USA Juli 2016 – Tag 12

Heute haben wir einen kleinen Ausflug in die Hauptstadt von Maryland, Annapolis, gemacht in der Hoffnung, dass es dort ein wenig kühler oder zumindest windiger als hier in Washington selbst ist.
Annapolis ist ein Stützpunkt der US-Marine mit Ausbildungszentrum und hat einen großen Yachthafen, dafür aber weder eine Mole noch eine Promenade und schon gar keinen Strand.

Leider hatte ich zur Fahrt aus Washington raus eine andere Ausfallstraße gewählt als sonst und so brauchten wir eine Stunde auf einer Straße voller Baustellen, um endlich auf den sogenannten Beltway, der im Kreis um Washington, DC führt, zu gelangen.
Von dort ging es dann aber relativ schnell.

Annapolis ist eine hübsche kleine Stadt an der Chesapeake Bay mit vielen kleinen Häusern und eine Vielzahl an Geschäften auf der Hauptstraße.
Ein paar Eindrücke:

AnnapolisHaupteinkaufsstraße;

Chesapeake-Baymit Laser bearbeiteter Holzschnitt, der die Chesapeake Bay zeigt;

African-Tea-PartyCoole Schnitzereien in einem Geschäft, Titel: African Tea Party.

Es gab ein sehr schönes Geschäft mit keltischen Spezialitäten, Schmuck und Mode; viele Souvenirgeschäfte, von denen einige sehr schön waren; ein General Store, in dem es Tonnen von T-Shirts und das hier gab:

AepfelNein, haben wir nicht gekauft. Sah doch extrem zuckergeladen aus.

In einem der Läden haben wir uns eine Weile mit dem Besitzer unterhalten, der schon mal Frankfurt besucht hatte, weil ein Kumpel von ihm mit der Army in Wiesbaden stationiert war.
Er sagte übrigens, dass ein großes Problem der Amerikaner ihre Jammerei, Weinerlichkeit sei. Immer, wenn es etwas schwieriger oder unbequemer wird, sind sie am Jammern. Oder auch über die Benzinpreise: wenn die Preise steigen, jammern sie, tanken aber trotzdem und fahren auch weiter benzinfressende Autos. Sie würden da halt keine Konsequenzen ziehen. (Fast vier Liter Benzin kosten durchschnittlich 2,50 Euro.)
Es ist schon immer sehr interessant, was uns Amis so erzählen.
Wir haben ihm auch noch ein bißchen was abgekauft und sind dann weitergezogen. Die Straße wurde langsam etwas steiler und da sind wir dann lieber umgedreht, um Schatzis Bein zu schonen (es schmerzt mittlerweile viel weniger, sie kann wieder etwas längere Strecken laufen).

Wir haben dann ein Lokal/Restaurant oder wie auch immer die Amis das bezeichnen, gesucht und stießen auf dieses Geschäft:

Hard-Bean-CoffeeHard Bean Coffee & Ice Cream.

Ach, einfach wunderbar, dieser Laden. Da gab es Sandwiches, Hot Dogs, sehr guten Kaffee, Eis, riesige Muffins, sogenannte Cinnamon Buns (entfernt verwandt mit der deutschen Rosinenschnecke) und noch vieles mehr.
Gebrauchte Bücher gab es dort auch zu kaufen. Das war so ähnlich, wie in diesem Laden in New York. Nur in größer. Schatzi und ich haben dann je ein Sandwich und einen Hot Dog gegessen, dazu ein wenig Wassermelone, und lecker Kaffee getrunken.

Als wir rauskamen, waren gerade fünf (!) Polizisten dabei, eine schwarze Frau zu durchsuchen. Sie schien wohl Schuhe geklauft zu haben. Jedenfalls nahmen die Polizisten sie ihr ab (nicht von den Füßen). Aber ob da gleich fünf Polizisten für nötig sind – ich weiß nicht. Die Afroamerikanerin hatte sich jedenfalls nicht gewehrt und wurde dann aber auch laufen gelassen.

Und als hätte das noch nicht gereicht, kamen noch drei Feuerwehrwagen angerast. Schick in gelb:

Feuerwehrauto
Den dazugehörigen Brand haben wir aber weder gesehen noch gerochen.

Nach einer Weile fing es relativ plötzlich an, zu tropfen. Leichter Regen. Na toll.
Schatzi und ich sind zurück zum Wagen und haben uns wieder auf den Weg nach Washington gemacht. Unterwegs schüttete es dann heftiger. Aber wir sind gut durchgekommen und hier am Hotel gibt es eine überdachte Auffahrt. So wurden wir auch beim Aussteigen nicht naß.

Heute abend haben wir vier uns dann noch mit der Tochter einer Freundin/Bekannten getroffen, die zurzeit ein unbezahltes Praktikum bei der Delegation des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD) in den USA macht (ja, das sind die mit dem TTIP) und alles Lebenshaltungs- und Reisekosten selbst bezahlen muss. Deren Büro befindet sich beim Hotel hier um die Ecke. Das nenne ich mal Zufall!

Wir sind in Georgetown bei einem Italiener essen gewesen (ganz in Ordnung) und haben dann bei Thomas Sweet noch ein Eis gegessen (sehr lecker!).
Nein, heute abend hat es nicht mehr geregnet. Aber es war immer noch extrem schwül.
Den morgigen Tag werden wir dann größtenteils klimatisiert verbringen, denn wir gehen hierhin:

The GCLS Annual Conference.

Die größte Konferenz für Lesbenliteratur in den USA.
Da sind wir ja schon soooo gespannt! Besonders auf
Karin Kallmaker und Katherine V. Forrest.
Ach, ist das aufregend!

Es wird morgen abend wohl spät werden. Da muss ich dann mal schauen, wann ich Zeit und Wachheit zum Bloggen habe.