Ulm, 17. – 19. Juni 2013 Tag 3

Heute Abend geht es zurück nach Frankfurt. Allerdings ist bis zur Abfahrt des Zuges um 19.51 Uhr noch jede Menge Zeit.

Puh, es ist schon wieder ganz schön heiß!

Wir haben etwas länger geschlafen als gestern, das Frühstück kleiner ausfallen lassen und uns auf dem Weg zum Wochenmarkt auf dem Platz vor dem Münster gemacht.
Der findet zweimal die Woche statt: Mittwochs und samstags, jeweils von 6 bis 13 Uhr.

Die Auswahl an Obst, Gemüse, Blumen etc. war schon ziemlich groß. Die allermeisten Stände hatten Obst und Gemüse. Viele hatten bei einzelnen Produkten den Hinweis gegeben, dass sie dieses Produkt selbst anbauen. Das fanden wir schon klasse.

Hier ein paar Äpfel und Birnen:
Brokkoli
Okay, okay, wohl eher Frühlingszwiebeln, Radieschen, Brokkoli und Blumenkohl.

Oder lieber Karotten, Kohlrabi und jede Menge Rettiche???
Karotten

Besonders schick waren auch die Erdbeeren:
Erdbeeren

Was sind eigentlich Vespergurken???
Vespergurken

Gekauft haben wir allerdings nichts. Bei der Hitze ist es schlecht mit dem Transportieren bis nach Frankfurt. Und außerdem ist es ja nicht so, als gäbe es in Frankfurt kei Obschd un Gemies, gell?

Anschließend sind wir zum Abkühlen wieder eine Runde ins Münster gegangen. Das ist einfach herrlich, immer wenn Dir in Ulm zu warm wird, gehste ins Münster und kühlst ab!

Wir haben da wohl zwanzig Minuten oder so verbracht. Auf Dauer wird die Hose zwar ein bisschen klamm auf den Sitzkissen auf den Bänken, aber das war uns mal grad egal. Hauptsache kühl!

Im Viertel rund um den Judenhof haben wir dann noch ein kleines Geschäft entdeckt, in dem Schatzi noch ein Shirt und eine Hose gekauft hat, und einen Buchladen, in dem ich mal wieder zugeschlagen habe.
Da habe ich doch tatsächlich 7 frauenthematische Bücher in Ulm gefunden! Welche hätte das vorher gedacht?

Das Frühstück war ja heute nur klein ausgefallen, deshalb beschlossen wir, im Café im Kornhauskeller noch etwas zu essen.
Das Café gehört zu pro arte der Ulmer Kunststiftung.
Ein hübscher Laden mit einem riesigen Innenhof und ganz schön vielen Plätzen. Da gibt es Frühstück bis 18 Uhr und wir haben uns Rührei (Schatzi) und Spiegeleier (ich) gegönnt. Es sitzt sich sehr nett da im Innenhof. Nur leider ging da ja mal überhaupt kein Wind, so dass es uns dann nach einer Weile doch zu warm wurde.

Und auf dem Weg zum Museum der Brotkultur haben wir doch tatsächlich noch extrem leckeres Eis gefunden: Märkleshof-Eis!
Die Sorten Zitrone, Nuss und Gianduja waren wirklich wunderbar! Und der Laden gehört auch noch einer Frau! Yeah!

Nun aber ab ins Museum der Brotkultur. Zu jeder Menge Informationen über die Geschichte des Brotes, mit vielen Schautafeln und Geschichten über Hungersnöte und Herstellungsmethoden und mit diesem schicken Teil hier:
Kleiekotzerjpg

Das Ding heißt tatsächlich Kleiekotzer.
Und hier haben diejenigen von Euch, die ihren Max und Moritz gelesen haben, das Ding schon mal gesehen:

MaxundMoritz

Nach so vielen Texten über Nahrung war dann mal ein Stückchen Kuchen fällig und wie es sich gehört, befragen wir dazu wieder die Einheimischen. In diesem Fall die Dame an der Kasse des Museums.
Sie empfiehlt uns, wie aus der Pistole geschossen, das Café Ströbele in der Hirschstraße 4 (Leider keine Homepage).
Was wir auch gerne ausprobieren und was sich auch wirklich gelohnt hat. Die Johannisbeer-Baiser-Torte und der Früchtekranz waren sehr lecker.

