Urlaub im Alten Land – Schafe und Pralinen

Heute gibt es nur zwei Fotos:

Schafe

und Pralinen.

Warum? Ganz einfach: alle anderen Fotos sind nicht so dolle geworden. Was auch am Wetter lag. Doch dazu später mehr.

Der Tag fing zunächst wunderbar an: strahlender Sonnenschein und ein ausgesprochen leckeres Frühstück. Es gab sehr gute Brötchen, reichlich Auswahl an Wurst, Käse, Obst, Müsli und Konsorten, Nutella, Eier aller Art und wunderbare von Mama Koops selbstgemachte Konfitüren. Außerdem gab es noch einige Salate, Eiersalat und so. Schatzi hat den Salat Schafskäse, Mango, roher Schinken und geröstete Pinienkerne mit einer Olivenöl-Kräutervinegrette probiert und war restlos begeistert. So läßt es sich im Urlaub doch leben! 🙂

Und weil das Wetter so schön war, haben wir uns hier im Hotel Fahrräder gemietet. Auf denen sind wir hier die Hauptstraße entlang gefahren und haben einige Hofläden besucht. Allen voran den Obsthof Ramdohr, bei dem es eine Riesenauswahl an Konfitüren, Öl und Essig, Senf, Geschenke und natürlich Obst und Gemüse gibt. Wir haben mehrere Gläschen Konfitüre, Schokolade und eine Schale frischer Himbeeren gekauft.
Die Himbeeren haben wir gleich verkasematuckelt. Super lecker!

Danach sind wir mit den Rädern wieder zur Elbe gefahren. Dahin, wo wir gestern bereits mit dem Auto gewesen waren, zum Fährhaus.
Dort gibt es auf einem Schiffsanleger die sogenannte Kaffeeklappe. Ein kleiner Imbiss, an dem es einiges zu essen zu kaufen gibt.
Eigentlich.
Normalerweise.
Wenn se denn auf hat.
Hatte se aber nich.
Blöd.
Na gut.

Wir hatten ja gestern überlegt, ob wir mit dem Fahrrad nach Jork fahren sollten. Das wären so 30 Kilometer hin und zurück gewesen.
Aber, was sage ich Euch, da hatten unsere ÖPNV-verwöhnten, bürogeschädigten Lesbenpopöchen überhaupt keine Lust drauf. Von unseren Beinen fange ich gar nicht erst an! Ja, es ist schon eine Schande für das Lesbengeschlecht, ich weiß. Aber wir stehen dazu.

Und ehrlich gesagt, war das eine gute Entscheidung, die Fahrräder gegen
das Auto für die Fahrt nach Jork einzutauschen.
Schon bei unserem Besuch auf dem Obsthof Feindt zogen dunkle Wolken auf. Wir hatten aber trotzdem noch Gelegenheit ein Stück leckere Stachelbeer-Baiser-Torte zu essen. Mit frischen Stachelbeeren. Mmh, lecker.

Kaum waren wir im Ortszentrum von Jork, fing es auch schon heftig an zu regnen. Wir hatten uns gerade in die Touristinfo gerettet, als es los plädderte.

Der Regen ließ nach zehn Minuten ein wenig nach und wir fuhren weiter nach Buxtehude, der Stadt von Hase und Igel.
Eine nette Innenstadt haben die aber auch, und einen Fleth mit einem sogenannten Ewer namens Margaretha drauf, ein paar Buchhandlungen zum Erkunden und Kaufen (was wir auch getan haben) und eine völlig abgefahrenen Eisdiele in der Breite Straße, Piazza San Marco.
Da haben wir dann einen Eiskaffee getrunken. Draußen, unter der Markise, wieder mal im strömenden Regen.
Echt Pech.

Dann halt zum Strandkorb-Profi.
Hier werden hochwertige Strandkörbe zusammengebaut. Das Geflecht kommt fertig aus Indonesien, den Rest machen sie selbst.
Diese Strandkörbe sind übrigens nicht für den Strand gemacht. Dazu sind sie viel zu teuer. Denn so ein Feld-, Wald- und Wiesen-Strandkorb überlebt in der rauen Salzluft von Nord- und Ostsee selten mehr als höchsten zwei Saisons. Dann sind die hin.
Deswegen stehen an Deutschlands Küsten in der Regel auch Strandkörbe für 200-300 Euro aus China.
Die hier gebastelten Dinger kosten ein Vielfaches und werden zu 90% von Privatleuten und zu 10% von Firmen für Events gekauft.
Wir durften sogar einen kurzen Blick in die Produktionshalle werfen, obwohl wir gar keinen Strandkorb gekauft haben. Aber nur, weil wir weder Strand noch Garten haben. Sonst hätte Schatzi einen mitgenommen.

Da der Tag trotz aller bisherigen Unternehmungen doch noch ein paar Stunden über hatte, sind wir nach Cranz gefahren und haben dort die Fähre nach Hamburg-Blankenese genommen. Nachdem wir wieder mal eine Runde im strömenden Regen rumgestanden hatten. Also, nicht gestanden. Im Auto gesessen, bis die Fähre kam. Die wir dann ohne Auto betreten haben. Von wegen Personenfähre und so.

In Blankenese sind wir erst zu Fuß ein wenig rumgegurkt und haben dann den Bus, der da tatsächlich durch die extrem engen Gassen fährt, genommen und eine kleine Runde damit gedreht, sind einmal die Haupteinkaufsstraße hoch und runter gelaufen und wieder zurück zum Fähranleger. Die Fähre fährt nämlich nur eine Stunde und sooo lange wollten wir dann auch wieder nicht in Blankenese bleiben. Die Fähre ist übrigens Teil des Hamburger Verkehrsverbunds und kostet deshalb nicht mehr als eine Busfahrt.

Jetzt wurde es aber dringend Zeit für’s Abendessen.
Also sind wir nach Jork zurückgefahren. Schatzi hatte vorgeschlagen, das Restaurant in der Mühle Aurora zu besuchen. Und ich muss sagen, dass war ein deliziöser Vorschlag.
Ich hatte Spargel mit neuen Kartoffeln, Landschinken und Sauce Hollandaise (Samstag ist ja die Saison vorbei!) und Schatzi hatte Entrecote mit Gemüse. Ah, wunderbar lecker!
Und als Nachtisch hatten wir die oben gezeigten Pralinen. Die sind selbst gemacht. Also vom Restaurant. Nicht von uns. Die sahen ja anders aus.
Geschmacksrichtungen?
Wilde Beeren (außen hellblau, innen violett)
Macademia-Marzipan
Ingwer
Vanille-Thymian
Balsamico
Salz-Karamell
Einfach lecker. Mir hat ja überraschenderweise die Praline mit Balsamico am besten geschmeckt. Schatzi mochte am liebsten Vanille-Thymian.

Nu wurde es aber höchste Zeit für’s Hotel. Wir waren schlagskaputt.
Ich bin echt mal gespannt, ob wir morgen Muskelkater haben. Denn wir sind schon ungefähr 8 Kilometer bei einer steiferen Brise mit dem Fahrrad gefahren. Da dürfen wir auch müde sein. So. Jetzt habe ich das mal gesagt und jetzt höre ich auf.
Bis morgen.

Ach ja, die Schafe standen übrigens in der Nähe des Fähranlegers vor einer Industrieanlage und einem Brückenhebewerk. Die fanden das Wetter wohl auch nicht so dolle.