Urlaub im Alten Land – Stinte, die wie Hechte aussehen und Riesenschokokugeln

Und schon ist der Urlaub fast wieder vorbei.
Morgen geht es zurück Richtung Hessen. Schade, schade, schade.

Aber das sollte uns heute nicht den Tag verderben.
Nachdem ich vorgestern das Essen zum Frühstück schon so gelobt habe, heute noch zwei Worte zum Frühstückstisch im obstArt-Hotel.

Jeden Morgen findet frau auf ihrem Platz einen Zettel

Ist das nicht eine schöne Geste? Da urlaubt es sich doch gleich viel besser.
Der Teebeutel liegt übrigens noch nicht auf dem Tisch, wenn wir kommen. Den hab‘ ich da hingelegt.
Da links am Rand steht ein kleines Gläschen Saft. Auch das steht jeden Morgen auf dem Platz.
Und der Wetterbericht stimmte auch meist. Es hat tatsächlich erst heute nachmittag gegen halb fünf geregnet (und vorhin gegen halb neun kam ein heftiger, stürmischer Schauer runter).

Nach dem Frühstück sind wir nach Stade gefahren.
Da sind wir erst ein wenig rumgelaufen, haben zugeschaut, wie zwei Frauen auf einer Baustelle im Dreck wühlen (es war Archäologinnen, die eine Ausgrabung machten – Bauwerk aus dem 13. Jahrhundert), sind kurz im Café Goeben gewesen, haben Kuchen gegessen, der ganz okay war, aber nicht so gut wie beim Obsthof Feindt, und sind dann in der Nudelschmiede gegangen.

Die Nudelschmiede ist wirklich ein Erlebnis. Hier gibt es über 200 Sorten Nudeln, Saucen, Pesto, Gewürze, Senf, Essig und Öl und auch Schokolade.
Wir haben uns aber nur auf die von Frau Adler selbstgemachten Nudeln gestürzt.
Da gibt es so tolle und ungewöhnliche Sorten wie Kaffee-Nudeln, Nudeln mit Curry und Ananas, Orangen-Nudeln, Orangenpfeffer-Nudeln, Erdbeer-Nudeln, Zitrone-Thymian-Nudeln, Ingwer-Nudeln, Rotwein-Nudeln und so weiter und so fort. Völlig abgefahren!
Wir haben uns mehrere Tüten mitgenommen und sind nun total gespannt, wie die wohl schmecken. Besonders die Kaffee-Nudeln sind ja mal eine Herausforderung!
Frau Adler gibt auch Tipps zur Zubereitung der Nudeln, zu was die am besten schmecken.
Mittwochs ist es übrigens auch möglich, ihr bei der Herstellung der Nudeln zuzuschauen.
Als wir ihr erzählten, wo wir herkommen, hat sie uns noch einen Restaurant-Tipp gegeben:
Das Restaurant Zur Krone in Ronneburg-Hüttengesäß hat ebenfalls hausgemachte Nudeln in Angebot. Na, dann müssen wir da mal hin!

Anschließend haben wir das Stader Tee-Café besucht.
Hier gibt es nicht nur jede Menge Tee sondern auch jede Menge Kaffee. Und frau kann sich unter den vielen Sorten eine aussuchen, sie sie trinken möchte.
Frau Baldermann bereitet diese dann wunderbar zu. Auch die Einrichtung ist richtig kuschelig, mit alten Sofas und Stühlen und so.
Wir haben fleißig probiert: Schatzi hatte die Kaffeesorte Spanish Azúcar, caramelisiert und ich hatte heiße Schokolade mit Espresso. Danach hat Schatzi die Tee-Hausmischung probiert – ein Schwarztee Orange mit Rotbusch Kalahari und Früchtetee Nektarine-Wildorange. Ja, das war wirklich alles in einer Tasse. Schmeckt ihr auch ganz gut.
Ich hatte einen Earl-Grey-Tee. In Sachen Tee bin ich sehr langweilig.

So haben wir dann doch ca. 2 Stunden mit Kaffee, Schokolade und Tee trinken verbracht.

Um halb drei ging dann die Stadtführung los.
Wir haben einiges über die Hansestadt Stade erfahren. Zum Beispiel, dass beim Ausbaggern des alten Stadthafens vor zwanzig Jahren unter anderem Münzen aus 10 Jahrhunderten gefunden wurden, dass Stade nach dem Dreißigjährigen Krieg schwedisch war und dann dänisch, bevor die Stadt an den Kurfürsten von Hannover verkauft wurde.
Wir sahen ungewöhnliche Häuser (z.B. das Gildehaus der Brauknechte) und ein Frachtschiff – ein Ewer -, das im Jahr 2000 in den alten Stadthafen, der nicht mehr schiffbar ist, „geflogen“ kam.
Und wir haben Mutter Flint mit dem Stint kennengelernt:

die als Statue einen Hecht in der Hand hält und keinen Stint.
Mutter Flint wurde 1861 geboren und hat ein Fischgeschäft gehabt. Außerdem verkaufte sie bis 1949 auf dem Wochenmarkt Fische – vorzugsweise Stinte – aus einem Kinderwagen heraus.

Wir haben noch ein paar weitere Häuser angeschaut, unter anderem das Hökerhus und das Rathaus.

Wir haben uns am Rathaus von der Gruppe abgesetzt, auch weil es anfing zu regnen, aber hauptsächlich weil wir noch nach Agathenburg wollten, zum Schloß Agathenburg.
In diesem Schloß der Grafenfamilie Königsmarck, dessen bekannteste Bewohnerin Maria Aurora von Königsmarck war, läuft zurzeit die Ausstellung Nüchterne Räusche – Zeitgenössische Kunst und Barock.
Unter anderem das haben wir dort gesehen:

links zum Größenvergleich ein Feuerzeug

Und?

Was ist das???

Genau:

Eine Schokoladenkugel aus echter Schokolade.
Und es lag nicht nur eine dort herum sondern sechs. Und dann stand da auch noch ein Klavier aus Sperrholzplatten und ein paar weitere witzige Exponate.

Danach ging es zurück nach Hollern-Twielenfleth. Wir haben dann noch im Gasthaus hier vom Hotel gegenüber zu Abend gegessen.
Aber leider können die besser Nachtisch. Es war nicht schlecht, aber auch nicht wirklich herausragend. Einfach gute Mittelklasse.

Nach unserer Rückkehr ins Hotel hatten wir noch ein sehr interessantes und nettes Schwätzchen mit Sigrid, Frau Koops, der Inhaberin.

So, dies war jetzt der letzte Bericht aus dem Alten Land und diesem wunderbaren Hotel.

Morgen fahren wir bei meinen Eltern vorbei und dann weiter nach Hagen, wo wir noch einmal übernachten werden.

Vielen lieben Dank für’s Lesen und bis zum nächsten Mal.