USA Juni 2016 – Tag 2

Nach einer etwas unruhigen Nacht, in der es viel zu warm im Zimmer für uns war, sind wir heute morgen gegen 7 Uhr aufgestanden. (Das erste Mal wach waren wir schon um 4.30 Uhr. Da schlug dann doch noch ein wenig die Zeitverschiebung von sechs Stunden durch: in Deutschland war es immerhin schon 10.30 Uhr.)

Petra und die Tänzerin waren übrigens auch schon auf und so sind wir dann schon mal zusammen frühstücken gegangen. Das Frühstück hier ist typisch amerikanisch: weiches Brot, Marmelade (Nutella gab’s auch), Rührei, Würstchen, etwas Obst, Muffins, Kuchen, (geschmacklose) Waffeln zum Selberbacken, Kaffee aus der Pumpkanne (aber immerhin verschiedene Sorten, von denen mindestens eine auch gut schmeckte, wie die anderen meinten), schlichter Tee und einige Säfte. Alles in allem für ein Motel ganz zufriedenstellend.

Ach ja, ich hatte noch ein Bild versprochen:

Auto

Unser kleines Autochen. 🙂
Macht schon Spaß, damit herumzukurven. (Meistens bin ich die designierte Fahrerin. Die anderen drei sind meine Navis, die auch schon mal Widerworte geben. 😉 )

Nach dem Frühstück bin ich erst noch eine Runde schwimmen gegangen. Das Motel hat ein kleines Außen-Schwimmbecken, das leider nicht sehr tief ist. So wurde es dann doch mehr ein Planschen als ein Schwimmen. Aber schön erfrischt hat es, denn leider war es heute auch wieder relativ schwül. Dafür hat die Sonne nicht vom Himmel gebrannt, es war bewölkt. Was unseren Plänen für heute sehr entgegenkam: wir waren sehr viel draußen unterwegs.

Mit dem Auto ging es zunächst wieder zum Hafen. Dort haben wir geparkt und sind am Nachbau der Mayflower und dem Plymouth Rock vorbei die nächste Querstraße hoch zur Main Street gelaufen. Auf dem Weg dorthin stießen wir durch Zufall auf das Plymouth Center for the Arts, einer Einrichtung, die Künstlerinnen und Künstlern aus Plymouth Ateliers und Ausstellungsräume zur Verfügung stellt. Dort gab es viel Interessantes zu entdecken, zum Beispiel das hier:

Stuhl

Schick, gell? Da standen noch mehr bemalte Stühle rum und tolle Gemälde und Fotos gab es auch zu sehen.

Die nette alte Dame am Eingang des Hauses und der Präsident der Gilde, die das Haus betreibt, haben uns gerne Auskunft über die Einrichtung gegeben und auch einiges zur Ankunft der Pilger 1620 in Plymouth erzählt.

Weiter ging es dann bis zur Main Street, die wir ein wenig entlanggelaufen sind, bevor wir wieder den Weg hinunter zur Water Street gegangen sind.
Dort kamen wir an einem interessanten Brunnen vorbei:

Brunnen

Das Memorial to the Women of the Mayflower, das im Jahre 1920 zum dreihundersten Jahrestag der Anlandung der Mayflower in Plymouth von den Daughters of the American Revolution gespendet worden war.
(siehe auch: Wikipedia)

Wir sind dann weiter die Water Street hinunter gelaufen und haben bei einem kleinen Imbiß zu Mittag gegessen. Es gab Suppe, Sandwiches, Pommes und Chili con Carne.
Ich habe dann tatsächlich in einem der Souvenirläden ein schickes T-Shirt gefunden und auch beim Eisladen von gestern abend haben wir wieder vorbeischaut.
Dort gab es übrigens auch T-Shirts zu kaufen. 🙂

Mit dem Auto sind wir dann zu drei Stränden der Umgebung gefahren, die alle sehr unterschiedlich waren. Der eine war sehr steinig und auf einer schmalen Landzunge gelegen, der zweite in einer etwas wohlhabenderen Gegend mit netten Häuschen davor und der dritte lag in einem Naturreservat, wo es Campingplätze, Wanderwege und Angelstellen gab.

