Weimar Juli 2011 – Und schon einen Abstecher gemacht

Nach einer grundsätzlich bequemen, aber für mich doch unruhigen Nacht (gegen vier hatte ich plötzlich einen ziemlich heftigen Schwitzanfall und war blitzehellewach – sind das etwa schon Hitzewallungen der Wechseljahre ???) sind wir heute gegen viertel nach acht aufgestanden und haben uns ein Plätzchen zum Frühstücken gesucht. Als nächste Gelegenheit bot sich das Hotel Kaiserin Augusta hier um die Ecke gegenüber vom Bahnhof an. (Benannt nach Kaiserin Augusta, der Frau von Kaiser Wilhelm I.)
Das Frühstücksbuffet war ziemlich gut und auch gar nicht so teuer.

Danach ging es auf den besagten Abstecher und zwar nach Erfurt.
Dort sind wir zur Touristeninfo gelaufen und haben erstmal eine Stadtrundfahrt in einem kleinen, aber dafür langen Bus gekauft.
Wir sind zwar schon mal kurz in Erfurt gewesen, aber viel gesehen hatten wir damals von der Stadt nicht.
Auf dem Weg zum Domplatz, der Abfahrtsstelle des Busses, haben wir uns noch ein wenig die Innenstadt angeschaut und dabei gegenüber vom Dom die Erfurter Kaffeerösterei entdeckt. Dort wird der Kaffee direkt im Geschäft geröstet. Es kann also dabei zugesehen werden.
Einen Kaffee haben wir hier allerdings nicht getrunken, der Laden war voll. Stattdessen gab es Eiskaffee und Cappuccino nebenan im Eiscafé Venezia.

Die Stadtrundfahrt war gut gemacht und die Stadtführerin hat alles sehr gut erklärt, auch wenn uns die fünf Millionen Kirchen und achtunddreißigtausend Klöster Erfurts, sowie der Hinweis auf den Papstbesuch im September nicht ganz so dolle interessiert haben.
Dafür waren die Schilderungen über die alte Festung und Militärbasis auf dem Petersberg hochinteressant.

ACHTUNG! ACHTUNG! ACHTUNG! Pferdeliebhaberinnen bitte nicht weiterlesen!!!! Erst ab der nächsten Überschrift wieder!!!

Danach sind wir dann Essen gegangen. Es war ja schließlich schon halb zwei und wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr gehabt.
In einer eher unauffälligen Seitenstraße entdeckten wir die Feuerkugel.
In dieser alteingesessenen Gaststätte hat Schatzi doch tatsächlich etwas Unglaubliches bestellt. Ja, ich schreibe es: Schatzi hat Pferdegulasch gegessen und es hat ihr geschmeckt. Sie braucht es nicht nochmal, aber aufgegessen hat sie.
Und ich sollte endlich lernen, keine Speisen mit Alkohol mehr zu bestellen. Das Erfurter Schwarzbierfleisch hatte ein wenig zuviel Schwarzbier für meinen Geschmack. Es schmeckt mir nicht, da wird mir einfach bloß warm von und Hitzewallungen hatte ich ja letzte Nacht genug.
Dafür waren aber die Thüringer Klöße, die grünen Bohnen und Schatzis rote Faßbrause gut.

So, jetzt können die Pferdeliebhaberinnen wieder mitlesen. :-))

Danach ging es auf die Krämerbrücke, eine der herausragenden Sehenswürdigkeiten Erfurts und die einzige bewohnte Brücke nördlich der Alpen. (Die bewohnte Brücke südlich der Alpen befindet sich in Florenz. Da waren wir auch schon :D)

Diese Brücke ist einfacht nur toll. Es reiht sich ein hübsches kleines Geschäft an das andere. Hier gibt es Sachen für LinkshänderInnen, Gewürze, Geschenkartikel und die Goldhelm Schokoladenmanufaktur.
Hier gibt es jede Menge Sorten Schokoladen und Pralinen, Pralinen im Glas, eine abgefahrenen Gewürzmischung mit 29 Gewürzen inklusive Schokolade und Liebe.
Und Eis. Und was für Eis! Schatzi hat sich fast gar nicht wieder eingekriegt, so begeistert war sie. Sie hatte die Sorte mallorquinische Orange mit Mandel und ich hatte Schokoladentrüffel.
Das Eis war so extremst lecker, dass wir nach einem kleinen Aufenthalt am Wasser neben der Krämerbrücke wieder zum Laden gegangen sind und jeweils noch eine Kugel geholt haben. Schatzi nochmal das Gleiche und ich hatte Nougat-Marzipan. Die Sorte fand ich noch besser als Schokolade-Trüffel.

