Ulm, 17. – 19. Juni 2013 Tag 2, Teil 2

Nach dem Eis haben wir uns in einen (wunderbar klimatisierten) Bus gesetzt und sind nach Wiblingen gefahren, um uns den Bibliothekssaal im Kloster Wiblingen anzuschauen.
Wir haben uns in Weimar ja schon die Anna-Amalia-Bibliothek angesehen und waren jetzt ganz gespannt, wie wohl der Vergleich ausfallen würde.

Also, der erste Punkt geht an den Bibliothekssaal in Wiblingen. Denn dort mussten wir nicht für Karten anstehen, der Zugang ist nicht begrenzt. Pantoffeln mussten wir auch keine anziehen und was noch besser war: wir waren die Einzigen!

Durch die Ulm-Card kamen wir umsonst rein und bekamen auch noch einen Audio-Guide kostenlos dazu. Wir haben uns zwei Stühle geschnappt und den Raum ausführlichst bewundert und vom Audio-Guide erklären lassen.

Bibliothek-Wiblingen

Der Saal im Rokoko-Stil ist viel bunter als die Anna-Amalia-Bibliothek (von der ich keine Fotos machen konnte).
Dafür stehen in Weimar mittlerweile mehr Bücher (trotz des Brandes von 2004).

Von den ursprünglich 15.000 Bänden, die in Wiblingen standen, sind nur noch 71 (!) erhalten.
Es wurden aber wohl wieder Bücher nachgekauft, denn ganz so leer, wie die Anzahl von 71 Büchern vermuten lässt, sah es dort dann doch nicht aus.
Die Kirche des Klosters hatten wir uns übrigens auch noch kurz angeschaut. Die ist ebenfalls ziemlich prächtig ausgefallen.

Im Eingangsbereich des Klosters stand übrigens noch ein etwas seltsamer Schrank:

farben

Und hier eine Nahaufnahme:
Flaschen

Das ist die Materiathek von Heinz E. Hirscher (1927-2011), über den es nicht viel im Internet zu finden gibt (ja, das gibt es tatsächlich noch!). Laut danebenstehendem Zeitungsartikel stellt dies die Venezianische Farbenlehre dar, mit dem Herr Hirscher wohl den ersten Preis eines von der Uni Ulm ausgeschriebenen Wettbewerbs gewonnen hat.
zitiert aus dem Artikel der Schwäbischen Zeitung vom 14.10.1988

Sieht schon beeindruckend aus, nicht wahr?

Danach wollten wir uns noch die Wilhelmsburg anschauen, aber irgendwie haben wir da nicht den richtigen Zugang gefunden. (Und im Nachhinein habe ich festgestellt, dass es auch gar nicht möglich ist, dort außerhalb von öffentlichen Führungen oder Veranstaltungen, hin- bzw. reinzukommen.

Dann halt zurück in die Stadt.
Dort habe ich endlich ein schickes Ulm-T-Shirt gefunden. Die offiziellen, die es bei der Touristeninformation gab, waren nicht so dolle.
Wasser und was zu knabbern haben wir uns auch noch besorgt und uns dann bei Henry’s Coffee World erst mal einen Iced Coffee Mocca und einen alkoholfreien Cocktail und dazu einen Bagel und eine Henryietta (Fladenbrot) gegönnt.

So gestärkt sind wir dann wieder ein wenig durchs Fischerviertel geschlendert und haben unter anderem das Geschäft frauenzimmer besucht, in dem unsere liebe Freundin Anke bestimmt jede Menge zum Anziehen finden würde. 🙂
Wir haben uns ausführlich über alles Mögliche, insbesondere über Feminismus, mit der Betreiberin unterhalten. Eine überhaupt lebhafte, schwäbische Plappermäulin – im positiven Sinne -, das zu keinem Thema ein Blatt vor den Mund nahm und uns zu unserer Hochzeit noch zwei Karten schenkte.

Sie hat uns zwar noch ein Lokal fürs Abendessen empfohlen, aber dafür hätten wir noch einmal quer durch die Stadt laufen müssen und das war uns bei dieser Hitze zu weit.
Stattdessen haben wir uns heute Abend mal einen Besuch beim Italiener tanivera gegönnt. Ein Restaurant, das genau wie die Lochmühle direkt an der Blau liegt und lesbe aufpassen muss, dass sie nicht reinfällt.

Essen-am-wasser

So dann reichte es uns aber auch schon wieder und wir sind zurück zum Hotel geschlendert, um uns in der wunderbar großen Badewanne abzukühlen und vielleicht eine ruhigere Nacht zu verbringen.