USA Juli 2016 Tag 14

Heute ging es zum Abschluß der Reise aufs Land.
Schatzi hatte eine Rundreise durch einen Teil von Virginia vorgeschlagen, die wir dann aber ein wenig reduziert haben, damit es am letzten Tag nicht mehr ganz so stressig wurde. Also haben wir uns dafür entschieden, nach Front Royal zu fahren und dort den sogenannten Skyline Drive im Shenandoah Nationalpark (Blue Ridge Mountains), der durch den gesamten National Park führt, zu befahren.
Es ging also aus Washington DC raus, auf die Interstate 66 (nein, nicht die berühmte Route 66, die ist ganz woanders) und nach Front Royal.
In Front Royal hat frau wirklich das Gefühl, im Wilden Westen gelandet zu sein. Die Häuser sehen dort noch so aus, wie wir sie aus alten Westernfilmen kennen. Das war schon sehr interessant.
Wir sind dann als erstes in die Tourist-Info gegangen, um herauszufinden, wie wir zum Skyline Drive kommen und wie lange es dauert, diesen zu befahren.
Die Angestellten waren sehr freundlich, nur etwas verwirrend. Als Schatzi fragte, wie lange denn die Fahrt über den Drive bis zurück nach Washington dauern würde, fragten sie zurück, welches Washington? Äh, das Washington??

Wir sind aber noch ein wenig in Front Royal umhergelaufen und fanden durch Zufall in einer Seitenstrasse eine kleine Kaffeerösterei. Wow! Kaffee! Frisch geröstet! Yeah!
(Wir Ihr seht, hat uns doch der schlechte Kaffee in Plymouth während der weiteren Reise massiv beeinflusst.)

Rösterei-Front-Royal
Die Front Royal-Filiale von Happy Creek Coffee & Tea ist ein wirklich uriger Laden, der Kaffee schmeckt wunderbar und auch die Muffins und Cookies sind sehr lecker.

So gestärkt machten wir uns auf den Weg zum Shenandoah Nationalpark. Der Eintritt in diesen Park kostet 20 Dollar pro Woche, das heißt, wir hätten noch weitere 6 Tage da herumfahren, picknicken und Tiere und Pflanzen beobachten können.

Die Landschaft im Nationalpark ist jetzt nicht wirklich viel anders als bei uns, aber die Dimensionen sind ja doch ein klein wenig anders.

Landschaft

Die Straße verläuft relativ kurvenreich und steigt doch um einige Meter an, wir waren dann bald auf 1000 Meter Höhe.
Unterwegs gibt es viele Aussichtspunkte und auch Besucherzentren, inklusive Souvenirshops und Kioske, wo BesucherInnen, Camper und wandernde, radfahrende, autofahrende Menschen (fast) alles bekommen, was sie brauchen. Vom Toilettenpapier über Deo und Grillkohle bis zum Hot Dog.
Wir wurden übrigens darauf hingewiesen, dass zurzeit sehr viele Bären gesichtet wurden, die sich schon mal auf den Campingplätzen herumtreiben oder auch auf der Straße sein können. In der Infobroschüre des Parks finden sich dann auch entsprechende Verhaltensregeln im Falle eines Zusammentreffens mit einem Bär.
Aber den einzigen Bären, den wir zunächst sahen, war der hier:

Nationalpark-Baer
Nun ja, nicht ganz so spektakulär, aber süß, gell? 🙂

Da auf Dauer die Fahrt durch den Park doch ein wenig öd wurde und wir ja nicht wandern wollten, beschlossen wir, den Park an der nächsten Ausfahrt zu verlassen und uns noch ein paar Orte anzusehen. Während Schatzi die Karte studierte, ging ihr plötzlich auf, warum die Dame im Infocenter welches Washington gesagt hatte: wir waren ganz in der Nähe der kleinen Stadt Washington in Virgina, die sich selbst auch gerne Little Washington nennt oder auch The First Washington of them All (das allererste Washington).

Kurz vor der Abfahrt flitzte plötzlich etwas Schwarzes von rechts nach links über die Fahrbahn. Da lief doch tatsächlich ein echter Schwarzbär über die Straße! Nicht groß, aber echt. Ich schwör!!
Wow, das war ja klasse! Da hatten wir aber ein Riesenglück. Die Wahrscheinlichkeit, einen zu sehen, ist normalerweise gegen Abend größer. So am frühen Nachmittag ist das schon etwas sehr Besonders.

