Ein Tag auf der Frankfurter Buchmesse 2012 oder Herta lacht! – Teil 1

Es ist mal wieder Buchmessenzeit und ich habe mir am Donnerstag extra freigenommen, um meiner heimlichen Leidenschaft zu frönen: Bücher! Buchmesse! Lesen!

Da ich die letzten Jahre abends immer ziemlich kaputt war, wenn ich nach Hause ging, hatte ich mir dieses Jahr fest vorgenommen, die Anzahl der besuchten Stände und Hallen – vor allen Dingen die Anzahl der Hallen – zu beschränken.
Sonst bin ich immer durch (fast) alle Hallen, durch (fast) alle Gänge getigert. Ich weiß, sehr schlau war das nicht.

Deswegen habe ich mich tags vorher hingesetzt, den Aussteller- und den Veranstaltungskatalog durchforstet und mir rausgesucht, wo ich hingehen wollte.

Und das habe ich gemacht:

Zunächst ging’s ins Forum zur Ausstellung von Neuseeland.
Das Ganze steht unter dem Motto While You Were Sleeping – frei übersetzt mit Bevor Es Bei Euch Hell Wird (find ich jetzt nicht so gelungen, aber lassen wir das).

Hier ein paar Bilder (meine Kamera ist nicht die Tollste)

Motto-BuchmesseBuecher-auf-Leinwand

Bevor die Gäste in den Raum gelassen werden, gibt es die Warnung, dass überall Wasserflächen sind, die nicht betreten werden dürfen. Und in der Tat, es gibt viel Wasser, sehr viel Wasser. Das schränkt natürlich den zu belaufenden Bereich sehr ein und dementsprechend wird es schnell eng in dem ansonsten riesigen Raum.
Es finden in regelmäßigen Abständen immer wieder kleine Vorführungen statt, bei denen dann unter anderem ein Maori unter einer Art Regendusche steht und Texte rezitiert.

Mir hat das nicht so gefallen. Es war viel zu unruhig und durch ein paar grelle Scheinwerfer viel zu hell in dem Raum. Das war ein wenig schade.

Und dann war da noch ein Team des Hessischen Rundfunks, die Aufnahmen für die Sendung hauptsache kultur am gleichen Abend machten.
Die Moderatorin wurde mitten in ein Wasserbecken gestellt und sollte dann immer mit dem Füßen im Wasser rumpuddeln.
War schon lustig, hehe.

Hessischer-Rundfunk

Ich bin dann bald wieder rausgegangen.

Durch das ARD-Forum hindurch, vorbei an Dennis Scheck, der gerade Donna Leon interviewte, bin ich dann raus aus der Halle und zu Halle 3 rübergeschlendert, in der sich überwiegend deutsche Verlage in allen Größen befinden.

Durch Zufall geriet ich dort in eine Veranstaltung der Frankfurt Book Fair Literacy Campaign – LitCam.

Auf deren Bühne war heute Afrika-Tag.
In dem Gespräch mit drei Verlegern aus Südafrika und Äthiopien war das Thema Büchermachen in Afrika – Chancen und Herausforderungen.
Leider hatte ich den Anfang verpasst und bekam nur noch die letzten zwanzig Minuten der dreiviertelstündigen Diskussion mit.
Aber unter anderem ging es natürlich über die Kosten der Buchentwicklung, -herstellung und wie denn die Menschen diese Bücher bezahlen sollten.
Ein weiteres großes Problem ist wohl das Spenden von Büchern durch Nicht-Afrikaner.
Da geht es nicht nur darum, dass weniger einheimische Bücher gekauft werden sondern auch darum, dass die Spenden nicht immer angemessen sind.
Wie sinnvoll ist es, einer äthiopischen Grundschulklasse die Biographie über Steve Jobs zu schenken?
(Als ich das gehört habe, musste ich mich doch mal wieder eine Runde fremdschämen.)
Wen interessiert in Afrika Steve Jobs???
Mal abgesehen davon, dass das Buch viel zu dick ist und Kinder eher davon abschreckt, zukünftig ein Buch in die Hand zu nehmen.

Leider war diese interessante Veranstaltung nicht sehr gut besucht. Außer mir saßen nur noch 5 weitere Leute im Publikum und von denen gehörten wohl auch drei zu den Gesprächsteilnehmern.

Die Positionierung der Bühne insgesamt fand ich ziemlich blöd. Ziemlich versteckt neben der Gourmet-Gallery, wo ständig geredet und gekocht wurde. Ne, nich so gut.
Ganz so stiefmütterlich sollte die Frankfurter Buchmesse ihr eigenes „Kind“ LitCam nicht behandeln.

Teil 2 folgt