Ulm, 17. bis 19. Juni 2013 Tag 2, Teil 1

Hitze in Ulm, Hitze um Ulm und Hitze um Ulm herum! Und letzte Nacht war auch nicht gerade erfrischend und kühl. Wir haben sehr unruhig geschlafen, da es leider auch ziemlich laut durch die offen stehenden Fenster war.

Dennoch sind wir heute morgen tapfer gegen acht Uhr aufgestanden, da wir ja an der Stadtführung um 10 Uhr teilnehmen wollten.
Das Frühstück war gut und wir haben uns gleich auf den Weg gemacht.
In einem Café am Münster haben wir noch schnell einen Kaffee getrunken, der aber auch nicht richtig gut war. Irgendwie hatten wir mit den Kaffees in Ulm noch nicht ganz so viel Glück.

Dann ging es aber endlich los. Als erstes ging es ins Münster, wo es auch heute wieder wunderbar kalt war. Allerdings haben wir von der Stadtführerin erfahren, dass es im Winter nicht so wunderbar ist. Da kann es doch tatsächlich vorkommen, dass die Temperatur in der Kirche unter Null Grad fällt!

Sie hat uns auch erzählt, dass das Münster eine so genannte Bürgerkirche ist, was bedeutet, dass ihr Bau komplett von Bürgern bezahlt wurde und keine Gelder von Fürsten oder Geistlichen dafür verwendet wurden.
Es kann übrigens passieren, dass das Ulmer Münster bald den Titel Höchster Kirchturm der Welt an die Sagrada Familia in Barcelona verliert. Allerdings muss die dazu erst mal fertig werden. Und wie meinte die Stadführerin: dann packen halt die Ulmer noch ein paar Rosetten oben auf den Turm und dann passt es wieder. 🙂

Was ich gestern übrigens für Wappen gehalten habe, entpuppte sich heute als so genannte Totenschilde.
Die haben übrigens nur Männer bekommen, was mal wieder typisch ist, nicht wahr?

Dass sich die Ulmer den Spatzen als Vogel ausgesucht haben, obwohl sie in dieser (wohl aus Norddeutschland importierten) Sage nicht gut wegkommen bzw. sich als ziemlich dämlich herausstellen, hat ja auch schon wieder irgendwas.

Weiter ging es zum Rathaus, dass immer wieder angebaut und ergänzt wurde und von allen Seiten komplett angemalt ist. Sie wurde auch bei der Bombardierung der Stadt im zweiten Weltkrieg kaum beschädigt.
Hier ist ein Bild der astronomischen Uhr, die übrigens keiner lesen konnte, weshalb darüber eine normale Uhr gehängt wurde, die vom einfachen Volk nicht gelesen werden konnte, weswegen eine Sonnenuhr darüber angebracht wurde und zur Sicherheit wurde noch ein Glockenturm errichtet.

Rathaus-Uhr

(Es war bei diesem strahlenden Sonnenschein übrigens gar nicht so einfach, mit unserer relativ schlichten Digitalkamera Fotos zu machen. Die Bilder wurden häufig einfach zu dunke.)

Weiter ging es hinunter ins Fischer- und Gerberviertel, wo wir über die Ulmer Zille und die Ulmer Schachtel erfahren haben, die zum Reichtum der Stadt beigetragen haben.

Ein weiterer Stopp war am Schwörhaus, das beim sogenannten Schwörmontag eine wichtige Rolle spielt.

Wir haben noch ein paar andere Dinge angeschaut, die ich jetzt aber nicht alle auflisten will. Die Seiten der Stadt Ulm sind in dieser Hinsicht ziemlich gut und ausführlich.

Ganz witzig ist noch diese Geschichte:

Thron
Das ist ein Thron an einem Haus. Und da sitzt auch einmal im Jahr jemand drauf:

Plakat

Ein Juwelier/Künstler hat als König von Ulm damit angefangen, Thronreden am Schwörmontag zu halten. Nach seinem Tod wird die Tradition von seiner Tochter als Prinzessin fortgeführt.

Danach war dann auch bald Schluss mit der Stadtführung. Was uns ganz recht war, denn wir mussten uns dringend mal hinsetzen. Leider hat das Eis in der Eisdiele, die wir ausgesucht hatten, nur ganz okay geschmeckt. Deshalb: keine Erwähnung des Namens! 🙂

So, heute ist mir zu heiß, deswegen endet der Eintrag jetzt.
Der Rest folgt noch diese Woche, versprochen.