken in Paris übrigens nicht. Es gibt durchaus Orte, an denen der Cappuccino mehr als 6 Euro kostet und ich meine keinen großen. Nein, ein Café au lait ist auch nicht viel günstiger. Wenn er denn wenigsten schmecken würde. Aber nun gut.

Danach haben wir uns auf den Weg zurück zum Bahnhof gemacht.
Auch eine kleine Weltreise mit viel Treppensteigen (Rolltreppen gibt es kaum) und langen Wegen von einer U-Bahn zur anderen.
Am Bahnhof haben wir dann noch was getrunken und ein Stück Kuchen gegessen, das leider auch nicht der Brüller war.
Aber in einer anderen Patisserie haben wir uns was für die Heimreise besorgt und das wiederum war ziemlich gut.
Tja, wenn Frau das alles vorher gewusst hätte!

Das jedenfalls war unser Tagesausflug nach Paris bei trockenem Wetter. Erst als wir schon im Bahnhof für die Rückreise angekommen waren, fing es an zu regnen.

Wenn Engel reisen! 🙂