Am ersten, Plymouth Beach, haben wir ein wenig länger verweilt. Petra und die Tänzerin sind am Strand entlang gelaufen, während Schatzi und ich ein wenig auf der Mauer zum Strand hin gelümmelt haben.

Beim zweiten Strand, White Horse Beach, waren wir zunächst weiter oberhalb vom Wasser in einem Wohngebiet. Dort ganz am Ende, 20 Meter vom Abhang, gab es ein kleines Haus, bei dem Schatzi und die Tänzerin einen Blick durch die offene Hintertür warfen und gleich von einem Mann aufgefordert wurden, doch hereinzukommen und sich umzusehen. Dort waren jede Menge Becken voller Hummer. Stellte sich heraus, bei dem Haus handelte es sich um ein Fischgeschäft. Auf die Frage von Schatzi, wo denn der ganze Hummer, den es auf der Welt zu kaufen gibt, herkomme, antwortete der Mann, dass Hummer ausschließlich aus Kanada und Neuengland kommt. Hummer wird immer wild gefangen, denn die Zucht ist viel zu zeitintensiv und teuer. Hummer müssen mindestens sieben Jahre alt sein, bevor sie gegessen werden können und der Preis für das Hummer-Futter für diese Zeit würde den Preis, den ein Züchter für den Hummer bekommt, bei weitem übertreffen. Wieder was gelernt!

Petra und ich waren übrigens zur gleichen Zeit vorne im Laden und haben den vielen frischen Hummer und Fisch bewundert, den es dort zu kaufen gab. Die junge Dame war sehr nett und hat auch unsere Fragen zu Fischarten gerne beantwortet. Petra hat sich dann ein paar Hummerstückchen gekauft und sie gleich gegessen. Ich steh ja nicht so auf Hummer.

Auf dem Weg zum nächsten Strand hielten wir noch einmal an und Petra, die Tänzerin und Schatzi sind kurz zum Strand gelaufen. Der Weg dorthin war etwas mühsam, denn der Sand war sehr fein. Sie sind dann auch relativ schnell zurückgekommen.

Der Weg zum dritten Strand, Scusset Beach, führte zunächst durch ein kleines Waldgebiet, an einem Campingplatz vorbei, zu einem großen Parkplatz.

Auf der linken Seite gab es ein Gebäude, in dem sich Duschen, Toiletten und Umkleideräume befanden. Am hinteren Ende ging es auf einen Deich hinauf, auf dem mehrere Angler standen. Dort angekommen, sahen wir, dass wir an der MÜndung des Cape Cod Canals standen, in dessen Brackwasser es wohl nur so vor Streifenbarschen wimmelt.

(Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie einfach es ist, mit Amerikanern ins Gespräch zu kommen. Sie lieben es, ihr Wissen zu teilen und wirken dabei gar nicht mal überheblich. Und hilfsbereit sind sie häufig auch.)

Wir hatten dort einen wunderbaren Blick hinaus auf den Atlantik, es war lange nicht mehr so schwül, wie noch am Mittag und die Sonne kam auch allmählich wieder hervor.

Auf dem Weg dorthin haben wir übrigens den gruseligsten Iced Coffee des Jahrhunders getrunken.
Wie es Marylou’s Coffee geschafft hat, dreißig Jahre zu überleben, ist uns ein völliges Rätsel.

Kaffee mit verschiedenen Geschmacksrichtungen in große Pumpkannen abzufüllen, die dann den ganzen Tag rumstehen und langsam, lauwarm und bitter werden und das Ganze dann als Kaffeespezialität anzupreisen, ist schon eine ziemliche Dreistigkeit. Ich glaube nicht, dass so ein Laden außerhalb der USA auch nur ein Jahr überlebt hätte.

Genug gemeckert.
Das Abendessen im Cabby Shack am Hafen in Plymouth war gut und morgen geht es dann mit dem Zug nach Boston.

Jetzt muss ich schlafen. Bis morgen dann.