Nu war ja immer noch viel Zeit bis zur Abfahrt des Zuges. Wir also wieder hinein ins Münster, abkühlen. Und dann hinein in einen Bus, der nach Böfingen-Süd fuhr. Und dann hinein in die einzige Straßenbahnlinie Ulms, in die andere Richtung und weiter nach Söflingen.
Bei den vielen Stadtteilen und Orten mit -ingen am Ende (Böfingen, Söflingen, Wiblingen, Grimmelfingen, Einsingen, Jungingen etc. pp.) kann lesbe schon mal ein wenig wuschig werden. Sind wir jetzt in Böfingen oder Söflingen oder doch schon in Jungingen???
Aber im Grunde war uns das egal: hauptsache Klimaanlage!

Noch eine kleine Anmerkung zum Thema Münster. Schatzi hat darauf bestanden, dass ich folgendes noch erwähne:
Wir haben uns im Münster immer so in die fünft- oder sechstletzte Reihe gesetzt. Und nun hat die Kirche ja ca. 2.000 Sitzmöglichkeiten. Es war also überall jede Menge Platz. Und was passiert, wenn wieder mal Leute in die Kirche kamen?
Ich nenne das Ganze „Kerzenstandphänomen“. Weil es mir zum ersten Mal bewusst an einem Kerzenstand auf dem Frankfurter Weihnachtsmarkt aufgefallen ist.
Der Stand ist riesengroß, überall ist eine Menge Platz. Ich stelle mich in eine Ecke, sehe nicht einmal auf die Ware, während Schatzi den ganzen Stand abläuft und sich alles anschaut.
Ich stehe da keine zwei Minuten und schon sind Leute um mich herum, die genau an der Stelle, an der ich stehe, sich die Ware anschauen wollen. Das Ganze funktioniert sogar, wenn ich beim Einkaufen auf dem Wochenmarkt den Kartoffelporsche abstelle und ein Stück weiter am Stand nach Waren schaue. Es dauert nicht lange und um den Shopper herum stehen Leute, die genau da Waren kaufen wollen. Faszinierend dieser Herdentrieb.
Und so war es auch im Münster. Anstatt etwas weiter in die Kirche hineinzugehen, setzten sich die Leute im relativ geringen Abstand um uns herum. Dabei gab es da ja noch nicht einmal was zu kaufen und die Sicht auf die Besonderheiten des Münsters war von dort aus auch nicht gerade hervorragend.
Versteh‘ eine die Leut‘.

Die Straßenbahn in Ulm ist übrigens sehr leise. Wir haben sie kaum gehört. Auch nicht in unserem Hotelzimmer, dass in der Nähe der Strecke lag. Und so eine höfliche Ansage der Stationen habe ich auch noch nie erlebt. Die junge Dame auf dem Band sprach tatsächlich in ganzen Sätzen!
„Nächster Halt: sowieso. Hier können Sie umsteigen zur der und der…“. Sehr nett.

Jetzt hatten wir aber allmählich genug von der Hitze und uns viel auch nix mehr ein, was wir noch sehen wollten.
Also ging es zurück zum Hotel Stern, wo noch unsere Sachen standen.
Wir haben uns nochmals umgezogen und dann im Restaurant des Hotels Salat gegessen.
Yep, ich habe tatsächlich Salat gegessen und er hat mir sogar geschmeckt! Wenn dass meine Frau wüsste! 😉
Aber das lag natürlich nur an den beiden Stücken Schweinefilet, die auf dem Salat lagen. Schatzi hatte Hühnerbrust und Aprikosen auf ihrem.

Gegen 18.30 Uhr sind wir dann zum Hauptbahnhof gefahren.
Brav haben wir dort gewartet und mussten dann leider recht bald feststellen, dass auch der Zug zurück nach Frankfurt 50 Minuten Verspätung haben würde. Blöderweise haben wir das erst gesehen, als der vorherige verspätete Zug gerade abgefahren war. Und es gab leider keinen anderen, den wir hätten nehmen können.
(Aber im Nachhinein können wir uns nicht mehr so ärgern. Wenigstens ist der Zug überhaupt gefahren. Ich habe gerade gelesen, dass bisher insgesamt 1.000 Züge aufgrund des Hochwassers ausgefallen sind und über 5.000 Züge Verspätung hatten.)

Als wir dann endlich gegen 23 Uhr in Frankfurt ankamen und aus dem Zug stiegen, wurden wir von einer Wand aus Hitze und Feuchtigkeit begrüßt. Bäh, war das schwül! Wir wären am liebsten wieder zurück nach Ulm gefahren. Da war es nur heiß, aber nicht schwül.
Aber letztendlich war es doch ganz schön, wieder zuhause zu sein.

Das war es für dieses Mal. Es folgt aber bald ein neuer Bericht, denn Ende des Monates geht es zur Internationalen Gartenschau nach Hamburg.