Urlaub im Alten Land – Heute weinte nicht nur der Himmel…

Heute morgen war der Himmel bedeckt. Einfach nur eine einzige bleiche Wolkenschicht war zu sehen. So dieses fiese Licht, dass ohne Sonnenbrille blendet.
Aber immer noch besser als Regen! Wir wollen uns also nicht beklagen.
Nach dem Frühstück haben wir zunächst einen kleinen Abstecher nach Stade gemacht, um nach einer Apotheke zu suchen. Schatzi hatte sich gestern beim Radfahren Nackenschmerzen eingefangen und da musste jetzt erst mal eine wärmende Salbe her. In einer der schönsten Buchhandlungen Europas waren wir auch noch kurz. Ich musste doch noch ein paar Frauenbiografien kaufen!
(Dazu hier mehr)
Zu Stade überhaupt werde ich morgen abend etwas schreiben, denn morgen nachmittag wollen wir eine Stadtführung mitmachen.
Nur so viel: Sage noch Eine, in Norddeutschland sei alles flach. Dann aber mal ab nach Stade!

Nach einem kurzen Behandlungsstopp im Hotel fuhren wir weiter nach Wisch zum letzten Elbfischer Deutschlands, genannt Der Elbfischer.
Das Frühstück war bereits ein paar Stunden her und so beschlossen wir, den Fisch direkt vor Ort zu probieren.
Schatzi hatte Scholle mit Kartoffelsalat und ich drei Sorten Fisch – Lachsfilet, Rotbarschfilet und Kabeljaufilet – mit Kartoffelsalat.
Der Fisch war sehr lecker. Mir hat am besten der Rotbarsch geschmeckt. Der Kartoffelsalat hätte ein paar mehr Gewürze vertragen. Aber den besten Kartoffelsalat macht sowieso mein Schatzi. Der ist einfach unübertrefflich. So sei dem Elbfischer verziehen. 🙂

Weiter ging es nach Jork. Wir wollten ja noch unbedingt das Galerie-Café Evers besuchen.
Allerdings waren wir ein wenig zu früh da. So haben wir uns noch ein wenig im Ort umgeschaut. Neben dem Rathaus, das im typischen Fachwerk der Region gebaut ist, steht die Altländer Hochzeitsbank für Gotthold Ephraim Lessing, der in Jork geheiratet hat. Das ist aber nicht die Originalbank aus der damaligen Zeit, dafür war der Kunststoffanteil der Bank ein wenig zu hoch.
Hier das Rathaus:

Hier die Bank

Die Kirche St. Matthias haben wir uns auch noch angeschaut. Wirklich sehenswert. Altar, Bänke und Orgel sind außergwöhnlich prächtig.

Endlich hatte das Café auf. Wir hinein. Hinter uns kamen übrigens gleich 6 weitere Leute rein. Und wir sahen sofort, warum. Dieses Café ist einfach wunderschön und ungewöhnlich. Überall hängen Bilder, stehen Kaffeekannen in den Vitrinen, sind ungewöhnliche Deko-Gegenstände zu entdecken.
Und der Kuchen war auch nicht zu verachten.
Schatzi hatte eine Eierlikörtorte und ich ein Stück Käsekuchen.

Und das Café von außen:

Dann ging es zum Fähranleger nach Lühe. Dort fährt die Fähre nach Schulau ab.
Schulau hatte ich am Sonntag kurz erwähnt. Dort ist die berühmte Schiffsbegrüßungsanlage Willkomm-Höfft.
Wir fuhren also 25 Minuten quer und längs über die Elbe, bis wir in Wedel beim Fährhaus Schulau ankamen.
Bei dieser Überfahrt wurde mir leider ein wenig übel. Das kam wohl vom Kuchen kurz vorher.
Der Anleger ist übrigens ganz neu. Erst an Pfingsten vor zwei Wochen wurde der eröffnet.
Wir haben uns dann auf eine Bank gesetzt und auf den nächsten großen Pott gewartet.
Der ließ auch gar nicht lange auf sich warten. Alle Schiffe mit mehr als 1.000 GT werden begrüßt oder verabschiedet.
Zunächst wird die erste Zeile von Steuermann halt die Wacht aus dem Fliegenden Holländer zweimal gespielt, dann die Hymne von Hamburg, dann bei Verabschiedung Auf Wiederseh`n oder Muss i denn, danach wird das Schiff begrüßt mit Willkommen in Hamburg oder mit Auf Wiedersehen in Hamburg. Hamburg wünscht Ihnen einen gute Reise. Wir hoffen, dass Sie bald wieder kommen. verabschiedet. Das Ganze dann noch mal in der Landessprache des Landes, unter dessen Flagge das Schiff fährt und die entsprechende Nationalhymne wird abgespielt.

Davor und danach liefern die sogenannten Begrüßungskapitäne noch jede Menge technische technische Informationen zu den Schiffen.

Und jetzt muss ich ein Geständnis ablegen:
Als ich diese Verabschiedung zum ersten Mal gehört habe, habe ich doch tatsächlich angefangen zu weinen. 😳
Das war aber auch einfach so rührend! Und da fängt dann halt ein Schatzi mal an zu weinen.

Im Fährhaus haben wir uns noch kurz den Nautic Shop angeschaut, das Buddelschiffmuseum links liegen gelassen, einen Eiskaffee auf der Terrasse getrunken (okay, aber teuer)und noch ein paar mehr Schiffe begrüßt und verabschiedet.

Um Punkt 16.15 Uhr fing es doch noch an zu regnen. Allerdings nicht sehr heftig und es dauerte auch nur eine halbe Stunde.

Wieder in Hollern-Twielenfleth haben wir uns Brot, Butter, Schinken, zwei Fruchtaufstriche, jede Menge Erdbeeren, Himbeeren und Kirschen geholt und das Ganze auf dem Zimmer gegessen.

Morgen geht es dann, wie gesagt, nach Stade. Wir sind schon sehr gespannt.