USA Juli 2016 – Tag 6

Und jetzt ist unser Aufenthalt in Plymouth auch schon fast wieder vorbei.
Heute, am letzten Tag vor der morgigen Abfahrt nach New York wollten wir noch einmal Cape Cod besuchen.
Aber vorher wurden zwei Maschinen Wäsche gewaschen. Wir hatten uns dafür eine Packung Flüssigwaschmittel ohne Duft im Supermarkt gekauft (die typischen amerikanischen Waschmittel riechen einfach fürchterlich).
Eine Waschmaschine und einen Trockner gab es hier auf dem Motelgelände. Ging auch ratz, fatz das Ganze.

Gestern hatten wir außerdem Gemüse und Aufschnitt geholt. Da hatten wir bisher doch einen eklatanten Mangel. (Ich könnte mir vorstellen, dass das in New York und auch Washington ein wenig besser wird. Mal schauen.) Nach einem Gemüse und Dip-Mittagessen haben wir dann den Versuch gestartet, Cape Cod zu erreichen.

Aber bereits auf dem Weg raus aus Plymouth kamen wir nur sehr langsam voran. Wir hatten das Gefühl, dass sich alle Bewohner von Massachusetts auf den Weg nach Cape Cod gemacht hatten.

Als wir nach ungefähr anderthalb Stunden mal gerade den Anfang der Halbinsel erreicht hatten, beschlossen wir, umzudrehen und stattdessen eine Shopping-Mall zu besuchen.

Wir waren doch sehr überrascht als wir auf dem Parkplatz an der Mall ankamen und kaum Autos dort standen. Im Einkaufscenter selbst war dann dementsprechend auch nicht viel los. Ich würde mal sagen, es kamen drei VerkäuferInnen auf eine Besucherin.
Aber im Grunde war die Leere ja auch kein Wunder. Die potenziellen BesucherInnen standen ja alle in der Autoschlange nach Cape Cod.

Wir sind dort ein wenig rumgelaufen, haben aber nix wirklich Interessantes gefunden. Die Klamotten sahen doch denen bei uns sehr ähnlich, viel billiger waren sie auch nicht.
Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht sicher, ob in speziell dieser Mall an anderen Samstagen mehr Leute sind.
Die Geschäfte waren jetzt nicht wirklich toll und es standen auch einige leer.
Im Irish Pub im Center lief gerade das Deutschland – Italien-Spiel der EM. Da haben wir noch ein wenig zugeschaut. Als wir dann wieder aus der Mall rausgingen, stand es immer noch 0:0.

Wir haben dann Zwischenstopps an einigen Gedenkstätten gemacht.

Als erstes ging es zum National Monument to the Forefathers:

Forefathers-Memorial

Nein, das ist nicht das Niederwalddenkmal, aber schon erstaunlich, wie bombastisch die Denkmäler immer sind.
Das scheint der (nationalistische) Stil des ausgehenden 19. Jahrhunderts gewesen zu sein.

Weiter ging es dann zum 911-Memorial zum Gedenken an den 11. September 2001.
Ein wenig versteckt liegt es in einer Seitenstraße zwischen zwei Wohnhäusern und ein Teil des Memorials ist auch leicht kitschig:

9-11-Memorial

Die beiden Figuren rechts und links vom Stahlträger gehören aber wohl nicht zum eigentlichen Denkmal, die muss jemand später dazu gestellt haben.

Zum Abschluss haben wir dann den ältesten Friedhof der Stadt, Burial Hill, besucht.

Dort liegen auch einige der Pilger von der Mayflower und deren Nachfahren begraben.

Grabstein-Rueckseite

Grabstein

Burial-Hill

Manche der uralten Schiefer-Grabsteine wurden in Granit eingefasst, um sie zu schützen und zu erhalten; bei einigen von diesen, wurde die Inschrift der Vorderseite auf der Rückseite der Einfassung eingemeißelt.

Der Blick von diesem Hügel über die Stadt auf die Bucht ist atemberaubend.

Von dort oben sind wir dann runter zur Main Street gelaufen, vorbei an diesem Graffito:

Graffito

Wir kamen durch eine schmale Gasse genau gegenüber von einem mexikanischen Restaurant heraus und da wir alle hungrig waren, haben wir dort lecker zu Abend gegessen.

Auf der Main Street und weiter unten auf der Water Street tobte inzwischen der Bär. Überall Touristen: zu Fuß, mit dem Auto, mit der Harley.
Ich hätte ja nicht gedacht, ausgerechnet in Plymouth Rocker bzw. Möchtegern-Rocker auf ihren Maschinen hin und her fahren zu sehen.
So kann frau sich täuschen!

Wir sind aber zurück zum Motel gefahren. Morgen geht es früh auf den Highway, damit wir nicht allzu spät in New York ankommen.