Tod auf der Buchmesse oder jetzt nicht mehr live

So, jetzt haben wir schon wieder den letzten Tag der Frankfurter Buchmesse 2015.
Nee, heute bin ich nicht da und ich blogge auch nicht von da. 3 Tage hintereinander sind auch für mich genug.
Donnerstag habe ich, wie bereits erwähnt, Standdienst für den BDÜ gemacht, Freitag habe ich mir die Buchmesse als Besucherin angetan und am Samstag war ich wieder am Stand des BDÜ zu finden.

Die Buchmesse ist ja in diesem Jahr neu organisiert, das heißt, Verlage, die in den vergangenen Jahren in der und der Halle waren, sind in diesem Jahr ganz woanders. So wurde zum Beispiel die Halle 8 aufgegeben, in der in den vergangenen Jahren ein Großteil der US-amerikanischen, britischen und kanadischen Verlage untergebracht war. Die fanden sich in diesem Jahr in Halle 6. Und so sind auch wir, der BDÜ, von der früheren Halle 5 in Halle 3 gewandert.
Ich finde den Platz ziemlich gut, auch wenn wir ganz am Ende der Halle waren. Das hatte den Vorteil, dass am Samstag, dem ersten Tag, an dem auch Nicht-Fachbesucher auf die Buchmesse dürfen, viele bei uns vorbeikamen, aber wir nicht in dem heftigen Trubel am anderen Ende der Halle untergingen.

Was wir den ganzen Tag am Stand so machen?
Rumsitzen, Leute anschauen, Besucher und Besucherinnen fragen, ob wir ihnen helfen können, rumsitzen, Leute anschauen, aufstehen, Leute anschauen, gaaaanz viel über den Verband erzählen und warum es sich lohnt, bei uns mitzumachen, rumsitzen, Leute anschauen, in die Landschaft starren, den Veranstaltungen gegenüber auf der Bühne zuhören, sich mit Kolleginnen und Kollegen unterhalten, rumsitzen, Leute anschauen, sich über Leute wundern, was die für Fragen stellen, Computer töten, rumsitzen, Leute anschauen, Fanartikel und Zeitschriften auffüllen, rumsitzen, Leute anschauen, beraten, Kaffee trinken, was essen, rumsitzen, …

Es kommen viele verschiedene Menschen zu uns.
Da ist zum Beispiel die junge Berufsanfängerin, die gerne als angestellte Übersetzerin arbeiten würde, aber bisher nur Absagen bekommen hat. Der machen wir Mut und geben ihr Tipps, wo sie es noch versuchen könnte oder wo sie Informationen dazu finden kann. Oder die Eltern, die für ihre Kinder, die fast mit dem Studium fertig sind, Informationen darüber sammeln, was sie denn beruflich mal machen könnten. Oder der Mann von einer kommunalen Einrichtung in Bottrop, der dringend auf der Suche nach DolmetscherInnen oder ÜbersetzerInnen war, die bei der Flüchtlingsproblematik helfen könnten. Oder die albanische Sozialpädagogin, die überlegt, ob sie nicht noch eine Ausbildung oder Weiterbildung zur Dolmetscherin machen sollte. Oder Leute, die ein Buch geschrieben haben und jetzt davon überzeugt sind, dass dieses Buch auch unbedingt übersetzt werden müsste (die schicken wir dann zu den KollegInnen des VdÜ, mit dem wir den Stand teilen).
Klasse fand ich ja die junge Frau, die sich unserer Broschüre schnappte und zu ihrem Begleiter sagte: „Die nehme ich mal mit, wer weiß, wofür’s gut ist. Vielleicht habe ich ja eines Tages keine Lust mehr, Englischlehrerin zu sein.“
Oder der Mann mittleren Alters, der den Namen des Verbandes las und rief: „Super! Ich habe ja gar nicht gewusst, dass es sowas gibt! Das ist ja klasse!“ Und Andere fragen natürlich, warum sie denn bei uns mitmachen sollten. Und auch darauf geben wir eine ordentliche Antwort.

Ach, ich sollte vielleicht noch die Frage beantworten, die Ihr Euch bestimmt beim Anblick der Überschrift und beim Lesen dieses Beitrags gestellt habt: wer ist denn gestorben und wieso töten wir Computer??
Na ja, wir hatten vom Bundesverband einen Laptop zur Verfügung gestellt bekommen, mit dessen Hilfe wir zeigen wollten, wie die Homepage aussieht und was dort alles zu finden ist.
Am Donnerstag hatte ich meinen eigenen Laptop dabei, was auch gut war, weil der Verbands-Laptop ein etwas älteres Modell war und damit ziemlich langsam. Auch hatten wir Probleme, ins W-LAN der Messe reinzukommen. Das Netz war leider häufig so überlastet, dass unser Rechner immer wieder rausgeschmissen wurde. An meinem Laptop habe ich einen Internetstick eines anderen Anbieters, der ziemlich stabil lief. Den habe ich dann dagelassen und den Stick für Freitag an den Uralt-Rechner angeschlossen. Freitag war auch alles gut.
Am Samstagmorgen wollte ich den Verbands-Laptop dann hochfahren, was allein mindestens eine halbe, wenn nicht sogar eine Dreiviertelstunde dauerte. Als es dann darum ging, die Internetverbindung herzustellen, flippte das arme, alte Ding leider völlig aus und beschloss mal eben kurz, jetzt die Karte, die für die Internetverbindung im Rechner zuständig ist, einfach abzuschalten. Tja, so standen wir da mit einem sinnlosen Rechner und erklärten ihn für tot.
Was für ein Abgang! Tod auf der Buchmesse! 🙂
Komischerweise kamen bis zu diesem Zeitpunkt, es war ungefähr 11 Uhr, nur wenige Leute zu uns an den Stand. Kaum hatten wir den Rechner weggepackt, begann ein kleiner Ansturm. Sollte uns das etwas sagen????

Zum Schluss möchte ich auch noch ein kleines Dankeschön an die Betreuerinnen von der Messe, die für den Bereich Weltempfang zuständig waren und auch an die Beiden von der IT-Abteilung der Messe loswerden. Uns wurde gut und kompetent geholfen, wenn was war (zum Beispiel für eine durchgebrannte Glühbirne wurde ruckzuck Ersatz beschafft) und obwohl sie gar nicht dafür zuständig waren, haben die Beiden von der IT-Abteilung versucht, den Laptop zu retten. Auch wenn es nicht geklappt hat: Danke!