Toskana 2019 – Tag 2

Nach einer relativ ruhigen Nacht, nur gestört vom ständigen Gezirpe der Grillen sind wir heute morgen ziemlich früh aufgestanden, nämlich schon um 7 Uhr. Und dann habe ich es doch tatsächlich gewagt, mich ungefrühstückt ins eisekalte Wasser zu stürzen. Brrr, frisch das Ganze. Kopf unter Wasser habe ich mich dann doch nicht getraut. Spaß hat es dennoch gemacht. Allerdings hatte ich einiges an Gesellschaft im Wasser. So ein Pool im Freien ist halt doch ein kleiner Friedhof für Insekten.
Nach dem Frühstück bestehend aus Brot und Müsli sind wir dann noch einmal zum Supermarkt gefahren, da wir doch noch einiges vergessen hatten.
Und im Anschluss haben wir uns dann Seggiano angeschaut. Natürlich mussten wir mit dem Auto hochfahren, ging nämlich ziemlich steil hoch. Allerdings war die Straße hinauf ziemlich eng und unser Mietauto fällt doch eher die die Kategorie „Super auf Autobahn, ungünstig in engen italienischen Gassen“. An einer Stelle ging es dann nicht mehr weiter. Die Durchfahrt war nur 2,30 m breit und der Winkel dort hindurch sehr spitz. Wir haben dann beschlossen, lieber umzudrehen, was allerdings auch nicht einfach war. Denn links und rechts standen Autos und eine Bar/Trattoria war dort auch noch angesiedelt. Was also auch bedeutete: Publikum. Aber was mich sehr erstaunt hat: es haben alle zugeschaut, aber keiner von den Männer hat irgendeinen blöden Kommentar abgegeben oder gar versucht, das Steuer zu übernehmen und den Wagen zu wenden. Ganz im Gegenteil: als ich es dann geschafft hatte, haben wir alle gelacht, ich habe mich verbeugt und es gab Applaus. Super lustig.
Wir haben uns dann einen Parkplatz gesucht und in der Bar Kaffee und Croissants bestellt. Sehr lecker.

Und hier Babette vor Toskana-Kulisse:

Zurück im Ferienhaus mussten wir uns erst mal um ein anderes Insektenproblem kümmern. Hornissen. Oben auf der Empore über dem Wohnzimmer, wo Petra schläft, fanden sich mehrere Hornissen. Wir hatten bereits gestern abend zwei in der Küche gehabt.
Wir haben dann den Vermieter angerufen, der auch gleich einen Freund, der Feuerwehrmann ist, beauftragt hat, mal vorbeizuschauen.
Der hat sich alles angeschaut und dann die Viecher vernichtet. Er musste aber noch herausfinden, wo die Hornissen herkamen und hatte den Kamin in Verdacht. Mal schauen. Wir werden das Ganze weiter beobachten.
Heute abend kam dann der Vermieter vorbei und hat auch noch einmal von außen gesucht. Morgen abend wird wohl größer aufgefahren, um die Hornissen endgültig zu vertreiben.

In der Zwischenzeit haben wir den lustigen Poolroboter zum Einsatz gebracht, um die Insekten und den anderen Dreck aus dem Pool zu bekommen.

Es ist schon ein witziges Teilchen, wie es da völlig selbstständig durch den Pool rollt und sogar die Wände hochklettern kann. Es dauerte halt relativ lang, da das Teilchen leider nicht systematisch sondern chaotisch durch den Pool gefahren ist.
Aber gleich danach haben sich die Tänzerin und ich ins Wasser gestürzt und das saubere Wasser genossen.
Die nächsten paar Stunden haben wir gemütlich auf der Terrasse verbracht, einfach in die Landschaft geschaut, dunkle Wolken auf- und weiterziehen gesehen und und nett unterhalten.
Später am Nachmittag ging es dann nach Montalcino, einer etwas größeren Stadt auf der anderen Seite unseres Ferienhauses.
Wie sich vielleicht durch den Namen erraten läßt, ist Montalcino eine hügelige Stadt. Sehr hügelig. Sehr, sehr hügelig. Sehr, sehr, sehr hügelig. Steile Treppen, steile Aufgänge, lange Wege. Da war dann ein wenig Klettern angesagt.

Wir waren aber überrascht, wie wenige Menschen wir in den Gassen gesehen haben, obowhl überall jede Menge Autos standen.
Allerdings waren wir für italienische Verhältnisse zu früh, um schon Abendessen zu bekommen. Vor halb acht gibt es in den Restaurants meist nur kleine Snacks und Wein. Montalcino ist eine Weinstadt. In Seggiano haben sie es eher mit dem Olivenöl. Da gibt es auch ein Ölmuseum.
Wir haben aber in Montalcino in einer kleinen Stehpizzaria sehr günstig und sehr lecker gegessen.
Leider hat es auch ein wenig geregnet. Das war nicht so nett.

Dann ging es zurück ins Ferienhaus und hier sitzen wir immer noch auf der Terrasse und geniessen den lauen Sommerabend unter einem beeindruckenden Sternenhimmel.
So, da die anderen schon die ganze Zeit drängeln, dass sie hören wollen, was ich geschrieben habe, muss ich jetzt aufhören.
Gute Nacht.