Verona, 30. August bis 2. September 2013, Tag 1

Es ist mindestens sechs Monate, wenn nicht schon länger her, da rief meine Schwägerin bei uns an und sagte, wir müssten uns unbedingt das Wochenende vom 30.08. bis zum 02. September freihalten. Da würde ein Hochzeitsgeschenk kommen, das über diese Tage geht.
(Schatzi und ich haben uns nämlich im Juni dieses Jahres getraut, „Ja“ zu sagen.)
Oooooh, da war die Aufregung groß: sie werden uns doch nicht einen Wellness-Urlaub schenken?? Dafür sind wir nämlich gar nicht zu haben. Okay, einmal haben wir einen gemacht, aber das reicht dann auch für den Rest des Lebens!

Nun war bei der Hochzeitsfeier die Freude umso größer, als einer meiner Brüder uns dann stattdessen einen Gutschein für eine Reise nach Verona mit Besuch der Oper „Aida“ überreichte! Cool!!!
Und heute morgen ging es dann los.
Wir sind um viertel nach vier aufgestanden, denn unser Flieger ging um acht und wir wollten um sechs Uhr am Flughafen sein.
Wir sind mit Air Dolomiti geflogen, eine Fluggesellschaft, die wir bisher gar nicht kannten. Wir haben aber rausgefunden, dass sie zu 100 Prozent Lufthansa gehört und dementsprechend war der Check-in auch an einem Lufthansa-Schalter.

Und wir waren doch positiv überrascht, wie geräumig und bequem das Flugzeug war. Und auch wenn Air Dolomiti wohl zu den Billigfliegern zu rechnen wäre, gab es einen kleinen Snack und was zu trinken.
Der Flug dauerte nicht sehr lang, grade mal eine Stunde und zehn Minuten.
Am Flughafen in Verona erwarteten uns ziemlich hohe Temperaturen. Ich habe irgendwo auf einer Anzeige tatsächlich 31 Grad gelesen. Dafür war ich völlig falsch angezogen. Ich hatte mir meine bequemen Laufschuhe angezogen und auch eine etwas dickere Hose.
Mit dem Flughafenbus ging es dann zum Bahnhof in Verona und von dort haben wir dann ein Taxi zum Hotel genommen.
Das Hotel San Marco liegt nicht direkt in der Altstadt von Verona und ist ganz okay.

Unser Zimmer ist schön geräumig (es steht neben dem Doppelbett noch ein weiteres Bett im Zimmer – prima Ablagefläche!) und hat eine Klimaanlage, die ihren Wind nicht direkt übers Bett pustet. Ach, wunderbar, so können wir die Fenster zu lassen.
Im Badezimmer sind das Waschbecken, die Toilette und die Dusche in rosa gehalten, aber da sehen wir mal großzügig drüber hinweg. 🙂

Wir haben uns dann umgezogen und an der Bar einen Espresso und ein Wasser gegönnt.
Anschließend ging es zu Fuß in die Altstadt von Verona hinein.
Da wir ja bis auf dieses Fake-Croissant im Flugzeug, dass eher eine Panetone in Croissant-Form war, seit dem teuren Brötchen am Flughafen in Frankfurt nichts gegessen hatten, haben wir uns zunächst eine Pizzeria gesucht und auch gleich eine ziemlich gute gefunden.
Das Rosa Blu am Piazza Corrubbio (leider keine Homepage) liegt ein wenig abseits der Touristenströme und bietet leckere Pizza zu relativ günstigen Preisen.
Die hier haben wir gegessen:

Pizza-SchatziPizza-mir

Nein, das ist keine Ananas auf dem zweiten Bild, das sind Kartoffeln! Sehr ungewöhnlich, aber ziemlich lecker. Auch wenn ein wenig mehr Salbei und Rosmarin hätte drauf sein können.

Dann ging es weiter in die Touristenecken hinein. Auf dem Piazza Erbe stehen jede Menge Verkaufsstände, an denen es Tonnen von Schals, Schmuck und T-Shirts gibt. Ja, ich habe zwei T-Shirts gekauft und zwar bei einer sehr netten Verkäuferin, die auch T-Shirts in Größen hatte, die Nicht-Italienerinnen passen!
Und dann haben wir uns tatsächlich das hier angetan:

Julias-Balkon

Das ist ein winzig kleiner Innenhof, in dem der berühmt-berüchtigte Balkon liegt, auf dem angeblich Julia stand und von Romeo angehimmelt wurde.
Und das hier sind unendliche Mengen von Schlössern, vorwiegend in Rosa, die von sich ewige Liebe schwörenden Menschen hier angebracht wurden. Diese Pest ist ja wirklich ein weltweites Phänomen.

Schloesser

Aber hierüber war ich wirklich schockiert:

Kaugummi

Was könnte das sein? Ich verrate es erst morgen! Viel Spaß beim Raten!

Jetzt brauchten wir aber dringend ein Eis. Schräg gegenüber vom Eingang zum Hinterhof gab es eine Gelateria und die hatten überraschend gutes Eis. Ich hatte Nutella und Erdbeere, Schatzi hatte Nuss und Zitrone. Wirklich lecker. Leider weiß ich nicht mehr, wie der Laden hieß.

Da uns mittlerweile zu warm war, sind wir spontan in eine Kirche gegangen, in der Hoffnung auf Abkühlung. Wirklich schön kalt war es da zwar nicht, dafür sind wir aber in Proben zu einem Gottesdienst geraten. Afrikanische Nonnen haben ein Lied im afrikanischen Stil gesungen und sind dazu durch die Kirche gezogen.
Durch schmale Gassen mit vielen Geschäften sind wir weiter zur Arena gelaufen.

Als wir auf dem riesigen Platz, Piazza Bra, vor der Arena ankamen, haben wir nicht schlecht gestaunt. Da stand doch tatsächlich das hier herum:

Pharaonin

Na, das sieht doch stark nach den Kulissen für Aida aus, oder?? Die lagern tatsächlich die Requisiten für die verschiedenen Stücke vor der Arena. So nah kommt frau natürlich sonst nicht an die Deko.
Rechts vom Platz befinden sich eine ganze Reihe von Restaurants. Und da wir dringend von den Füßen mussten und auch Durst hatten, haben wir uns spontan für eines entschieden, das sehr einladend aussah. Und auch dieses Mal hatten wir wieder gut gewählt. Im Bistrot Mamma Mia (leider auch keine Homepage) gab es das hier:

Nachtisch

Ein sehr schokoladiger Kuchen, ein leckeres Tiramisu und wunderbare Limonade.
Spontan haben wir beschlossen, am Sonntag vor der Aufführung dort zu Abend zu essen.
Nach einem kurzen Besuch in der Tourist-Information sind wir zurück zum Piazza Erbe gelaufen, haben uns in einer kleinen Bäckerei noch etwas Herzhaftes zum Abendessen gekauft und sind dann mit dem Taxi zurück zum Hotel gefahren.
Für heute reicht’s.
Jetzt sitzen wir gemütlich im Hof des Hotels und unterhalten uns mit einem deutschen Paar über Kunst, Kultur und die Eigenheiten der Italiener.
Warum gerade über Kunst? Na, deswegen:
Die Frau ist eine Malerin, heisst Maike Freche und wohnt in Eltville.

Morgen geht es an den Gardasee, der nur ca. 25 Kilometer entfernt liegt. Mit dem Bus. Die Fahrkarten haben wir schon am Bahnhof gekauft. Da bin ich mal gespannt.

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