USA Juli 2016 – Tag 5

Eh, habe gerade gemerkt, dass die Überschrift Juni 2016 nicht ganz richtig gewählt war. Wir haben ja jetzt schon Juli. Na dann: USA Juli 2016 🙂 .

Jetzt aber zum Tag.
Gegen 10 Uhr ging es mit dem Zug, der sogenannten Commuter Rail, nach Boston.
Dieser Zug ist angebunden an das öffentliche Nahverkehrssystem der Stadt Boston. Vergleichbar vielleicht mit unserer S-Bahn. Allerdings gelten die Tickets nicht für U-Bahn und Busse der Stadt.
Wir haben uns Tickets im Zug gekauft, weil es an der Station in Kingston (die Plymouth-Station war uns zu einsam gelegen und der Zug fuhr auch nicht immer dorthin) keinen Fahrkartenautomat gibt.
In Boston angekommen, liefen wir durch den Bahnhof zur U-Bahn. Von dort ging es weiter nach Downtown.
Die U-Bahn in Boston ist übrigens älter als die U-Bahn in New York und es ist ihr auch anzumerken.
In den Stationen hingen riesige Ventilatoren in allen Ecken, die mit Mühe und Not versuchten, die schwül-stickige Luft dort unten zu vertreiben. Es lohnt sich also nicht, sich allzu lange in den Stationen aufzuhalten.

Als wir aus dem Untergrund auftauchten, war die riesige Menschenmenge, auf die wir dort trafen, für uns Plymouth-Gewohnten erst mal ein kleiner Schock. Überall Gewusel, Geräusche und Gerüche.
Ähnlich wie in New York stehen auch in Boston sehr viele sogenannte Vendors auf den Bürgersteigen, die Hot Dogs, Getränke, Burritos und anderes verkaufen.
Petra hat sich gleich einen Hot Dog geholt, der wohl auch ziemlich gut war.

Wir sind dann ein wenig herumgelaufen, teils auf dem sogenannten Freedom Trail, der durch die gesamte Stadt führt und die wichtigsten historischen Orte, zum Beispiel den ältesten öffentlichen Stadtpark der USA – Boston Common und das Boston Tea Party Ship, miteinander verbindet, aber meist einfach quer durch.

Halt gemacht haben wir bei Bruegger’s Bagels in der School Street. Die School Street heißt übrigens School Street, weil dort bei der Gründung Bostons die Schule stand. Irgendwie logisch oder? 😉
Eine der jungen Bedienungen, ich vermute mal schwer: Junglesbe oder auf Englisch Baby Butch, hat übrigens unsere Bestellungen am Platz aufgenommen, und zwar ohne aufzuschreiben und obwohl im Laden eigentlich Selbsbedienung angesagt war. Tja, wir Elder Lesbians wissen halt wie’s geht, gell? 🙂

Weiter ging es zur Touristen-Information, wo wir eine Stadtrundfahrt mit einem Hop-on-hop-off-Bus gekauft haben (nicht ganz billig der Spaß).
Leider war es extrem stürmisch in Boston und die Fenster des Busses waren auf. Das hat uns die Stadtrundfahrt schon ein wenig verleidet. Hinzu kam, dass der Fahrer gleichzeitig die Sehenswürdigkeiten erklärt hat. Aus dem Südstaat Alabama kommend war er schwer zu verstehen (heftiger Akzent) und für das richtige Verständnis hätten wir die amerikanische Geschichte in- und auswendig kennen müssen.
Dass er sich selbst auch für unheimlich witzig hielt, es aber gar nicht war, erwähne ich nur am Rande.

Boston ist übrigens eine sehr unruhige, wuselige, leicht chaotisch wirkende Stadt. Hier finden sich alte Friedhofe neben Geschäften, Hochhäuser neben alten Kirchen.
Letzteres besonders auffällig am Copley Square in Stadteil Back Bay. Dort steht neben der altehrwürdigen Trinity Church mittlerweile ein riesiges schwarz-glänzendes Hochhaus.
Dort haben wir dann den Stadtrundfahrt-Bus fluchtartig verlassen.

Auf diesem Copley Square war gerade Famers Market mit Bio-Obst und -gemüse, Bio-Brot, Blumen, einem Käsemacher, Limonadenständen und vielem mehr.
Dort haben wir uns dann ein wenig zu essen gekauft und gemütlich an den Tischen und Stühlen, die da einfach so rumstanden und zu keinem Lokal gehörten, verzehrt.
Dort war übrigens auch ein Fotograf, der tolle Bilder von Boston und auch Provincetown verkaufte. Petra hat ein Bild von Boston im Winter gekauft.

Seltsame-Fruechte Was mögen das für Früchte sein????

Am andern Ende des Platzes stand übrigens eine weitere Kirche, bei der fast rundherum Regenbogenfahnen hingen. Das hat uns natürlich neugierig gemacht. Stellt sich heraus, das war eine Kirche der United Church of Christ, die sich selbst als sehr liberal versteht und alle willkommen heißt, die an Jesus glauben. Alles andere interessiert sie nicht.
Drinnen gab es übrigens ein T-Shirt mit Jesus drauf, der eine Regenbogen-Schärpe trägt, zu kaufen.
Das war echt witzig.

United-Church-of-Christ

Wir sind dann noch ein wenig durch Back Bay gelaufen. Dort stehen schöne alte Backsteinhäuser und es gibt einige höher-preisige Geschäfte dort.
Danach ging es wieder in die U-Bahn, mit der wir noch ein wenig herumgefahren sind und anschließend war es auch schon Zeit, den Rückweg ins beschauliche Plymouth anzutreten.

Morgen ist dann unser letzter Tag hier. Da wird dann das erste Mal hier Wäsche gewaschen und nachmittags noch ein kleiner Ausflug gemacht.