Schatzis Senftöpfchen, die Dritte: Valet Parking

Heute möchte ich von einem Phänomen erzählen, das es zwar auch in Deutschland gibt, das einer aber nur selten oder nie begegnet – zumindest nicht in dieser Zwanghaftigkeit.

Stellt Euch vor:
Ihr mietet ein Auto, fahrt zum Hotel und wollt parken. Ihr fragt den Portier, wo ihr denn den Wagen abstellen könnt, und er antwortet, dass er das machen wird und bittet um den Schlüssel. Ihr sagt „Nein, danke, das möchte ich selbst machen“. Der Portier erwidert, dass dies nicht möglich sei. Ihr geht zur Rezeption und fragt nach. Antwort: Das Hotel übernimmt die Verantwortung für den Wagen für die Zeit des Aufenthalts. Der Portier übernimmt den Wagen vor der Tür und gibt ihn erst zurück, wenn man ihn wieder benötigt. Solange bleibt der Autoschlüssel im Besitz des Portiers.

Das nennt man VALET PARKING. Diese Vorgehensweise ist in sehr teuren Hotels – wohl auch in Deutschland und anderen europäischen Staaten – üblich. Schön und gut. Krass wird es nur dann, wenn das Hotel keine andere Art des Parkens (Self-Parking) erlaubt. So ist es uns in Washington ergangen, in diesem Super-Schuppen von Hotel in dem schon Frank Sinatra gesungen und Bill Clinton seinen Wahlsieg gefeiert hat.

Nun, ich war auf gar keinen Fall gewillt, unser frisch gemietetes Auto in die „Verantwortung“ dieses Hotels zu geben – inklusive Schlüssel.
So habe ich dann eine heftige Diskussion mit dem Rezeptionisten gehabt. Er ließ sich zwar nicht überzeugen, räumte aber dann ein, dass sich bereits andere Deutsche vor uns geweigert hätten, diese Art des Parkens zu akzeptieren. Er schickte uns also, wie schon die anderen Deutschen vor uns, zum gegenüberliegenden Hotel Marriott (genauso schick, aber nicht so alt-ehrwürdig). Dort könne man zum gleichen Preis selbst parken – auch ohne Gast zu sein. Apropos Preis: Wir reden hier von $ 28,– pro Tag. Das sind ca. EUR 22,–!!!

So fuhren wir dann auf den Self-Parkplatz des Marriott und schleppten unsere Koffer zu unserem Omni-Shoreham-Hotel und alles war gut.
Diese $ 28,– haben wir dann gerne ans Marriott bezahlt, und die Koffer haben wir gerne 300 m geschleppt (bzw. gerollt) – dafür, dass wir die Verantwortung für’s Auto und den Autoschlüssel behalten „durften“.

Es lebe die persönliche Wahlfreiheit – immer und überall !!!