Danach haben wir eine kleine Bustour unternommen. Wir sind mit einem Linienbus raus zum Schloß Molsdorf gefahren. Es liegt ungefähr 12 Kilometer von der Erfurter Innenstadt entfernt, zählt aber noch zum Bereich Erfurt des öffentlichen Nahverkehrs. Die Strecke führt durch das Villenviertel Erfurts. Da stehen durchaus einige schicke Häuschen.
(Die Stadtführerin von der Tour heute morgen hatte uns den durchschnittlichen Quadratmeterpreis für Erfurt und auch für das Villenviertel genannt. Da lachen wir Frankfurterinnen doch nur ein mal kurz auf vor lauter Neid!)

Im Gegensatz zu der Aussage auf der Homepage war das barocke Wasserschloß allerdings wohl nicht zugänglich. Es befand sich eine große Baustelle davor.
Da sind wir halt einfach kurzerhand zurück gefahren. Vielleicht hätten wir uns von der Baustelle nicht abschrecken lassen sollen. Aber wenn das Schloß geschlossen gewesen wäre, hätten wir eine Stunde auf den nächsten Bus warten müssen. Und sooo schön war die Umgebung direkt am Schloß leider nicht. Kein Café oder andere Lokalität weit und breit.

In Erfurt haben wir dann unser Auto geholt und sind zurück nach Weimar gefahren.
Allerdings nicht auf direktem Weg, sondern über Bad Berka.
Es war sechs, als wir dort ankamen. Und 99% der Bürgersteige waren hochgeklappt.

Bad Berka ist ein hübscher Ort, aber leider in den Sommerferien am Abend sehr verlassen. Das Wichtigste jedoch hatte noch auf: eine Eisdiele!
In der Oha-Eisdiele, die es bereits seit 1947 gibt, hatten sie auch lecker Eis. Ich hatte Quark-Erdbeere, Cookies und Toffie, Schatzi hatte eine Kugel Haselnuss.
Den Anti-Kopfschmerz-Kaffee haben wir aber nicht getrunken, wir hatten gerade keine Kopfschmerzen.
Die Bedienung sagte uns, dass die Mischung aus Kaffee und Zitrone wirklich helfen würde. Sie selbst hätte es zwar auch noch nicht getestet, aber Gäste hätten ihr glaubhaft versichtert, dass sie wirkt. Mmmh….

Da wir nun noch eine Kleinigkeit herzhaft essen wollten, fragten wir die Bedienung, wo wir denn ein Lokal finden könnten. Eine vorbeigehende Passantin schickte uns dann zum Hubertushof, einem Hotel mit Restaurant.
Dort waren wir die einzigen Restaurant-Gäste. Auch hier ist in den Ferien nichts los.
Schatzi hatte Salat mit Sesam-Putenbrust (lecker) und ich hatte gebackenen Camembert mit Preiselbeeren.
Nein, das stimmt nicht ganz. Ich hatte Camembert mit einer Mischung aus Preiselbeeren und einer Erdbeercreme.
Die Bedienung hatte einfach mal die Erdbeercreme unter die Preiselbeeren gemischt. Und ich muss sagen, das war eine wirklich geniale Idee. Das schmeckte total lecker! Ich habe der Bedienung und dem Koch, der gerade dazu kam, gesagt, dass sie das beibehalten sollten.

Danach ging es weiter zurück nach Weimar.

Drückt mir die Daumen, dass ich heute nacht nicht wieder Schwitzanfälle kriege, denn morgen geht es in die Anna-Amalia-Bibliothek und da muss ich fit sein!