Wir verließen dann den Skyline Drive und stießen als erstes hierauf:

Verkaufsstand
Tomaten
Na, das sind doch mal Tomaten, oder? Das war die Durchschnittsgröße aller Tomaten, die wir in den USA auf Bauernmärkten und an Verkaufsständen gesehen haben. Außerdem gab es in diesem kleinen Bauernladen jede Menge Pfirsiche (haben wir probiert, lecker), Tonnen von Honig, Cidre und alle möglichen anderen Leckereien sowie wie handgefertigte Quilts (Flickedecken).

Von dort fuhren wir weiter nach Culpeper. Da es Sonntag nachmittag war, begegneten uns auf der Straße nicht ganz so viele Menschen. Es hatten aber einige Geschäfte auf und wir überlegten, mal einen Blick hineinzuwerfen, doch erst wollten wir was essen.
Spontan entschieden wir uns für Foti’s Restaurant. Auf der Karte standen interessante Gerichte und die Preise waren jetzt auch nicht übertrieben hoch.

Wir also hinein. Als die Bedienung merkte, dass wir untereinander kein Englisch sprachen, fragte sie, woher wir kämen und als wir antworteten, aus Deutschland, dauerte es nicht lange, bis die Managerin kam: eine Schweizerin. Sie freute sich, mal ein wenig Deutsch zu sprechen. In Culpeper gibt es dafür ja nicht so oft die Gelegenheit.

Dann ging es an die Essensbestellung. Das haben wir alles gehabt:

Essen-1

Essen-2

Essen-3

Essen-4

Essen-5

Essen-6

Essen-7 Sieht das nicht alles lecker aus?
Das war es auch. Ach, schon lange nicht mehr so gut gegessen!
Schatzi und ich haben uns übrigens den Nachtisch (sie Creme Brulee, ich Carrot Cake) noch einmal nachbestellt. Und lecker Kaffee hatten sie auch. (Es sind nur sieben Bilder, da die Tänzerin und ich beide Carrot Cake hatten.)
Wir haben es uns also richtig gut gehen lassen. Und nett unterhalten mit dem Ehepaar aus Puerto Rico am Nebentisch haben wir uns auch. Wieder mal Amerikaner, die Deutschland kannten. Der Ehemann war insgesamt 9 Jahre in Deutschland als Soldat stationiert.
Bevor wir gingen, ist übrigens sogar noch der Koch aus der Küche gekommen. Wir haben erfahren, dass er in einem Luxus-Restaurant in Washington, also Little Washington, gearbeitet hat, bevor er dieses Restaurant in Culpeper eröffnet hat.
Ah, das erklärt natürlich alles!
Da mussten wir wohl doch noch nach Klein-Washington fahren. Was wir dann auch getan haben. In diesem kleinen unscheinbaren Nest stand dann dieses Haus:

The-Inn-at-Little-Washingto
The Inn at Little Washington sieht jetzt erstmal nicht so spektakulär aus.
Vor dem Eingang standen zwei Männer, die im französischen Landhausstil (?) gekleidet waren, um die Tür aufzuhalten und vorfahrenden Gästen das Auto zu parken. Sie ließen auch uns rein. Dort wurden wir vom Empfangschef begrüßt. Als wir sagten, dass wir uns ein wenig umschauen, aber nicht essen wollten, sagte er nur, aber sicher doch, kommen Sie, ich zeige Ihnen das Haus.
Und wir wären ja beinahe rückwärts wieder rausgefallen. Was für ein Prunk! Und überall riesige Ölgemälde. Der Empfangschef behauptete ja steif und fest, dass in diesem Haus früher eine Tankstelle und Autowerkstatt gewesen sei. Das glaubt doch kein Mensch!
Er führte uns hinter das Haus in den Garten und zum Koi-Teich. Da schwammen ein paar mehr dieser Luxus-Goldfischchen herum. Völlig verrückt.
Zu dem Haus gehört auch noch ein riesiges Grundstück auf der anderen Straßenseite. Dort steht ein Haus mit ein paar Gästezimmern und dahinter ein ziemlich großer Park, inklusive Gemüsegarten (mit eigener Gärtnerin) und einem Gehege mit Ziegen, Hühnern, Lamas etc. Das ist jetzt schon ziemlich verrückt, aber irgendwie hat das trotz allem was, denn die Menschen dort verhalten sich überhaupt nicht herablassend oder abweisend gegenüber Besucherinnen, die einfach nur mal gucken wollen.

So, jetzt aber zurück zum Big Washington. Am Montag steht dann leider der Rückflug an.

1 Antwort zu “USA Juli 2016 Tag 14”

  1. Liebe Schatzis, eure Reiseberichte waren wunderbar – wie immer! Und ich bin von Herzen froh, dass ihr alle (mehr oder weniger) wohlbehalten zurück seid. Welcome home! Eure Opernfreundin

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