USA Juli 2016 – Tag 8

Nach einer relativ ruhigen Nacht und einem etwas kleinen Frühstück (hier in der Lobby gab es Kaffee, Tee und Gebäckstückchen, wir sind dann rüber zu Starbucks für Kaffee und herzhaften Kleinigkeiten) ging es heute zu Fuß (Petra und die Tänzerin) bzw. mit dem Taxi (Schatzi und ich) zur Christopher Street und dem Stonewall Inn.

Stonewall-Inn

Stonewall-figuren

Schild-Stonewall

Uns war gar nicht klar, dass das Stonewall Inn gegenüber einem kleinen Park liegt, in dem unter anderem ein Denkmal für Lesben und Schwule steht.
Die Gegend um das Inn herum ist schon sehr schön und es gibt auch weitere Bars und Restaurants für LGBT etc. drumherum.

Und das Interessante ist, dass ja die Schwulen und Lesben 1969 gegen die Polizei gekämpft haben und jetzt, nach dem fürchterlichen Massaker von Orlando, schützen schwer bewaffnete Polizisten das Stonewall Inn. Welch grausame Ironie der Geschichte.

Von dort sind wir weiter zur High Line, einem Abschnitt der stillgelegten Hochbahn für Güterverkehr, die aber nicht ans Nahverkehrsnetz angeschlossen war.
Die Linie beginnt im sogenannten Meatpacking District, in dem es auch heute noch einzelne Schlachterein gibt, und ist ungefähr 2,3 km lang.
Dort oben wurden Blumen und Bäume zwischen den Schienen gepflanzt, Wege angelegt, Bänke aufgestellt und Kunstwerke installiert. Es ist wirklich wunderschön da. Zwischendurch gibt es auch kleine Essens- und Getränkestände.
Wir sind aber nur die halbe Strecke gelaufen und haben die High Line an der 23. Straße, Ecke 10 Avenue verlassen.

Highline-4

Highline-3

Highline-2

Highline-1

Von dort wollten wir rüber zur roten U-Bahn-Linie, die uns zum Central Park bringen sollte.
Wir beschlossen, unterwegs eventuell noch etwas zu essen, aber nur einen Kleinigkeit.
Daraus wurde aber nichts, denn wir entdeckten das Chelsea Square Restaurant.

Yeah! Endlich Pancakes!!!!!

Denn das Chelsea Square Restaurant ist ein Diner, ein Lokal, in dem es den ganzen Tag Frühstück gibt.
So haben denn Schatzi und ich Pancakes mit Spiegeleiern und Bacon bestellt, die Tänzerin hatte einen grünen Salat und Petra hatte Thunfischsalat mit Kartoffelsalat als Beilage. Na, das ist mal eine Kombi, was?
Ach, das Essen war wirklich wunderbar. Und dieser Kellner! Ein älterer Grieche, bestimmt Ende 60, der seit 6 Jahren in New York lebt und vorher ein paar Jahre als LKW-Fahrer in Deutschland gewohnt hatte.
Sein Deutsch war aber mehr schlecht als recht.

Den einzigen Satz übrigens, den sein Kollege auf Deutsch kannte, war: „Auf Wiedersehen und schlafen Sie gut.“ Wir fragen uns wirklich, wo der das aufgeschnappt hat.

Ich hatte übrigens noch gar nicht erwähnt, dass die Straßen heute morgen total leer waren. Es war überhaupt kein Problem, dass die Tänzerin ein paar Mal mitten auf dem Zebrastreifen stehen blieb, um ein Foto zu machen. Und das in New York!
Aber heute, am Independence Day, war halt alles ein bißchen anders.

Anschließend sind wir mit der U-Bahn zum Central Park gefahren, wo Petra und die Tänzerin sich dann ca. zwei Stunden lang austobten.
Das hier ist übrigens im Central Park und nicht etwa davor:

Central-Park-2

Central-Park-1
Ja, Ihr seht richtig: Fahrspuren, Zebrastreifen und Ampeln. Hier will alles wohlgeordnet sein.

Schatzi und ich sind nicht mit reingegangen. Das war doch arg viel Natur und natürlich Menschenmengen dadrin. Mindestens halb New York trieb sich im Central Park rum.

Dann ging es zurück zum Hotel, ein wenig ausruhen für das große Ereignis am Abend: das Feuerwerk am East River.

Beginnen sollte es um neun Uhr und da wir davon ausgingen, dass es voll wird, sind wir um halb sieben losgezogen. Schatzi und ich hatten noch kurz einen Blick in den Wetterbericht geworfen: Bewölkung, aber trocken während des Feuerwerks war angekündigt.

Mit uns waren sämtliche Touristen, die in der Stadt waren, unterwegs. Wir wurden von der Polizei durch ganz bestimmte Straßen und an abgesperrte Stellen geleitet.
Vorgesehen war, das wir auf einer der Hochbrücken der Stadtautobahn stehen sollten. Aber da war es uns zu voll und so sind die Tänzerin, Schatzi und ich wieder zum ebenerdigen Teil der Strecke gegangen. Petra blieb oben.

Im dem anderen abgesperrten Streckenabschnitt kamen wir neben einer Familie aus New Mexico zu stehen und wir haben uns angeregt über die Vor- und Nachteile des Bundesstaates, von New York und Europa unterhalten.
Der Tänzerin wurde es aber auch in diesem Bereich ein wenig zu viel. Sie beschloß, zurück zum Hotel zu gehen.

Zunächst war alles gut. Einige Hochhäuser erstrahlten in den Farben rot, weiß, blau, Feuerlöschboote sprühten Wasser in den Farbe blau, weiß, rot und wir bekamen ein wenig von dem Sprühwasser ab. Dachte ich jedenfalls.

Aber es war nur der Anfang. Um kurz nach halb neun fing es heftig an zu regnen und wir waren innerhalb kürzester Zeit patschnaß.
Schatzi und ich beschlossen, zu gehen. An der 21sten Straße, Ecke 2nd Avenue gelang es uns endlich, ein freies Taxi zu erwischen. Wir waren nicht die einzigen, die vor dem Regen flüchteten.

Mittlerweile hatte der Regen nachgelassen und das Feuerwerk begann. Aber das war uns egal. Wir haben den Schluß des Spektakels in trockenen Klamotten im Fernsehen angeschaut. Das war auch schön.
So, jetzt ist es schon wieder spät geworden und wir müssen ins Bett. Gute Nacht.